Flachgau soll frei von Plastiksackerln werden

  • In Österreich werden jedes Jahr 350 Millionen Plastiksackerl verkauft. Der Flachgau will plastiksackerlfreie Zone werden.
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    In Österreich werden jedes Jahr 350 Millionen Plastiksackerl verkauft. Der Flachgau will plastiksackerlfreie Zone werden.

1000 Baumwolltaschen zum Start an Haushalte in Nußdorf am Haunsberg verteilt

Salzburg - Der Salzburger Flachgau soll "frei von Plastiksackerln" werden: Dieses - noch in weiter Ferne liegende - Ziel strebt der ÖVP-Landtagsabgeordnete Josef Schöchl an. Den Startschuss zur Verwirklichung dieser Vision setzte am Freitag die Gemeinde Nußdorf am Haunsberg. Als Ansporn für die Bewohner, beim Einkaufen auf umweltbelastendes Plastik zu verzichten, wurden die ersten der rund 1000 Baumwolltaschen an Haushalte verteilt. "In Österreich werden jedes Jahr 350 Millionen Plastiksackerl verkauft. Ein Umstieg auf nachhaltigere Tragetaschen bringt eine ökologische Verbesserung und große Einsparungen für die Gemeinden", sagte Schöchl.

Natürlich weiß der Bezirksparteiobmann der ÖVP Flachgau, dass diese Gratisaktion ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. "Aber ein steter Tropfen höhlt den Stein aus", betonte Schöchl, als er zusammen mit Bürgermeister Johann Ganisl die erste Baumwolltasche an Gemeindebürgerin Renate Schaider übergab.

Zeichen zur Müllvermeidung

Mit der Ausgabe der Taschen an 800 Haushalte der 2400 Einwohner zählenden Gemeinde wollen die beiden Initiatoren des Projekts ein Zeichen zur Vermeidung von nicht erneuerbaren Rohstoffen und zur Vermeidung von Vermüllung setzen. Jeder Österreicher kaufe jährlich im Schnitt 33 Plastiktragetaschen und 60 Stück Obst- oder Gemüsesackerl. "Pro Kopf bedeutet das eine jährliche CO2-Menge von zwei Kilogramm. Insgesamt sind das 17.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht dem Verbrauch von 10.500 Litern Diesel", schreiben die Politiker in dem Folder "Nußdorf wird eine plastiktaschenfreie Zone".

Schöchl beleuchtete auch das finanzielle Problem, das der Plastikmüll verursacht. Allein das Beseitigen von weggeworfenen Plastiksackerln koste die österreichischen Gemeinden 260 Millionen Euro. Diese Zahl würden sich aus Schweizer Studien ergeben, die auf österreichische Verhältnisse umgelegt worden sind. Herkömmliche Plastiksackerl seien aus dem Primärrohstoff Erdöl hergestellt, ein Großteil werde in Österreich verbrannt. Die CO2-Bilanz von Biokunststoffen schneide bis zu viermal besser ab.

"Die Hälfte unserer Kunden nimmt schon die Biomaissackerln, die an der Kasse aufliegen", schilderte Maria Moser, Leiterin des Spar-Marktes in Nußdorf. "Die Sackerln sind zu hundert Prozent biologisch abbaubar." Herkömmliche Plastiktaschen würden in ihrem Geschäft kaum mehr ausgegeben. In der Feinkostabteilung wird die Ware aber nach wie vor in herkömmliches Plastik verpackt. (APA)

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