Gesundheitsreform

Schonungslos entmachten

Kommentar | Gerald John , 12. Jänner 2012, 18:55

Überkapazitäten existieren im Gesundheitssystem ebenso wie Unterversorgung

In diesem Fall liegt das sonst mit Vorsicht zu genießende Volksempfinden richtig: Drei Viertel der Leute glauben, dass im Gesundheitswesen die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut - und beschreiben damit exakt ein System, in dem aneinander vorbeigewirtschaftet wird.

Überkapazitäten existieren da ebenso wie Unterversorgung. Krankenhäuser in Steinwurfweite machen einander Konkurrenz, es gibt zu viele Spitalsbetten, aber zu wenige ortsnahe Ordinationen und Fachärzte in Spezialbereichen. Patienten werden hin- und hergeschickt, doppelt behandelt, mit Bürokratie belästigt und, und, und.

Logische Konsequenz wäre eine schonungslose Zentralisierung inklusive Entmachtung der für die Spitäler zuständigen Bundesländer. Zwar sind die mancherorts gestarteten Reformen löblich, packen das Problem aber nicht an der Wurzel. Österreich wäre überschaubar genug, um mit einer Hand Leistungen und Angebote zu verteilen, statt neun Länder und noch mehr Krankenkassen gegeneinander werken zu lassen. Wer den Bürgern das Steuergeld abknöpft, sollte auch bestimmen, wofür es ausgegeben wird.

Angesichts der realen Machtverhältnisse, die SPÖ- und ÖVP-Chef von ihren Landesparteien abhängig machen, ist das jedoch wie der Traum vom warmen Eislutscher. Schon eine zentrale Koordinierung mit Sanktionsmechanismen wäre da eine Revolution. Gelingt sie nicht, wird auch diese Regierung ihren hehren Sparzielen nachrennen. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.01.2012)

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arch11
00
31.1.2012, 12:44
einer schiebt die kosten dem anderen zu

die aussage im interview mit herrn thomas czypionka,
falls sie so getan wurde,weist erschreckende ahnungslosigkeit betreffs der interessen der
sozialversicherung und der spitalserhalter über die kostenverteilung auf.mitnichten ist es den beiden "sekundär" wo die patienten behandelt werden, ganz im gegenteil das PRIMÄRE interesse ist genau das,weil nämlich an der versorgenden stelle die kosten anfallen.da die kostenübernahme durch die sozialversicherung bei ambulanten leistungen von öffentlichrechtlichen spitälern gedckelt ist,haben die sv. ein interesse daran,dass leistungen ebendort erbracht werden (wie umgekehrt die spitalserhalter-länder genau das gegenteil wollen).um dieses dilemma zu umgehen wäre eine zentrale mittelvergabe sinnvoll.

TheSkinny
10
13.1.2012, 18:50
ehrlich.

dass diese, immer wieder gegen den wind geworfenen und sich wiederholdenden, phrasen über unser gesundheitssystem überhaupt irgendwelche reaktionen hervorrufen, grenzt an ein wunder.
für mich hat diese kolumne "Österreich"- aber auch österreichniveau. mehr nicht, leider.

byron sully
00
13.1.2012, 17:35

ich halte das mit zu vielen spitalsbetten für unsinn, weil ein überangebot immer besser ist als ein unterangebot. hier sollte nicht gespart werden.

wofür wir aber neun landeskrankenkassen und jede menge anderer krankenkassen brauchen, ist mir schleierhaft. eine für unselbständige und eine für selbständige sollten reichen.

mika33
00
13.1.2012, 15:24
Das mit den Überkapazitäten ist Unsinn.

... und der ewige Glaube dass zentralisieren alles biliger macht ebenso. Das AKH ist ein Riesen-Moloch, das größte Krankenhaus Europas, soviel ich weiß. Ist daran irgendwas effektiv?

Wieso gibt es bei jeder Ambulanz immer wieder mehrstündige Wartezeiten? Achso, wegen der Überkapazitäten....

die Filzlaus
01
13.1.2012, 11:34
Und bitte die GKK nicht vergessen!

Superschlau
04
13.1.2012, 09:35
Schafft die Landesregierungen ab!

Sind doch nur Spielplatz für egozentrische Landespolitiker, die mit Geld um sich werfen, dass sie nicht selbst eintreiben müssen.

https://www.facebook.com/#!/group.... 3312255608

higgs - wozu?
11
13.1.2012, 09:00
das gesundheitswesen

sollte mal vorrangig dem gemeinwohl dienen - wenn man es als gewinnorientiertes unternehmen führt wird der profit über das gemeinwohl gestellt und das gesundheitswesen kann seinem zweck gar nicht mehr dienen, denn jetzt werden ärztestellen abgebaut, es wird gespart, gekürzt und die qualität vernachlässigt um den profit zu steigern - mmn. legen wir hier die komplett falsche vorgehensweise an den tag, vermutlich auf zuruf der pharmalobby

The Chaos Path
00
13.1.2012, 13:57

was abe rnicht erklärt, weshalb x verschiedene krankenkassen nötig sein sollen; gkk für jedes bundesland, bva, selbstständige, bauern, eisenbahn/bergabau... hab ich eine vergessen? hat irgendeine davon überhaupt über 1 million versicherte? (ich weiss, google hilft^^)

da hat jede der versicherungen ihre eigene verwaltung, einkauf, etc.pp. für grad einmal ein paar hunderttausend versicherte - im besten fall. wenn das keine geldverschwendung ist, dann weiss ich auch nicht was.

Dagmar Rehak Wien
 
00
13.1.2012, 11:09

Du meinst also ernsthaft, 1. mehr "tun" ist besser für's Gemeinwohl und 2. die Pharmalobby will weniger Gewinne machen?

D S
01
13.1.2012, 09:47
???

wie soll denn die pharma lobby davon profitieren, wenn gespart wird...???

Inno Vision
 
04
13.1.2012, 08:57
wo war meine Leistung 357000 euro/monat

in Ausbildung, in Anwesenheiten, in tatsächlich erbrachter Leistung im Verhältnis zum verdienten Geld, könnte man sich nach den Kurier Medienberichten über Primar M. Zimpfer AKH Wien fragen.
Dieser Spitzenmediziner durfte ja nicht mehr arbeiten und hat für ca 4 Jahre 20 Millionen Euro Ersteklassegebühren vor Gericht eingefordert.
Pro Jahr also 5 Millionen Zulagen - eh klar dass da die geschätzten 17 000 Euro im Monat an Gehalt untergehen.
5 Millionen/14 = 357 142 Euro/Monat Ersteklassegebühren.
Deshalb kommt man als Nichtklassepatient in vielen Krankenhäusern nicht zum Zug.
Dass man darüber nicht einmal diskutiert zeigt die Unmoral der offenbar unterwürfigen unfähigen Verantwortlichen in der Spitalsverwaltung und Gesundheitspolitik.

E. Pagliacci
01
13.1.2012, 08:56

Das ist jetzt die (gefühlte) zehntausendste Meldung, aus der hervorgeht, dass die legislative Zerklüftung Österreichs die wesentlichste Reformbremse ist. Es ist mittlerweile völlig egal, um welches Thema es geht. Jedesmal erweisen sich die neun Bundesländer als massiver Störfaktor und Ursache gröbsten Unfugs.

Daher bin ich wieder einmal der Meinung, dass die Bundesländer abgeschafft gehören. Auch wenn die Österreich-Chauvinisten keck mit der Folklorefahne winken.

christian waldner
00
13.1.2012, 08:08
konkurenz

die Krankenversicherung soll Behandlungen auch im Ausland ganz einfach bezahlen.
dann gibt es keine Patienten mehr sondern Kunden.
im Grunde bin ich ja der beitragsbezahler und seh daher nicht ein dass eine Leistung die im Ausland wesentlich billiger angeboten wird nicht übernommen wird.

Peter G
01
13.1.2012, 09:07
Patient als Kunde ? Gesundheit als Ware ?

Marktwirtschaftliche Prinzipien sind ja grundsätzlich in Ordnung.

Ich meine nur, dass es nicht ungefährlich ist, im Gesundheitsbereich volle, unbeschränkte Marktwirtschaft einzuführen.

Da könnte ja schnell jemand auf die Idee kommen, dass Gesundheitsbehandlungen NUR mehr ökonomisch entschieden werden, und nicht nach gesundheitlichen Aspekten.

Z.B. Operation für einen 79ig-jährigen.
Gesundheitlich sinnvoll (z.B. Grauer Star, deutliche Verbesserung der Lebensqualität); wird aber aus ökonomischen Gründen nicht gemacht .... der lebt ja eh nicht mehr lange ......

mfgmfg
10
13.1.2012, 15:14
Obwohl ich hohe Beiträge zahle

darf ich mich bei den wenigsten Ärzten als "Kunde" fühlen.

dieDritteGeneration
01
13.1.2012, 09:47

Zum Teil wäre das schon vernünftig. Ein ganz erheblicher Teil der Krankenversorungskosten eines Menschen entstehen in seinem letzten Lebensjahr. Man sollte sich schon mal überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, schwerkranken 90-Jährigen noch mit enormem Mitteleinsatz das Leben um ein paar Monate zu verlängern oder ob man ab einem gewissen Alter und Gesundheitszustand nicht lieber der Natur ihren freien Lauf lassen soll.

die Filzlaus
11
13.1.2012, 11:41
Der Ansatz ist schon richtig.

nur würde ich nicht alte leute als beispiel nehmen sonder die jenigen die jahrelang auf Kur gehen und nach der Kur wo weitermachen wie bisher.
Beispiel bei Dickleibigkeit: In einem 5 wöchigen Kuraufenthalt wird der Mensch professionell rund erneuert. nach schon wenigen Wochen fällt er in sein altes Essschema zurück und fährt ein Jahr später wieder auf eine 5 wöchigen Kur. Warum? Weils eh egal ist.

Peter G
00
13.1.2012, 10:01
Wer entscheidet das dann ?

Wollen Sie "Gott" spielen ?

Oder soll ich das tun ?

Oder irgendwelche beamteten Bürokraten ?

Sie begeben sich da auf ein äußerst gefährliches Feld !

PS:
Ihre Kritik an der - ich nenn' es mal so - "Maschinengesundheit" ist allerdings nicht unberechtigt.

Gerhard Grabner
00
12.1.2012, 19:52
Ambulanzen unterversorgt!

Solange in Spitalsambulanzen Wartezeiten von 3 h, im AKH Wien habe ich auch schon 5h erlebt, komme mir keiner und sage etwas von Überversorgung. die Ärzte dort rennen siich die Füße aus dem Leib, und doch ist nueman versorgt, weil ein Arzt/Ärztin für eine ganze Station+volle Ambulanz einfach zu wenig ist.

rasenmähermann
00
13.1.2012, 01:05

In die Ambulanzen im AKH Wien kommen aber auch genug Leute weil ihnen ad hoc nichts besseres einfällt.

Martin Müller10
 
07
12.1.2012, 19:31
Solange größenwahnsinnige Landeskaiser ihre Lieblingsgemeinden

mit Spitälern zupflastern und zig verschiedene Krankenversicherungen bestehen wird sich da nichts ändern. Bundesländer abschaffen, Krankenversicherungen zusammenlegen ist der einzige Weg.

MC24
02
12.1.2012, 21:27
nur mehr eine Krankenkasse

Die Verwaltung dieser einen Kasse sollte aber nicht in Wien sitzen, sondern in Salzburg oder Linz oder sonstwo angesiedelt sein.

ordinaryvan
00
13.1.2012, 14:37

schlage vorarlberg vor. die vergangenheit zeigt, dass die am ehesten noch rechnen können.

supersepp
00
13.1.2012, 11:01
deswegen sind die landeskassen

wohl schon in ordnung - die spartenkassn gehören endlich weg.

der burli
24
12.1.2012, 19:16
ja. gesundheitssystem zentral-objektiv planen und nur das nötigste lokal verwalten. und bitte nur mehr EINE gesetzliche krankenkasse!

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