UN-General ruft zu mehr Unterstützung auf

12. Jänner 2012, 19:30

Wiederaufbau nach Erdbeben vor zwei Jahren nur schleppend

New York - Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Verstärkung der Hilfsanstrengungen aufgerufen. Die internationale Gemeinschaft müsse ihre "vitale Unterstützung" fortsetzen, erklärte Ban am Donnerstag in New York zum zweiten Jahrestag der Katastrophe. Er würdigte die Anstrengungen der Regierung und der Bevölkerung Haitis beim Wiederaufbau ihres Landes und erinnerte an die 200.000 Opfer des Bebens, darunter auch mehr als hundert UN-Mitarbeiter.

Das Erdbeben der Stärke 7,0 hatte am 12. Jänner 2010 die Hauptstadt Port-au-Prince weitgehend zerstört und hunderttausende Menschen obdachlos gemacht. Große Fortschritte seien erreicht worden bei der Beseitigung der Trümmer und der Unterbringung von Obdachlosen, erklärte Ban. Doch seien viele Haitianer noch immer auf internationale Hilfe angewiesen. In einem Telefongespräch mit Haitis Präsident Michel Martelly versicherte er am Mittwoch die anhaltende Unterstützung der Vereinten Nationen, wie Bans Büro erklärte.

Martelly hatte bei einer Ansprache am Mittwoch vor dem immer noch zerstörten Präsidentenpalast in Port-au-Prince versprochen, er werde die Menschen aus den Notlagern holen. "Ich werde Euch aus diesen Zelten bringen. Ihr werdet unter würdigen Bedingungen in eure Heimatviertel zurückkehren", sagte der im vergangenen Mai zum Präsidenten gewählte frühere Karnevalssänger. Was andere nicht in 20 Monaten geschafft hätten, werde er in drei erreichen, versicherte Martelly.

Ein Vertreter der staatlichen US-Hilfsorganisation USAID verwies auf bedeutende Fortschritte beim Wiederaufbau. Die Hälfte der Trümmer sei beseitigt worden und im vergangenen Jahr sei die Wirtschaft des Karibikstaates um sechs Prozent gewachsen, sagte Mark Feierstein. Zudem seien tausende Menschen aus provisorischen Zeltlagern in dauerhaftere Unterkünfte umgesiedelt worden, doch lebten weiterhin mehr als eine halbe Million Menschen in Zelten. Das sei zu viel. (APA)

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