Scharfe Rüge des Europarates

12. Jänner 2012, 17:41

Brief von Menschenrechtsbeauftragtem Hammarberg an Außenminister

Straßburg - Der Europarat hat die rechtskonservative ungarische Regierung von Viktor Orban eindringlich zur Achtung von Meinungs- und Religionsfreiheit aufgefordert. Man sei "ernsthaft besorgt" über Einschränkunken der Unabhängigkeit der Justiz, der Meinungs- und der Religionsfreiheit, heißt es in einem am Donnerstag in Straßburg veröffentlichten Brief des Menschenrechtsbeauftragten des Europarats, Thomas Hammarberg, an den ungarischen Außenminister Janos Martonyi.

Der schwedische Menschenrechtsexperte Hammarberg verwies auf das neue Gesetz über Gewissens- und Religionsfreiheit, das zahlreichen Glaubensgemeinschaften den Status als Kirche entzieht. Um den Kirchen-Status mit den entsprechenden Vorteilen wiederzuerlangen würden den Glaubensgemeinschaften "schwerwiegende juristische und administrative Hindernisse in den Weg gelegt", heißt es.

Hammarberg forderte die ungarische Regierung auf, diese erwähnten Grundrechte zu schützen, da sie zu den "Eckpfeilern einer demokratischen Gesellschaft gehören". Ungarn hat sich bei der Aufnahme in die Staatenorganisation 1990 genauso wie alle übrigen 46 Mitgliedsländer dazu verpflichtet, die Konvention für Menschenrechte zu respektieren. (APA)

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15 Postings
Alexander Patjomkin
02
18.1.2012, 15:45
Was hier über Ungarn abgezapft wird ist ein ziemlicher Schwachsinn...

Troz Einschränkungen der anerkannten Religionsgemeinschaften, gibt es in Ungarn immer noch mehr anerkannten RGs als in den meisten EU-Ländern Österreich inbegriffen.
Es wird ein Nachberland in die Kakao gezogen um über die eignen Probleme hinwegschauen zu können. Und die Standard biete dazu ein Forum.
(Zeitung für Leser, nicht aber für Denker)

Bagolyvár
12
16.1.2012, 14:29
Wussten Sie schon,

dass es in Ungarn leichter war eine Religionsgemeinschaft zu gründen, und um diese geht es und nicht um Religion, als einen Verein? Glauben können sie noch immer was sie wollen, ungehindert! Keine Vereinsstatuten wie eben bei einem Verein, keine Glaubenslehre wie bei einer Religion, hundert Unterschriften waren nur nötig und schon ging es los: die Steuerfreiheit brach aus! Geschickt gemacht waren sogar staatliche Förderungen fällig. Es lebe die Glaubens und Religionsfreiheit!

peak oil
10
14.1.2012, 08:27
viktor orbán

versucht halt krampfhaft, die jobbik rechts zu überholen, denn andernfalls könnte bald eine jobbik-mehrheit drohen, und dann braucht es wirklich massive sanktionen von eu, usa, uno und iwf.

omar chamra
02
13.1.2012, 21:36
In Orbanistan werden zum Beispiel die Methodisten

die eine sehr gute karitative Arbeit leisten nicht anerkannt.
Warum nicht?
Weil Pfarrer Gábor Iványi liberales Mitglied (SZDSZ) des Parlaments war und nicht die völkischen Ideen der herrschenden Kreise teilt.

Bagolyvár
01
16.1.2012, 14:18
Kein guter Anfang!

Der Typ bittet um Gottes Segen für die kommende Republik. Dieser schwerwiegende Fehler ist auch der neuen Verfassung eigen. Was haben wir nicht gejammert und jetzt begeht der Verrat an unseren Prinzipien.

Janosch bacsi
22
13.1.2012, 07:25
Habe schon gestern gepostet

Über 300 "Religionsgemeinschaften" wollen staatliche Subventionen, was natürlich unmöglich finanzierbar ist. Für jede "Spaghettimonster-Sekte" ist wirklich kein Geld vorhanden. Religionsfreiheit ja, aber bitte selbst finanzieren. Die Traditionskirchen (90% der Bevölkerung zugehörig) soll der Staat unterstützen, (Kirchen, Schulen, Denkmäler), die New-Age-Sekten sollen sich gefälligst selbst erhalten. 14 anerkannte Kirchen sind mehr als genug.

Der Zwersch
00
14.1.2012, 10:02

Ach, Kirchen für 90% der Bevölkerung kann der Staat sich leisten, die läppischen 10 % die übrig bleiben nicht?

Dummes Geschwätz.

Bagolyvár
01
14.1.2012, 22:44
Seit wann haben Sie was für Religionen übrig?

paci
13
12.1.2012, 22:09

Bisher in Österreich anerkannte Religionsgemeinschaften: 14
Bisher in Ungarn anerkannte Religionsgemeinschaften: 100
Jetzt in Ungarn anerkannte Religionsgemeinschaften: 14

Kann mir jemand die Aufregung erklären?

Sandor Kocsis
11
13.1.2012, 09:39

ja: Österreichs Beziehungen zum Europarat, Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und die dazugehörigen Kritiken und Verurteilungenan Ö finden Sie in der Rubrik Inland

Nur, weil wir schlecht handeln, müssen es andere auch nicht tun, sondern uns davon überzeugen es besser zu machen

globetrottel
22
12.1.2012, 21:53

Na endlich gibt es Klartext - auch wenn der Europarat nicht gerade die einflussreichste Organisation ist.
Mehr davon , von allen Seiten bitte !

byron sully
22
12.1.2012, 18:23

erfreulich. im unterschied zur EU, die sich anscheinend nur um die banken sorgen macht, spricht der europarat das an, was wirklich in ungarn höchst alarmierend ist.

Goran Markovic
02
12.1.2012, 19:36

Ungarn ist das Versuchstier für die EU.... wenns in Ungarn klappt und es keinen Aufstand gibt, kommen die Orban Klone auch in den anderen EU Staaten.

Pleite sinds ja alle, nicht nur Ungarn.

byron sully
00
13.1.2012, 17:05

seh ich nicht so. ich halte für die derzeitigen versuchstiere eher monti und papademos. dorthin soll der weg anscheinend gehen.

omar chamra
22
12.1.2012, 19:31
Nun hat gestern im BBC Hard Talk EU-Kommissar Rehn

auch die Mediengesetze angesprochen.
Wenn nicht Merkel ihre schützende Hand über Orbán halten würde, wäre sich EU vielleicht etwas früher mit Orbanistan beschäftigt.

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