Wiederaufbau nach Erdbeben vor zwei Jahren nur schleppend
New York - Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in
Haiti hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Verstärkung der
Hilfsanstrengungen aufgerufen. Die internationale Gemeinschaft müsse
ihre "vitale Unterstützung" fortsetzen, erklärte Ban am Donnerstag in
New York zum zweiten Jahrestag der Katastrophe. Er würdigte die
Anstrengungen der Regierung und der Bevölkerung Haitis beim
Wiederaufbau ihres Landes und erinnerte an die 200.000 Opfer des
Bebens, darunter auch mehr als hundert UN-Mitarbeiter.
Das Erdbeben der Stärke 7,0 hatte am 12. Jänner 2010 die
Hauptstadt Port-au-Prince weitgehend zerstört und hunderttausende
Menschen obdachlos gemacht. Große Fortschritte seien erreicht worden
bei der Beseitigung der Trümmer und der Unterbringung von
Obdachlosen, erklärte Ban. Doch seien viele Haitianer noch immer auf
internationale Hilfe angewiesen. In einem Telefongespräch mit Haitis
Präsident Michel Martelly versicherte er am Mittwoch die anhaltende
Unterstützung der Vereinten Nationen, wie Bans Büro erklärte.
Martelly hatte bei einer Ansprache am Mittwoch vor dem immer noch
zerstörten Präsidentenpalast in Port-au-Prince versprochen, er werde
die Menschen aus den Notlagern holen. "Ich werde Euch aus diesen
Zelten bringen. Ihr werdet unter würdigen Bedingungen in eure
Heimatviertel zurückkehren", sagte der im vergangenen Mai zum
Präsidenten gewählte frühere Karnevalssänger. Was andere nicht in 20
Monaten geschafft hätten, werde er in drei erreichen, versicherte
Martelly.
Ein Vertreter der staatlichen US-Hilfsorganisation USAID verwies
auf bedeutende Fortschritte beim Wiederaufbau. Die Hälfte der Trümmer
sei beseitigt worden und im vergangenen Jahr sei die Wirtschaft des
Karibikstaates um sechs Prozent gewachsen, sagte Mark Feierstein.
Zudem seien tausende Menschen aus provisorischen Zeltlagern in
dauerhaftere Unterkünfte umgesiedelt worden, doch lebten weiterhin
mehr als eine halbe Million Menschen in Zelten. Das sei zu viel. (APA)