Vize-Regierungschef: Polizei wird "alles unter Kontrolle bringen"
Bangkok - Nach einer Warnung der US-Botschaft in Bangkok
vor möglichen Terroranschlägen auf Ausländer hat die thailändische
Regierung die Festnahme eines Libanesen bekanntgegeben. "Wir haben
bereits einen Verdächtigen inhaftiert", sagte Vize-Regierungschef
Chalerm Yubamrung am Freitag. Die Polizei werde "alles unter
Kontrolle bringen".
Die Warnung ging offenbar auf einen Hinweis aus Israel zurück.
Demnach hieß es, zwei Mitglieder der libanesischen Hisbollah seien
nach Thailand eingereist. Chalerm sprach nach der Festnahme von einem
Hisbollah-Angehörigen. Ein thailändischer Geheimdienstvertreter
sagte, in der Tat seien "vor einiger Zeit" zwei Männer nach Thailand
eingereist, die Israel für verdächtig halte. Ihm sei aber nicht klar,
worauf sich der Verdacht gründe, die beiden hätten "keine
terroristischen Aktivitäten" verfolgt.
Israel wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern.
Sicherheitsangelegenheiten würden nicht öffentlich kommentiert, sagte
Außenamtssprecher Jigal Palmor. Die US-Botschaft hatte gewarnt,
"ausländische Terroristen" könnten in der "näheren Zukunft" Anschläge
auf US-Bürger in den Touristenvierteln Bangkoks planen. Die
diplomatische Vertretung rief ihre Bürger zur Wachsamkeit auf und
riet ihnen, sich in der Öffentlichkeit unauffällig zu verhalten.
Der Süden Thailands ist seit Jahren Schauplatz eines blutigen
Aufstands muslimischer Rebellen, bei dem seit 2004 fast 5.000
Menschen getötet wurden. Allerdings konzentrieren sich die Anschläge
und Gefechte auf den Süden und richten sich nicht gegen Ausländer. Am
Silvestertag 2006 waren bei einer Serie von Bombenanschlägen in
Touristen- und Geschäftsviertel in Bangkok drei Menschen getötet
worden. Die Täter sind bis heute unbekannt. (APA)