400 Prozent

Zinsen auf Griechen-Bonds immer absurder

12. Jänner 2012, 16:12

Geldgeber verlangen immer absurdere Zinsen, um sich bei kurzfristig laufenden Anleihen zu engagieren

Wien/Athen - Geldgeber verlangen immer absurdere Zinsen, um sich bei kurzfristig laufenden Anleihen des griechischen Staats zu engagieren: Die Verzinsung für ein Jahr laufende Anleihen ("Sekundärmarktrendite") überschritt am Donnerstag zum ersten Mal 400 Prozent, geht aus Daten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg hervor. Die für zehnjährige Papiere verlangten Zinsen liegen etwa bei 34,7 Prozent (jährlich).

Damit gibt es für bestehende griechische Schuldpapiere praktisch keine Käufer mehr, weil der Markt mit einem totalen oder weitgehenden Ausfall der Forderungen rechnet, interpretieren Beobachter die Situation.

In den vergangenen Stunden war immer deutlicher geworden, dass die Umschuldungsverhandlungen mit den Privatgläubigern, von denen ein "Beitrag" von 100 Mrd. Euro erwartet wird, nicht zum gewünschten Erfolg führen werden (siehe auch: Hilfsplan für Griechenland wackelt). Aus diesem Grund brauche Griechenland mehr Hilfen seiner Euro-Partner, erklärte Filippos Sachinidis, Staatssekretär im Finanzministerium.

Die Euro-Staaten hatten im vergangenen Oktober als Bedingung für das zweite Hilfspaket eine Schuldenentlastung durch die privaten Investoren in Höhe von 100 Mrd. Euro verlangt. (APA)

Siehe auch:

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Posting 1 bis 25 von 62
1 2
razor blade
01
19.1.2012, 20:13

peinlicher böldsinn.

die 400 Prozent sind keine Zinsen, die Anleger verlangen. Sondern der Gewinn, den man (aufs Jahr hochgerechnet) jetzt machen kann, wenn man gebrauchte Anleihen kauft, die in Kürze auslaufen. Da die derzeit logischerweise für die Hälfte ihres Nominalwerts am Markt sind, kann man - sollte wider Erwarten der volle Preis ausgezahlt werden - bis zu 133% Gewinn machen. Was auf Jahr hochgerechnet eine REndite von 400% ergibt.

Aber so, wie es im Artikel steht, ist es schlicht falsch und zeugt davon, dass sich der Autor nicht auskennt. Also überhaupt nicht.

Folgendes...
 
01
13.1.2012, 19:18
Also bei den Zinsen ist es eh wurscht, oder?

Einfach sofort erklären, dass man alle Schulden auf 0 setzt und fertig. Höher können die Zinsen für neues Geld dann auch nicht sein... Und die Rückzahlungswahrscheinlichkeit ist danach hoch - schließlich sind sie dann Schuldenfrei |-D

proteus
00
13.1.2012, 12:31
Es gibt keinen Markt mehr für griechische Anleihen

Deswegen ist auch jede Zinssatzberechnung eine Farce. Wie hoch wird wohl das tägliche Volumen sein?

mike sierra
03
13.1.2012, 09:50
Hier die Rendite zu berechnen ist Schwachsinn

GR steht vor dem Haircut bei den Anleihen. Die Verhandlungen sind in der heißen Phase.

Man müsste also eigentlich diese Anleihen vom Handel aussetzen!

UND: Es handelt sich nicht um gezahlte Zinsen auf frisch ausgegebene Papiere.

123155465
00
13.1.2012, 09:11
Also, die EU soll jetzt die Erträge der Hedgefonds sichern...

MUNDI BURLI
01
13.1.2012, 09:05
Mein Vorschlag zur Güte:

MUNDI BURLI
01
13.1.2012, 09:51

Die Schreiber der Griechen-CDS kaufen ihr Papier zum Durchschnittskurs der letzten ? Tage zurück unter Aufsicht und Kontrolle der EZB.
Was den systemrelevanten Schreibern fehlt erwirbt die EZB als Aktienkapital mit zeitlich befristeter Sperrminorität.
Griechenland erklärt sich als zahlungsunfähig.Die Quote wird von EZB festgelegt.
Für die kleinen Sparer gilt Einlagensicherung nach österreichischen Vorbild.

"NEUSTART"

Ja und eh ichs vergess:Das mit den Credit Default Swaps kann nicht so weiter gehen wie bisher, mit Over The Counter im unregulierten außer börslichen Markt.

123155465
02
13.1.2012, 09:09
angenommen

123155465
00
13.1.2012, 08:39
Bei diesem Zinssatz werden die

von der griechischen Regierung bestellten Eurofighter aber ziemlich teuer

arsen hitrach
00
13.1.2012, 08:32
Kredithai

Bei dem Zinssatz ist es vielleicht gescheiter die Griechen gehen zum einem Kredithai, die sind zwar auch teuer, aber die Zinsen würden sich auf max. 50% - 100% belaufen.

max notax
02
13.1.2012, 08:03

Wenn es 100% sicher ist, dass GR seine Schulden (inkl anlaufender Zinsen) nur zu 20-30% bedienen wird, sind diese Zinsen nicht "absurd". Absurd war zuvor die Medienkampagne mit der man uns eintrichtern wollte, dass alles gut wird und wur alternativenlos Geld nach GR pumpen sollen und wir daran noch 5% Zinsen verdienen wuerden. Die Finanzelite kontrolliert die Medienwirklichkeit.Leider noch nicht die Gesetze der Mathematik und Logik.

millimetternich1
17
13.1.2012, 03:03
Das waere DER Moment fuer eine stille Umschuldung!

Jetzt koennten EZB/EFSF griechische Anleihen billigst kaufen. Wenn man genug kaufen kann (40-50% der Gesamtschulden, koennte man heimlich still und leise umschulden).

Das waere deutlich vernuenftiger als den Banken einige hundert Milliarden EUR zu geben, besichert mit Staatsanleihen, i.e. eigentlich dem selben Risiko.

Ist aber wohl zu einfach und wird daher nicht geschehen.

Kritiker1A
00
13.1.2012, 09:38
Wenn man genau hinschaut ist bereits beides geschehen.

1) Hat die EZB schon riesige Mengen Anleihen aufgekauft!
2) Werden diese Kredite gewährt, damit die Banken weiter Anleihen anderer Staaten kaufen (auch wenn man anderes vorgibt), damit wenigstens die anderen Staaten noch Gelder bekommen!

Und der Kurs der alten Anleihen sowie der Zinssatz der neune Anleihen beweisen ja, dass das am Markt bereits längst geschehen ist.
Alles was die EU über ESSF etc. da reinbläst wird vom Markt direkt als Gewinn abgebucht!

Balkanjero
00
13.1.2012, 08:46

100% Richtig

Schade nur dass es dabei nicht um die Interessen der EU-Bürger oder der Griechen geht sondern die Interessen der Privaten gewahrt werden.

max notax
02
13.1.2012, 07:58

Die EZB ist eh nicht soweit weg von 40%. Umschulden bringt aber gar nix, weil GR dies nichtmal bei 0% Zinsen rueckzahlen kann. Man muss Schulden erlassen, und da ist es schon egal ob das Primare durch Banken oder die EZB passiert, am Ende schießt der noerdliche Steuerzahler fast die Gesamtsumme zu durch Bankenrettung oder Rekapitalisierung der EZB. Es gibt keine einfachen Loesungen, wenn man so tief in der Sch... Steckt wie Europa dies tut.

Kritiker1A
00
13.1.2012, 09:43
Die Schulden sind de fakto bereits größtenteils erlassen, dass beweisen die aktuellen Kurse der bereits ausgegebenen Anleihen.

Das Blöde ist nur dass wegen der freiwilligen Verzichtserklärung die Banken/Versicherung einer Entlastung gar nicht zustimmen können weil sonst die Ausfallversicherung nichts bezahlen!

Und da bei der Schuldenentlastung auch viele Versicherung durch den Schuldenerlaß einerseits und die fälligen Ausfallsversicherungen andererseits belastet würde, steht zur Zeit eben Alles still.

Aber was solls, wenn Du als Privater Schulden mit neuen Schulden zurückbezahlts, dann sitzt du beim zweitem Versuche wegen Betruges im Knast, und das sollte hier auch endlich einmal aktiviert werden.
Es ist und war Betrug der Griechen hier neue Schulden zu machen, im Wissen diese nicht begleichen zu können.

207
00
13.1.2012, 08:34

Diejenigen, die seinerzeit zu fast 100% des Nominalwerts gekauft haben, mussten die Abschreibungen ohnehin schon durchführen (oder haben die Verluste per Verkauf sogar schon realisiert), und diejenigen, die in den letzten zwei Jahren gekauft haben, fallen eh nicht so tief (außerdem mussten die sich des Risikos ja nun wirklich bewusst sein). Deswegen halte ich eine 100% Rückzahlung für Unsinn - und wegen GR wird der europäische Bankensektor nicht untergehen (bei ES oder IT wäre das schon was anderes).

Lieber wie der Vorposter vorgeschlagen hat: die EZB jetzt zu ca 40% möglichst viel aufkaufen, und den Griechen dann 50% des Nominalwerts erlassen (und GR dafür unter de facto Zwangskuratell stellen).

clearlake
00
13.1.2012, 09:50
wird langfristig nicht helfen....

wie wollen sie die löhne und preise in der Währung Euro drücken? Und nur dann können die Griechen wirklich neu anfangen! Faktisch unmöglich!
Es sei denn sie verstehen unter "Kuratell" eine permanente Subvention des Landes durch andere EU Staaten mit gleichzeitiger Entmachtung der lokalen Gesetzgebung.....

207
00
13.1.2012, 11:16

Bezüglich Löhnen und Preisen werden sich die Griechen an die europäische Durchschnittsproduktivität anpassen müssen, um auch die durchschnittlichen Löhne Europas erreichen (bzw finanzieren) zu können.

Wenn sie das nicht wollen/können, werden sie mittelfristig sowieso aus der EURO-Zone ausscheiden müssen. Nur dass das nach einem Schuldenschnitt sicher in einem wesentlich geringeren Desaster geschehen könnte als es jetzt der Fall wäre.

Mir ist schon klar, dass ein Schnitt jetzt alleine für die Sanierung GRs zu wenig wäre, aber es wäre ein notwendiger Schritt (zudem sind die "Märkte"=Spekulanten/Banken ja auch nicht unschuldig an der Lage, und es ist nicht einzusehen, warum der Steuerzahler ihre Spekulationen retten sollte).

clearlake
00
13.1.2012, 12:36
"(radikal) anpassen müssen" funktioniert in einem gemeinsamen Währungsraum (=langfristig gemeinsame Lohn/Preiszone) nicht...

die konsequenz wäre massive abwanderung! Was erst recht wieder zu einer Dauersubventionierung führt!

Sie können das im kleinen gut verfolgen! - Trotz aller Bemühungen gelingt es seit jahrzehnten nicht Problemregionen wieder auf die Beine zu helfen. z.B. Waldviertel, Nordostdeutschland, Süditalien usw.usw.
Dauerhafte Subvention ist die einzige Lösung wenn sie im gleichen Währungsraum bleiben wollen...

207
00
14.1.2012, 00:58

Ich habe ja geschrieben: wenn die Anpassung nicht funktioniert, wird GR die EURO-Zone verlassen müssen. Das wird wohl auch passieren müssen.
Nur sollte man das erst nach einem Schuldenschnitt machen, sodass weder die Spekulanten bedient werden noch das Ausscheiden GRs aus dem EURO-Raum zum völligen Kollaps GRs führt.

Und btw: ich finde im Osten Ds ist in 20 Jahren Soli weit mehr gelungen als in GR in 40 Jahren EG/EU Förderung.
Und Ab- und Zuwanderungsregionen hat es immer gegeben und wird es auch immer geben - und das ist auch nicht weiter schlimm, solange es nicht zu extreme Ausmaße annimmt.

clearlake
00
15.1.2012, 18:08
Ostdeutschland ist nach wie vor eine Problemzone...

und wird vom Westen durchsubventioniert...
punkto Euro geb ich ihnen recht, es wird auf einen Ausstieg hinaslaufen, etwas anderes wird langfristig politisch kaum funktionieren...

O5
24
13.1.2012, 02:25

Was soll daran "absurd" sein? Das ist doch einer Qualitätszeitung nicht würdig. Angebot und Nachfrage sind das eben. Damit Griechenland noch Interessenten findet muss es so hohe Zinsen anbieten. Bei seinem Bankrottrisiko vollkommen verständlich. Ich würd nicht einmal bei 1000% Zinsen griechische Anleihen kaufen wollen.

Andreas Prucha
00
13.1.2012, 12:45

Bei 1000% Zinsen würde wohl niemand was kaufen wollen, weil das absurd wäre. Solche Zinsen würden sogar den stabilsten Staat in den Abgrund reissen (genauso wie 400 %)

mike sierra
01
13.1.2012, 09:56

NICHT Griechenland bietet diese Zinsen an.

Die Kurse der Anleihen auf dem Kapitalmarkt sind so stark gefallen, dass sich diese Rendite ergibt.

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