UNODC-Studie

Opiumpreis steigt um 133 Prozent

13. Jänner 2012, 12:34
  • UNODC: Afghanistan Opium Survey 2011

Anbau von Schlafmohn für Bauern lukrativ - UNO-Büro fordert verstärktes Gegensteuern der afghanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft

Wien - Die Menge des in Afghanistan produzierten Opiums ist im Vorjahr gegenüber 2010 um 61 Prozent gestiegen. Das geht aus einem Bericht des in Wien ansässigen UNO-Büros zur Bekämpfung der Drogenkriminalität (UNODC) hervor. Demnach wurden 2010 3600 Tonnen Opium produziert, 2011 waren es 5800 Tonnen. Der Wert des afghanischen Opiums erhöhte sich im selben Zeitraum dramatisch um 133 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar (1,1 Mrd. Euro). Das entspricht neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Afghanistans im vergangenen Jahr.

Der Exportwert läge noch höher - bei 2,4 Mrd. Dollar. Auf andere Weise sind für Afghanen derartig hohe Summen nicht zu erwirtschaften; zugleich fielen 2011 die Preise für die alternative Feldfrucht Weizen. Opium sei "ein bedeutender Teil der der afghanischen Wirtschaft und trägt beträchtlich zur Finanzierung von Aufständischen bei und befördert die Korruption", erklärte UNODC-Chef Juri Fedotow. Fast 60 Prozent der befragten afghanischen Bauern gaben an, Schlafmohn in erster Linie wegen des zu erzielenden Gewinns anzubauen.

Fast 11.000 US-Dollar pro Hektar

2010 waren die Opiumerträge wegen Pflanzenkrankheiten stark gemindert. Dass sie 2011 derart stark wachsen würden, wurde jedoch nicht erwartet. Im Durchschnitt bringt der Opiumanbau laut UNODC 10.700 US-Dollar (8401 Euro) pro Hektar. Fedotow forderte ein entschiedeneres Engagement - sowohl der afghanischen Regierung als auch der internationalen Gemeinschaft - gegen den Drogenanbau am Hindukusch.

In Afghanistan werden 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums hergestellt. Durch den Opiumhandel werden große Teile der Aktivitäten der Taliban finanziert. (APA)

Kommentar posten
15 Postings
klaus dona
00
200 Dollar an Bauern für ein kilo

200.000 dollar auf dem US-Markt. Gibt es einen Rohstoff der eine größere Gewinnspanne hat?

Schnapphahn
10
13.1.2012, 15:55
Ganz einfach.

Gäbe es keine Konsumenten, gäbe es keinen Opiumanbau.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

WiKaBot
14
13.1.2012, 14:00
Dem Hörensagen nach kann der Anbau gar nicht eingestellt werden …

… weil angeblich auch die schwarzen Kassen der CIA aus dem lukrativen Handel damit befüllt werden. Wäre ja auch kein Geheimdienst wenn die nicht ein paar kleine Geheimnisse hätten.

Also wird man unter anderen Gesichtspunkten (eher etwas verschwiegener) bei einer 60 prozentigen Steigerung der Produktion plus 133 Prozent Preissteigerung von einer sogenannten Win-Win Situation reden müssen. Nun gut ein wenig Doppelmoral muss halt auch sein, dass hält die Preise nach oben stabil, wie beim Sprit auch … (°!°)

NONE
12
13.1.2012, 16:15

Das ist kein grosses Geheimnis.

Spätestens ab dem Moment wo gecharterte Flugzeuge der CIA abgestürzt sind weiss man wie diese Terrororganisation vorgeht.

Die US "Regierung" ist ein riesengrosses kriminelles Netzwerk.

Darquewillow Elventhing
01
13.1.2012, 12:12
AAA für Afghanistan

geht doch gut was weiter dort -GZ kann man da nur sagen

DerStadtrat
05
13.1.2012, 10:40

"Die afghanische Regierung versucht seit dem Sturz der Taliban 2001 mit Hilfe internationaler Unterstützung - auch des UNODC, die illegale Drogenproduktion einzudämmen."

Was soll der Schwachsinn, unter der Taliban war Opiumanbau strengstens verboten.
JETZT unterstützt die NATO den Opiumanbau!

http://diepresse.com/home/poli... -ihr-Opium

Raphae1
15
13.1.2012, 11:27

Ich kann auch nicht verstehen, wie derstandard so eine APA Meldung abdrucken kann, ohne offenbar auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken.

Wie bitte soll die afghanische Regierung zusammen mit ISAF versuchen die Opium Produktion "einzudämmen"(!), wenn das Ergebnis eine 60% Steigerung(!) der Produktion ist? Ist das nicht ein ganz klein wenig unglaubwürdig?

NONE
02
13.1.2012, 16:15

Man muss bei APA sich immer in Erinnerung rufen das APA eine rein westlich dominierte Propagandaagentur ist.

aleph
20
13.1.2012, 11:23
Das stimmt nicht

unter den Taliban war der Opium Anbau genau in einem Jahr verboten, nämlich 2001. Ziemlich effektiv, was ja auch nicht schwer ist, wenn man Opiumbauern einfach erschießt.

Zweitens, Opiumfelder werden sehr wohl zerstört (siehe Bericht), aber nur und ausschließlich von der Regierung und nicht von den fremden Truppen. Und selbst dann wird darauf geachtet, dass nur in Gegenden Opiumfelder zerstört werden, wo es Alternativen zu Opium gibt.

higgs - wozu?
04
13.1.2012, 14:04

die opium produktion war ein faktor der afghanistan interessant machte, ein weiterer war der plan eine pipeline durch afghanistan zu führen, der dritte die strategische lage von afghanistan - der einzige nicht-faktor war eigentlich bin laden, der uns aber erfolgreich als hauptgrund für die invasion verkauft wurde.

WiKaBot
15
13.1.2012, 14:03
Schlimmer Verdacht …

… war das Verbot des Opiumanbaus durch die Taliban möglicherweise der wirkliche Grund für den Einmarsch? Dafür spricht, dass die Produktion heute doch wieder besser funktioniert und scheinbar auch stabiler ist und dazu international bewacht … (°!°)

Raphae1
11
13.1.2012, 11:36

Ich verstehe. Opium-Felder werden zerstört und deshalb ist die Produktion um 60% gestiegen?

aleph
12
13.1.2012, 13:04

Verbrechen werden bekämpft und deswegen steigen Verbrechensraten?

ebene600
00
13.1.2012, 10:37
outsourcing

nennt man das

Martin Müller10
 
02
13.1.2012, 09:36
Wer sagts denn, zumindest wirtschaftlich kommt Afghanistan

auf die Beine ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.