Zukunftsrezepte

Österreicher bauen auf Industrie und Moral

13. Jänner 2012, 10:47

Eine Umfrage hat herausgefunden, was Österreich denkt, wenn es um die wirtschaftliche Zukunft des Landes geht

Linz - Die Rezepte der Österreicher für die Bewältigung der Zukunft sehen in erster Linie eine starke Industrie und mehr Anständigkeit in Politik und Wirtschaft vor. Beides wird von jeweils 62 Prozent genannt. Schon an dritter Stelle rangiert der Abbau der Staatsschulden, den 61 Prozent als unverzichtbar für eine gute Zukunft sehen. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Linzer IMAS-Institutes.

Wichtig ist für 57 Prozent auch, das Abwandern österreichischer Betriebe ins Ausland zu verhindern. 54 Prozent halten es für essenziell, die Kriminalität mit harten Maßnahmen zu bekämpfen. Für 48 Prozent ist es für die Zukunft des Landes unabdingbar, in der Energieversorgung vom Ausland unabhängig zu werden. Höchstleistungen in Wissenschaft und Technik (46 Prozent), den Zuzug von Ausländern eindämmen (45 Prozent) und die Neutralität beibehalten (44 Prozent) sind die nächsten Maßnahmen, denen die Befragten für die Entwicklung Österreichs große Bedeutung beimessen.

43 Prozent machen die Zukunft des Landes davon abhängig, dass das Bildungssystem gründlich erneuert wird. Für eine gerechtere Verteilung von Besitz und Wohlstand zu sorgen und zu versuchen, in der EU viele eigene Rechte zu bewahren sehen ebenso viele als unverzichtbar. Aber für nur 28 Prozent ist eine möglichst aktive Mitarbeit Österreichs in der EU entscheidend für das zukünftige Wohlergehen des Landes.

Kinder

"Radikale Entwicklungen verhindern" und "wieder mehr österreichische Kinder" sind für jeweils 40 Prozent der Befragten wichtig. Die Traditionen und Eigenheiten des Landes zu bewahren nannten 39 Prozent als besonders wichtig für eine gute Entwicklung Österreichs.

Ambivalent sahen die Umfrageteilnehmer die Förderung der Ansiedelung ausländischer Betriebe: 25 Prozent meinen, dass das sehr wichtig sei, für 22 Prozent hingegen müsste das gar nicht geschehen. Die sozialen Ansprüche herunterzuschrauben und bescheidener zu leben sehen 21 Prozent als unabdingbar, 23 Prozent halten das für zweitrangig. Auch der Zuzug von Fachkräften rief geteilte Meinungen hervor: 20 Prozent halten es für besonders wichtig, ihn zu fördern, 21 Prozent könnten darauf verzichten.

Ein gutes Verhältnis zu den USA ist für 18 Prozent wichtig, für 27 Prozent nicht unbedingt notwendig. Enge Beziehungen zu Russland sind für 30 Prozent nicht notwendig. Für die Studie wurden 1004 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, in persönlichen Interviews von 23. November bis 12. Dezember 2011 befragt. (APA)

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13 Postings
ninedevils
00
13.1.2012, 17:12
... bezahlte Anzeige???...

...na ist das liiiieb?

Eine typisch österreichische Gartenzwergidylle. Und eine Verhöhnung arbeitender Menschen.

Im Mafia-Wirtschaftskrieg USA-China-Europa helfen uns Gartenzwerge wie IV, WKO und ihre Erfüllungs-gehilfen in den Parteien viel zu wenig.

Elron Abarth
13
13.1.2012, 14:34

Der durchschnittliche Österreicher hält es also für sinnvoller, auf Anstand zu hoffen, wo noch nie einer war, als etwas gegen die Ungleichverteilung von Vermögen zu machen.

Auch ist es dem durchschnittlichen Österreicher wichtiger, Ausländer rauszuwerfen als ein gutes Bildungssystem zu haben.

Kurz: Der durchschnittliche Österreicher ist ein Trottel.

Andreas W
03
13.1.2012, 14:11
Solange es Sorger und Konsorten gibt, wir das immer ein Widerspruch sein!

Die Industriellen haben sich Jahrzehntelang auf Kosten der ehrlichen AN maß- und schamlos bereichert, die Politik konnte gar nichts dagegen machen, weil sie sich permanent erpressen lassen musste. So lange Kapital gleich Macht ist, wird sich auch nichts ändern.

Industrielle häufen sich Privatvermögen von Hunderten Millionen bis einigen Milliarden an und die Arbeitnehmer bekommen vielfach grad noch genug zum Überleben. Kein Mensch ist nur ein paar uniert Euro netto wert und keiner ist mehrere Millionen pro Jahr wert, so viel mehr kann kein Mensch leisten.

Wer seine Macht zum Nachteil vieler missbraucht, ist menschenverachtender Abschaum, nicht mehr aber auch nicht weniger!

Anton J. Helmreich
01
13.1.2012, 13:27
ich versteh nicht, warum man hier und sonst auch

auf die industrie und die arbeitgeber im allgemeinen so hinhaut.

die ureigenste aufgabe eines jeden, der einen betrieb zu führen hat ist es so gut wie möglich zu wirtschaften und so viel wie möglich geld zu verdienen - das ist nicht verwerflich sondern notwendig !!

die rahmenbedingungen, damit die menschen nicht darunter zu leiden haben oder gar ausgebeutet werden hat die politik zu schaffen.

ausserdem weiss jeder gute arbeitgeber dass der faktor arbeitnehmer sehr wichtig ist und somit auch das wohlergehen desselben.

Andreas W
00
13.1.2012, 16:55
Wieso auf alle,

wer der deutschen Sprache maechtig ist und aufgenommene Informationen auch noch verarbeiten kann, vesteht doch schnell, dass nicht alle Industriellen und Unternehmer das BOESE verkoerpern, sondern nur die reichen, die sich mit hunderten Millionen oder gar ein paar Milliarden bereichern, waehrend ihre schuftenden Arbeitnehmer mit Hungerloehnen abgespeist werden.

Moralisches Verhalten ist freiwillig und darf nicht erst erzwungen werden muessen!

Wer Jahrzehntelang die Politik und Menschen in diesem Land mit Arbeitslosigkeitskeulen und Aehnlichem erpresst, braucht sich nicht wundern, wenn er/sie nicht als Menschenfreund durchgeht.

Keyser
02
13.1.2012, 12:03
Österreicher bauen auf Industrie und Anständigkeit

Auf Treibsand bauen ist sicherer.

Herr und Frau Österreicher
 
30
13.1.2012, 11:28
"Österreicher bauen auf Industrie und Anständigkeit"

Leider ist beides in Österreich sehr selten...

Soph
03
13.1.2012, 13:09
Die Industrie erwirtschaftet in Ö ...

... 31% des BIP, in Deutschland und Schweden sind's 29%, in Japan mit 25%, Großbritannien mit 24%, Frankreich mit 22% und USA mit 21% noch weniger.

Dass man mehr Industrie findet als in Ö muss man schon nach Korea (41%) oder China (47%) gehen.

higgs - wozu?
23
13.1.2012, 15:09

das bip ist aber kein indikator dafür wie es den menschen geht - industrie ist auch ein sehr dehnbarer begriff - reden wir von multinationalen konzernen muß ich dir leider mitteilen, daß die sich nur dort ansiedeln wo sie förderungen, also steuermittel abgreiffen können, selbst jedoch nie steuern zahlen (ich glaub ca. 2,5% der gesamtsteuerleistung in de.) - also dem gemeinwohl eher schaden als nützen, keine mittel bringen, sondern mittel kosten, und ganz nebenher millionen an zinsen für ihr enormes kapital kassieren, die wiederum von jenen mitbezahlt werden, die für die konzerne arbeiten, und über die steuern umverteilt werden - eine win - win situation für konzerne, eine loose - loose situation für die menschen.

Soph
01
16.1.2012, 12:17
Lesenverständnis ist nicht ...

... Ihre Stärke:

Ich antwortete auf "[...] Industrie [...] ist in Österreich sehr selten".

avision
01
13.1.2012, 17:28
Thesen gegen die Ausplünderung der Gesellschaft

"Kapitalismus braucht keine Demokratie"

http://www.sueddeutsche.de/kultur/th... -1.1255949

Demokratie wäre,
wenn die Politik durch Steuern, Gesetze und Kontrollen in die bestehende Wirtschaftsstruktur eingriffe und die Akteure an den Märkten, vor allem an den Finanzmärkten, in Bahnen zwänge, die mit den Interessen des Gemeinwesens vereinbar sind.

Es geht um die einfachen Fragen: Wem nutzt es? Wer verdient daran? Ist das gut für unser Gemeinwesen? Letztlich wäre es die Frage: Was wollen wir für eine Gesellschaft? Das wäre für mich Demokratie.

147 Konzerne, die die Welt aufgeteilt haben, die fünfzig mächtigsten davon Banken und Versicherer ...

Anton J. Helmreich
10
13.1.2012, 13:23
danke - das tut gut

higgs - wozu?
01
13.1.2012, 11:26

industrie und anständigkeit in eine überschrift zu packen ist schon eine leistung, respekt!
beginnen wir ganz oben in der menschlichen nahrungskette stehen dort die inhaber der geldrechte, die aus dem nichts millionen schäffeln und uns zur verschuldung zwingen, ihre ersten erfüllungsgehilfen sind die monopolisten und konzerne, von denen wir in abhängigkeit gehalten werden, und da kommt dann erst die politik ins spiel, die uns diese abhängigkeit als erstrebenswert und von uns selbst gewählt verkauft - als roter faden durch die ganze hirachie zieht sich machtstreben und profitgier - 2 sachen die einer "anständigkeit" lt. meiner definition entgegengerichtet sind.
insofern zeugt die umfrage nur von einem:
desinformation durch manipulation

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