Papst: Immobilienspekulationen, Einsamkeit und Anonymität Folge der Beschäftigung mit eigenen Bedürfnissen
Vatikanstadt - Papst Benedikt XVI. hat überzogenen
Individualismus als eine der Ursachen für die gegenwärtige
Finanzkrise genannt. Diese sei im Kern eine ethische Krise, sagte er
laut Kathpress beim Neujahrsempfang für den römischen Bürgermeister
Giovanni Alemanno und die Präsidentin der Region Latium, Renata
Polverini, am Donnerstag.
Der Individualismus führe dazu, dass sich der Mensch nur noch mit
seinen eigenen Bedürfnissen beschäftige und die Belange der
Mitmenschen außer Acht lasse. Die Folge einer solchen Mentalität
seien Immobilienspekulationen in den Großstädten, immer größere
Arbeitsbelastungen für junge Menschen sowie Einsamkeit und
Anonymität, sagte Benedikt XVI.
Zugleich rief der Papst die italienischen Politiker zu Solidarität
mit Flüchtlingen und Einwandern sowie Pilgern aus Entwicklungsländern
auf. Es sei ein Gebot der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit, dass
diejenigen, denen es besser gehe, sich um Arme und Notleidende
kümmerten. (APA)