Karrierechance ade

Väter in Karenz werden häufig gemobbt

13. Jänner 2012, 13:44
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    foto: apa/werner krug

    Väter in Karenz: Von den Arbeitgebern kommt wenig Verständnis.

Der Anteil der Männer, die in Karenz gehen, steigt leicht- Allerdings müssen sie eine dicke Haut haben, so die Arbeiterkammer

Laut einer aktuellen EU-weiten Erhebung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht nur jeder - aber immerhin - 15. Vater in Karenz. Die Zahl der Männer, die ihr Berufsleben eine Zeit lang unterbrechen, wächst nur schleppend, derzeit beträgt der Anstieg lediglich rund zwei Prozent. Einer der Gründe: Auch die Männer erfahren Diskriminierung, wenn sie sich für die Kindererziehung entscheiden.

"Keine Karrierechance mehr"

Väter würden nämlich zunehmend vom Arbeitgeber diskriminiert, wenn sie ankündigen, in Babykarenz zu gehen, berichtet orf.at und zitiert Bernadette Pöcheim, Leiterin des Referats für Frauen und Gleichstellung in der Arbeiterkammer Steiermark: "Sehr oft wird ihnen gleich vom Arbeitgeber gesagt, dass sie in Zukunft keine Karrierechance in der Firma mehr haben, und oft sind sie auch von einem Mobbing betroffen. Auch wird das Dienstverhältnis infolge der Inanspruchnahme des Karenzurlaubs sogar aufgelöst." Und das, obwohl die Dauer der Väterkarenz durchschnittlich relativ kurz ausfällt: Mehr als 70 Prozent dieser Männer pausierten in der Vergangenheit weniger als ein halbes Jahr - so kurz beim Kind blieb gerade einmal jede 20. Frau, informiert die AK Steiermark. Durchschnittlich kämen Väter auf zwei Monate.

"Rund die Hälfte aller Männer, die zu mir in die Beratung kommen, werden in irgendeiner Form diskriminiert", so Pöcheim im Gespräch mit derStandard.at/Karriere. Das geschehe häufig schon während der Schwangerschaft der Frau, wenn der Mann sein Vorhaben dem Arbeitgeber mitteile. Besonders schwer hätten es die Mitarbeiter in der Privatwirtschaft.

Rechtsmittel wenig in Anspruch genommen

Aber nur wenige Männer wehren sich: Trotz rechtlicher Mittel gegen Kündigung und Diskriminierung stellten laut AK nur wenige einen Antrag bei der Gleichbehandlungskommission oder gingen vor Gericht. Und das, obwohl vor allem sehr gut qualifizierte Männer Karenzurlaub in Anspruch nähmen, und das meist im städtischen Bereich.

Appell an die Firmen

"Eine gute Firma muss zwei Monate Abwesenheit eines Mitarbeiters aushalten können", sagt Pöcheim, zumal viele Väter, die zu ihr kämen, Techniker seien. Im Technikbereich könne man Projekte besonders gut planen und die meisten Arbeitnehmer seien gerne bereit - auch bei der zeitlichen Planung - Rücksicht auf die Auftragssituation nehmen. (red, derStandard.at, 13.1.2012)

User-Aufruf

Wir suchen übrigens Männer, die in Karenz waren/​sind, für eine Nachfolgegeschichte. Mails bitte an online.karriere@derStandard.at, falls jemand Interesse hat, uns seine Geschichte zu erzählen.

Wissen: Väterkarenz in Österreich

Relativ hoch ist der Anteil der österreichischen Väter bei den Kurzzeitvarianten: Laut einer Statistik des Familienministeriums vom September 2011 betrug der Väteranteil beim einkommensabhängigen Kindergeld (maximal 12+2 Monate, 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, höchstens 2.000 Euro, jeweils bei Beteiligung beider Partner) rund 27 Prozent. Die Kurzvariante 12+2 (1.000 Euro) wies eine Väterbeteiligung von knapp 32 Prozent auf. (APA)

Link

www.maennerinkarenz.at

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VoK
00
18.1.2012, 17:25
off topic

Heute sind auf einsfestival ab 20:15 Uhr 2 interessante Dokus:

20:15 Meine Frau schlägt mich - Häusliche Gewalt gegen Männer

21:00 Warum Männer vergewaltigen

baroli
01
18.1.2012, 21:27

Welches von beiden ist Ihr Problem?

Carlos Clementin
00
14.1.2012, 17:06

Wenn sich heute einer noch bei den miesen Gehältern eine Familie leisten kann, dann hat er eh schon Karriere gemacht oder eine Frau die halbwgegs genug verdient
Die neue Methode: so schlechte Bezahlung , dass die Männer für Frauen unimteressant werden folgend keine Familie folgend keine Kinder

DD1981
00
17.1.2012, 14:57

Geh bitte...wir verdienen ungefähr 1/3 mehr als die Generation die in den 70igern und 80igern ein Kind bekommen hat. Unsere Kaufkraft ist größer. Lebensmittel kosten weniger etc.

In den 70igern und 80iger hat sich komischerweise fast jeder getraut mit einem kleinen Gehalt Kinder zu bekommen. (Stichwort Babyboom).

Vielleicht hat man früher aber nur einen Fernseher gehabt, ist mit dem Zelt nach Italien gefahren und hat kein Ipad gebraucht.

In Österreich kann man sich LOCKER Kinder leisten, vielleicht muss man dann beim Rest zurückstecken. Oder was wollens den Asiaten, Afrikaner, Südamerikaner etc. erklären...das wir in Österreich so arm sind? Geh büdde.

Carlos Clementin
00
24.1.2012, 20:56

Stimmt ... damals musste ein Familienvater seine Fraui und 1-2 Kinder erhalten und daneben noch eie Wohnung finanzieren, ging natürlich gar nicht ... wie gut dass man heute auch die Frau zum Arbeiten schickt, damit mna mehr Fernseher zum Essen hat, und der Arbeitsweg finanziert werden kann...

metalwoman
01
14.1.2012, 15:52
Viele Karenzväter sind Techniker

Toll, dann hat sich auch die geschlechtergerechte Erziehung erledigt. Wenn der Papa sowohl die Spielzeugeisenbahn in Betrieb nehmen als auch supergut kochen kann und die Mama im Stahlwerk ihren Mann steht. Ich freu mich schon.

Ich kenne tatsächlich junge Männer, hauptsächlich Techniker, die sich mit dem Gedanken anfreunden können, mal (zumindest eine zeitlang) Hausmann zu sein und die Kinder zu versorgen.

B.P.
00
14.1.2012, 19:03
hat ein wenig...

30er-Jahre Charme der Kommentar... wär schon ein wenig armseelig, würd die geschlechtergerechte Erziehung (was auch immer das genau sein soll) ins Wanken geraten, nur weil Mann in Karenz geht... Schlimm genug, dass Frauen oftmals schon Glühbirnen wechseln können...

metalwoman
01
14.1.2012, 20:33

Äh, ich habe das ernst gemeint und nicht konservativ-ironisch.
Ich finde es als Frau toll, wenn Männer etwas von Kochen und Hausarbeit verstehen (und es auch tun!), wenn sie gut mit Kindern umgehen können und Spaß mit ihnen haben.
Mein Partner kocht besser als ich, weil er es gerne tut und nicht als "Pflichtübung" wie ich damals in der Schule. Und meiner Erfahrung nach können Männer sehr gut mit Kindern umgehen, wenn sie es sich trauen, vielleicht weil sie selbst ihr "inneres Kind" noch nicht verloren haben.
Es könnte also sein, dass ich wirklich mal die Mama bin, die abends aus dem Stahlwerk heimkommt. Mal sehen...

Saurer Zivi
24
14.1.2012, 12:35
die Gleichbehandlungsanwälting wird ja auch nur für Frauen tätig.

Beim Thema "Wehrpflicht" und Ungleichbehandlung hieß und heißt es immer noch: "nicht zuständig, sorry".

Ein unhaltbarer, nein ein skandalöser Zustand !

der gärtner
00
14.1.2012, 12:09
es ist halt so, dass die meisten österreicher in klein und mittelunternehmen arbeiten

und dort ist der mittelfristige ausfall schon eines einzelnen für den betrieb oft eine echte wirtschaftliche bedrohung,
weil es keine zweiten gibt der die aufgabe schnell und unkompliziert übernehmen könnte.

und technische und handwerkliche berufe sind dann auch nicht gerade die, wo man schnell mal so einen ersatz findet der gleich loslegen kann und sich mit einem befristeten karenzvertrag zufrieden gibt.

B.P.
03
14.1.2012, 18:51
aber frau...

... kann natürlich ohne weiteres ersetzt werden, oder wie?!? ;)

soamist
00
16.1.2012, 11:46
putzfrauen sind halt leichter zu finden

Freigeistin1
11
15.1.2012, 03:30

Kommt auf den Job an. Es ist ganz alleine die Entscheidung der Eltern wer in Karenz geht- das geht den Staat nichts aber auch gar nichts an!!

baroli
10
15.1.2012, 10:55

Wenn der Staat es finanziert, geht es ihn sehr wohl was an.

VoK
11
17.1.2012, 13:38

Sie meinen der Staat soll bestimmen dürfen wer in Karenz geht? Generell oder in jeden Einzelfall anders? Kennen Sie eigentlich den Gleichbehandlungsgrundsatz? Oder ist das bloß ein Beweis für ihre kapitalistische Denkweise "wer zahlt schafft an"?

baroli
00
17.1.2012, 14:09

Kapitalistische Denkweise hat mir hier noch keiner vorgeworfen, von der Freigeistin werd ich immer als Linke beschimpft.
Kennen Sie das skandinavische Modell?
Offenbar nicht.

Freigeistin1
00
17.1.2012, 17:06
Es gibt kein einheitliches skandinavisches Modell!In Norwegen ist 1998 ein Betreuungsgeld eingeführt worden, das an Eltern von 1-2-jährigen Kindern gezahlt wird, für die die Eltern keinen Platz in einer Kinderkrippe in Anspruch nehmen!

Das Betreuungsgeld beläuft sich auf 425 Euro monatlich und wird maximal 24 Monate gezahlt. Hintergrund dieser Maßnahme sind Klagen von Eltern gewesen, die ihr Kleinkind selbst zuhause erziehen wollen. Sie sahen sich gegenüber jenen Familien ökonomisch benachteiligt, die für ihre Kinder einen Krippenplatz in Anspruch nehmen. Die Höhe des Betreuungsgeldes entspricht genau der Höhe des staatlichen Zuschusses für einen Betreuungsplatz in einer Kinderkrippe. Mit dieser Maßnahme werden Eltern, die ihr Kind im 2. und 3. Lebensjahr selbst zuhause erziehen, wirtschaftlich den Eltern gleichgestellt, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind in einer Tageseinrichtung in Anspruch nehmen.

VoK
00
17.1.2012, 15:23

Zurück zu meiner Frage: Was soll der Staat in dem Fall bestimmen dürfen?

baroli
00
17.1.2012, 15:48

Der Staat honoriert bestimmte Verhaltensweisen, das ist ja nichts Neues.
Wählen, ob man die Begünstigungen in Anspruch nimmt, kann jeder selber.

VoK
01
18.1.2012, 06:54

Sie weichen meiner Frage aus.
Was konkret soll der Staat bestimmen in Bezug darauf ob Mutter und/oder Vater in Karenz geht und wie lange jeweils?

baroli
10
18.1.2012, 12:45

Schauens morgen ins Wiki.
Ich bin nicht Ihre Sekretärin.
Ich hab hier schon dutzende Male die skandinavischen Modelle verlinkt.
Die funktionieren bestens

VoK
00
18.1.2012, 13:42

Was soll am dänischen Modell so toll sein? Oder gar das finnische? Das müssens mir aber jetzt erklären.

VoK
01
18.1.2012, 13:41

Im Wiki steht was SIE meinen dass der Staat regeln soll? Arg feig dass sie nicht einmal eine halbwegs klare Stellung beziehen - immer nur Geschwurbbel und Untergriffe.

Freigeistin1
01
17.1.2012, 17:30

#bestimmte Verhaltensweisen#
Das widerspricht dem Gleichbehandlungsgrundsatz.

Ein skandinavisches Modell wie in Norwegen wäre sehr sinnvoll - dort wird Eltern die ihre Kinder daheim betreuen und nicht in eine Krippe geben, der Betrag erstattet, den der Staat für den Krippenplatz zahlen würde (diesen spart sich der Staat ja durch die häusliche Betreuung).
Das wäre auch für Ö wünschenswert.

Hey Ho Let's Go Veg
20
14.1.2012, 11:52
so eine geschichte ...

würde ich gerne einmal auf diestandard.at lesen. aber bitte ...

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