Scheidender Gouverneur hatte Freilassung angeordnet - Auch 14 Mörder sollten freikommen
Washington - Der US-Bundesstaat Mississippi hat eine
umstrittene Massenbegnadigung vorerst gestoppt, bei der auch 14
verurteilte Mörder auf freien Fuß kommen sollten. Der
Generalstaatsanwalt Mississippis, Jim Hood, erklärte am Mittwoch, die
von Ex-Gouverneur Haley Barbour angeordneten Begnadigungen von rund
200 Häftlingen müssten überprüft werden und seien vermutlich
ungültig. Barbour habe sich nicht an die Vorgabe gehalten, wonach
Gefangene 30 Tage vor der Begnadigung öffentlich um Vergebung bitten
müssen.
Hood sagte dem Nachrichtensender CNN, der Gouverneur habe mit
seiner Entscheidung gegen die Verfassung von Mississippi verstoßen.
"Viele, wenn nicht die meisten dieser sogenannten Begnadigungen
werden null und nichtig sein", sagte er. "Wir müssen die Unordnung
aufräumen, die er hinterlassen hat."
Empörung
Die Bevölkerung des Südstaates hatte mit Empörung aufgenommen,
dass unter den Begnadigten auch zu lebenslanger Haft verurteilte
Mörder waren. Zudem sollen einige der Männer in den vergangenen
Jahren während ihrer Haft im Haus des republikanischen Gouverneurs
gearbeitet haben.
Der Großteil der betroffenen Straftäter sei aus medizinischen und
anderen Gründen bereits entlassen worden, erklärte dagegen Barbour,
der die Begnadigungen in den letzten Stunden seiner Amtszeit
angeordnet hatte. "Meine Entscheidung, Gnade zu gewähren, basierte in
mehr als 90 Prozent der Fälle auf den Empfehlungen den
Bewährungskommission."
Ein Gericht in Mississippi entschied am Mittwochabend, dass das
Verfahren zur Freilassung von 21 Häftlingen ausgesetzt werden müsse.
Vier verurteilte Mörder sowie ein wegen bewaffneten Raubes
verurteilter Mann, die bereits auf freien Fuß gesetzt worden waren,
müssen sich bis zur endgültigen Klärung täglich beim Gefängnis
melden. (APA)