An 25 Jahre einer Jugendkultur-Mode erinnert der "Club Hot Shit!" am Samstag im Wiener Fluc
Spätestens
als sich die britische BBC im Jahr 1988 strikt weigerte, die aktuelle
Nummer drei der UK-Single- und Nummer eins der US-Dance-Charts durch den
Äther zu jagen, war klar, dass hier eine Jugendkultur stark im Kommen
ist.
Stein des Anstoßes war die Nummer We Call It Acieed des
Dance-Projekts D Mob. Der Track erlangte insofern besondere
Aufmerksamkeit, als er als kommerzielles Aushängeschild der damals
massiv über die Insel gekommenen Acid-House-Welle galt und
Großbritanniens Eltern dabei zunehmend bemerken mussten, dass das
Tanzverhalten der Teenager direkt mit dem Konsum von LSD vulgo Acid und
kurze Zeit später auch MDMA vulgo Ecstasy verbunden war.
Die
euphoriebringenden Substanzen gaben dem frisch aus Amerika
herübergeschwappten Acid-House-Genre den Namen. Wobei das Verbot, das
auch eine Kampagne der Sun mit sich zog, freilich exakt den
gegenteiligen Effekt bewirkte: 1988 schossen die britischen
Piratensender aufgrund mangelnder medialer Plattform nur so aus dem
Boden.
Ein debil grinsender Smiley wurde zur grafischen Ikone der
Bewegung, wie auch D Mobs dazugehöriges Musikvideo mit seinen debil
tanzenden Smiley-Köpfen signalisierte. Die Acid-House-Welle flachte zwar
gegen Ende des Jahrzehnts relativ schnell wieder ab, hinterließ jedoch
mit ihren repetitiv-minimalistischen Beats Spuren in der Ästhetik der
nachfolgenden elektronischen Tanzmusik.
An das 25-jährige Bestehen des
Genres erinnert der Club Hot Shit! am Samstag im Wiener Fluc. Die
früh davon infizierten Wiener Auflegveteranen Sirius & Darktunes
geben die fachkundigen DJ-Gäste, den Rest besorgen die Hosts Jenny Yohn
& Giorgio sowie Moogle. (lux / DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2012)