Zu früh gefreut

Kommentar | Lukas Sustala
12. Jänner 2012, 19:13

Die EZB ist nicht aus dem Schneider

Als europäischer Wirtschaftspolitiker kann man das Prinzip Hoffnung dieser Tage gar nicht hoch genug halten. Nun wurden gleich zwei Schuldenstaaten an einem Tag an den Kapitalmärkten mit Geld statt Watschen überschüttet. Das riecht geradezu nach erfolgreicher Krisenbekämpfung. Speziell Spanien erfreute sich trotz niedrigerer Zinsen einer großen Nachfrage von Investoren.

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, nutzte die gute Investorenlaune: Er verkündete nach der donnerstäglichen Zinssitzung mit stolzgeschwellter Brust, dass die jüngste Maßnahme der EZB (489 Milliarden Euro Kredit an Europas Banken über drei Jahre) effektiv sei. Die Kreditklemme sei damit wohl verhindert.

Der Italiener an der Spitze der Zentralbank ist etwas früh dran. Europas Politiker dürfen erst durchatmen, wenn Italien über den Schuldenberg ist. Der wirkliche Test sind dabei milliardenschwere Finanzierungslücken in den kommenden Monaten. Wenn das Land mit strukturellen Maßnahmen Investoren überzeugen kann, auch langfristig Geld zu leihen, wird die Entspannung folgen. Doch diese Aufgabe wird angesichts der drohenden Rezession nicht einfacher.

Die EZB ist nicht aus dem Schneider. Wenn das technokratische Experiment der ökonomischen Wiederbelebung Italiens nicht gelingt, muss Draghi Ernst machen. Dann bleibt nur noch die direkte Staatsfinanzierung - oder das Aus für die Eurozone in ihrer jetzigen Form. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.1.2012)

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12 Postings
oiso, i find des supa

die ezb verleiht dreijahresgeld um 1% an die banken, die es um 3,4 bzw. 2,7% an staaten leihen, die "schmerzhafte einschnitte" vollziehen müssen.

wer jetzt noch immer nicht erkennt, dass dieses geldsystem der größte gewerbsmäßige betrug der weltgeschichte ist, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Na,

dann wirf's weg, dein Geld!

Wirst ja wohl nichts Betrügereien zu tun haben wollen...!

.

jaja.

und jetzt geh wieder leistungstragen spielen.

Immer von den billigen Plätzen

vorkeppeln und dann, wenn man aufgefordert wird, Flagge zu zeigen, wegducken und kneifen...!

.

Stimmt so und auch nicht !

Die Banken leben davon das das Geld zirkuliert, das tut es aber genau in Italien und Spanien nicht, da die Privathaushalte und Kein u. Mittelbetriebe Überschuldet sind. Deswegen die Banken zum nichtstun zu verpflichten ist gefährlich da die Gefahr besteht das negative Passiva eine Kapitalerhöhung mit sich bringt, aber kein Kapital dafür vorhanden ist.
Das Modell der Anleihen hilft das öffenliche Förderungen mit Hilfe der Banken wieder in Angriff genommen werden können.

nope.

in dem fall ist das glasklar, die 22 mrd dienen zur refananzierung der staatsschulden.
http://derstandard.at/132624911... -EZB-Hilfe

warum daran private (und das mittlerweile ohne jedes risiko) mitschneiden sollen, während im sozialbereich gespart wird und löhne gekürzt werden, ist schlicht nicht einzusehen.

Richtig..........

Jetzt sind Sie und ich zum wahren Problem gekommen, nämlich der politische Faktor.

Wo kein Wille, da kein Weg, und der politische Wille fehlt fast überall.

Da sind Ideologische und Parteipolitische Interessen oftmals wichtiger als das Gesammtwohl des Staates. Permanent wird auf Korruption Pflichtversäumniss vieler Politiker hingewiesen, aber die Parteien haben kein Interesse diese schwarzen Schafe aus Ihren Reihen zu werfen, da die Justiz ( es gilt die Unschuldsvermutung ) in politischer Hand ist.

Fazit: Also es ist nicht das System was schlecht ist ( Alles ist verbesserbar ) sondern wie so oft die menschliche Komponente.

abermals nope.

die politikerdarsteller (mir fällt jedenfalls in bananistan derzeit kein echter politiker ein) sind marionetten des finanz"adels", wie man anläßlich der neujahrsbefehlsausgabe beim sauschädelessen sehr schön beobachten konnte.

und das ist ein systematischer fehler.

Ja mit schlechtreden und Pessimismus

kommt man aus der Kreditklemme raus, gell?
Wann wird mal gezeigt wie die USA mit einem Produktivitätswachstum unter dem OECD Durchschnitt (ja sogar manchmal schlechter als GRIECHENLAND) bei weitem nicht in die Enge gedrängt wird wie europäischen Länder. Leider Medien mit deren Unprofessionalität haben die europäische Krise nur mehr verschärft. Statt kritisch hinterfragen und vergleichen, nur niedermachen und schlechtreden. Echt gut gemacht!

Ich finde, die EZB hat mit ihrer Geldspritze in die Banken ja nix anderes versucht zu erreichen, als QE. Aufgrund ihres Mandats kann sie dies halt nicht direkt durch den Kauf von Staatsanleihen machen, sondern muss einen Umweg gehen, indem sie die Banken motiviert diese zu kaufen.

Ich teile die Skepsis des Kommentars, eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, aber es könnte schon hinhauen. Hoffentlich. Denn ich fürchte eine direkte Intervention der EZB würde am deutschen Widerstand scheitern, und dann wären wir wieder mal am Rande des Abgrunds (wie im November), oder sogar einen Schritt weiter...

blöder kommentar. da kann ich mir argumente sparen.....

Kann ich nur zustimmen

leider Leute die keine Ahnung haben und kaum wirtschaftliche Kenntnisse besitzen (wie der Herr Sustala) vermießen ständig die Stimmung. Klar da bleiben Investoren weit weg. Leute fahren nicht mehr nach Griechenland im Urlaub und dann wird noch so stolz geschimpft: "die werden sich nie erholen" "die sind Pleite" "sind nicht so virtuös wie wir" ... ja wo sollen die das Geld her wenn deren Wirtschaftszweige kaputt geredet werden? Wenn die keine leistbare Kredite für Investitionen bekommen?
Diese mieße Stimmung breitet sich aus wie ein Lauffeuer und dann kommt es zur selbsterfüllende Prophezeihung. Wenn dann die Federn fliegen zahlt auch Österreich, dann hat auch Österreich ein Problem, was diese möchtegern Experten nicht mal verstehen.

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