Eine Umfrage hat herausgefunden, was Österreich denkt, wenn es um die wirtschaftliche Zukunft des Landes geht
Linz - Die Rezepte der Österreicher für die Bewältigung der Zukunft
sehen in erster Linie eine starke Industrie und mehr Anständigkeit in Politik
und Wirtschaft vor. Beides wird von jeweils 62 Prozent genannt. Schon an dritter
Stelle rangiert der Abbau der Staatsschulden, den 61 Prozent als unverzichtbar
für eine gute Zukunft sehen. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage
des Linzer IMAS-Institutes.
Wichtig ist für 57 Prozent auch, das Abwandern österreichischer
Betriebe ins Ausland zu verhindern. 54 Prozent halten es für essenziell, die
Kriminalität mit harten Maßnahmen zu bekämpfen. Für 48 Prozent ist es für die
Zukunft des Landes unabdingbar, in der Energieversorgung vom Ausland unabhängig
zu werden. Höchstleistungen in Wissenschaft und Technik (46 Prozent), den Zuzug
von Ausländern eindämmen (45 Prozent) und die Neutralität beibehalten (44
Prozent) sind die nächsten Maßnahmen, denen die Befragten für die Entwicklung
Österreichs große Bedeutung beimessen.
43 Prozent machen die Zukunft des Landes davon abhängig, dass das
Bildungssystem gründlich erneuert wird. Für eine gerechtere Verteilung von
Besitz und Wohlstand zu sorgen und zu versuchen, in der EU viele eigene Rechte
zu bewahren sehen ebenso viele als unverzichtbar. Aber für nur 28 Prozent ist
eine möglichst aktive Mitarbeit Österreichs in der EU entscheidend für das
zukünftige Wohlergehen des Landes.
Kinder
"Radikale Entwicklungen verhindern" und "wieder mehr österreichische Kinder" sind
für jeweils 40 Prozent der Befragten wichtig. Die Traditionen und Eigenheiten
des Landes zu bewahren nannten 39 Prozent als besonders wichtig für eine gute
Entwicklung Österreichs.
Ambivalent sahen die Umfrageteilnehmer die Förderung der Ansiedelung
ausländischer Betriebe: 25 Prozent meinen, dass das sehr wichtig sei,
für 22 Prozent hingegen müsste das gar nicht geschehen. Die sozialen Ansprüche
herunterzuschrauben und bescheidener zu leben sehen 21 Prozent als unabdingbar,
23 Prozent halten das für zweitrangig. Auch der Zuzug von Fachkräften rief
geteilte Meinungen hervor: 20 Prozent halten es für besonders wichtig, ihn zu
fördern, 21 Prozent könnten darauf verzichten.
Ein gutes Verhältnis zu den USA ist für 18 Prozent wichtig, für 27 Prozent
nicht unbedingt notwendig. Enge Beziehungen zu Russland sind für 30 Prozent
nicht notwendig. Für die Studie wurden 1004 Personen, statistisch repräsentativ
für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, in persönlichen Interviews von
23. November bis 12. Dezember 2011 befragt. (APA)