Südafrikas Präsident drängt auf ständigen Sitz für Afrika: 70 Prozent der Themen des Sicherheitsrates betreffen den Kontinent
New York - Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma
sieht Afrika bei den Vereinten Nationen eindeutig benachteiligt. "Wir
sind unterrepräsentiert", sagte der Politiker am Donnerstag im
UNO-Sicherheitsrat in New York. "In diesem Rat gibt es keinen
ständigen Sitz für ein afrikanisches Land, obwohl 70 Prozent der
Themen dieses Rates Afrika betreffen."
Südafrika dringt seit Jahren wie auch Deutschland auf einen
ständigen Sitz im mächtigsten UNO-Gremium. Derzeit sind beide für
zwei Jahre nichtständige Mitglieder, müssen den Sicherheitsrat in
knapp zwölf Monaten aber wieder verlassen. Auch andere Staaten wie
Japan, Indien und Brasilien oder auch Nigeria bewerben sich für einen
ständigen Sitz. Die Chancen für eine Reform sind aber gering.
"Neue Konstellation"
"Wir brauchen eine neue Konstellation", sagte Zuma. "Beteiligung
ist die Grundlage jedes demokratischen Systems. Mehr als eine
Milliarde Afrikaner sind aber kaum repräsentiert." Zuma war in New
York, weil Südafrika in diesem Monat die Präsidentschaft des
Sicherheitsrates innehat.
Der Auftritt Zumas war mit Neugier erwartet worden, weil es in den
vergangenen Monaten zu Spannungen zwischen den Vereinten Nationen und
der Afrikanischen Union, in der Südafrika ein Schwergewicht ist,
gekommen war. Die Südafrikaner hatten noch eine Resolution vorgelegt,
in der alle Parteien ihren Willen zur Zusammenarbeit betonen.
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon bezeichnete die Afrikanische Union
als "strategischen Partner, mit dem wir die Werte teilen und die
Zusammenarbeit vertiefen wollen". (APA)