Ljubljana auf Rechtskurs

12. Jänner 2012, 19:57
  • Artikelbild
    foto: reuters/zivulović

    Trickste seinen Kontrahenten aus: Expremier Janez Janša.

Politische Instabilität verschärft Budgetkrise

Ljubljana/Wien - Der Etappensieger auf dem Weg zu einer neuen slowenischen Regierung heißt Janez Janša. Der konservative Expremier und bisherige Oppositionsführer vereitelte mit Verhandlungen hinter den Kulissen und geschickter Taktik die Bestätigung des designierten Premiers Zoran Janković durch das Parlament.

Der linksgerichtete Laibacher Bürgermeister, der mit seiner Partei Positives Slowenien überraschend die Parlamentswahl vom 4. Dezember gewonnen hat, steht nun wie ein politischer Anfänger da. Er kann sich nicht darauf ausreden, dass die liberale Bürgerliste des ehemaligen Janša-Ministers Gregor Virant im letzten Moment aus der vereinbarten Koalition absprang, weil er nicht einmal alle Stimmen von den übrigen Koalitionspartnern erhielt.

Janša zielt nun nach eigenen Worten auf eine Koalition ab, die mindestens 50 der 90 Sitze in der Nationalversammlung hat. Neben der Pensionistenpartei DeSUS will er auch die Sozialdemokraten des bisherigen Premiers Borut Pahor ins Boot holen. Derzeit hat er mit seiner Demokratischen Partei, der Volkspartei, dem christdemokratischen Neuen Slowenien und der Bürgerliste nur 44 Stimmen, zwei weniger als die Mehrheit.

Laut Verfassung muss der Staatspräsident innerhalb von 14 Tagen entweder den bisherigen oder einen neuen Premierskandidaten nominieren, aber es können auch mindestens zehn Abgeordnete einen Vorschlag machen. Dann muss innerhalb von sieben Tagen abgestimmt werden. Verfehlen die Kandidaten die absolute Mehrheit, genügt in einem dritten Anlauf die Mehrheit der anwesenden Abgeordneten. Letzter Ausweg wären Neuwahlen, die aber niemand will.

Wird die Links-rechts-Blockade nicht überwunden, droht Slowenien weitere Instabilität und damit eine Verschärfung der schweren Budgetkrise, weil dringliche Reformen nicht zustande kommen. Deshalb wollen Janša und Janković, wiewohl erbitterte Gegner, das Mehrheitswahlrecht einführen. Für die notwendige Verfassungsmehrheit brauchen sie aber noch eine dritte Partei. (Josef Kirchengast/DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2012)

Bolek
20
13.1.2012, 17:43

Die Kommunisten unter der Führung von Ex-Parteivorsitzenem Milan Kucan versuchen mit allen Mitteln den Blefer und Betrüger Zoran Jankovic zum Parlamentspräsidenten zu küren.
Jetzt versuchen die auch Demonstration zur Unterstützung des Jankovic, vor dem Parlament zu organisieren.

boris b.
21
13.1.2012, 11:16
Märchen

Die Wahrheit schaut anders aus.
Slowenien wird immer mehr zu einer Bananenrepublik. Die USA einfach sagen nicht Jankovic sondern Jansa.
And that's it!
Demokratie a la USA und Jansa als einfacher Diener.
Yuk.

Janez Puh - Johann Puch
00
13.1.2012, 17:01

Hört sich an wie eine typische Balkanverschwörungstheorie...

boris b.
00
14.1.2012, 10:34
Naivität

Sagt Ihnen der Name Joseph Mussomeli was?
Warum wurde der USA Besuch von Samuel Zbogar plötzlich abgesagt?

Janez Puh - Johann Puch
00
17.1.2012, 16:19
Verschwörungstheorie

Naja, glauben Sie von mir aus Ihre YU-Version die für mich klingt wie von anno dazumal... Welcher Slowene kennt den vorlauten Herrn Botschafter nicht, weshalb ich Ihre komische Frage dennoch nicht verstehe...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.