1930-2012

Robert Nelson 81-jährig gestorben

12. Jänner 2012, 17:20

Zum Tod eines US-Avantgardefilmemachers und fröhlichen Kunst-Aktionisten

San Francisco - Anarchische Wassermelonenexperimente und dazu ein treibender Score von Steve Reich: Oh Dem Watermelons, eine satirische Zuspitzung rassistischer Stereotype aus dem Jahr 1965, wird wohl als einer der bekanntesten Filme des US-Filmemachers und Lehrers Robert Nelson in Erinnerung bleiben.

1930 in San Francisco geboren, studierte Nelson Malerei, bevor er begann, freie Filme zu drehen: mit unübersehbarem Hang zur spielerischen Brechung jedweder Erwartung an die "Filmkunst", irgendwo zwischen fröhlichem B-Movie-Aktionismus (The Great Blondino, 1967) und vielschichtigen, nahezu lyrischen Kompositionen (Limitations, 1988).

Erst vor rund zehn Jahren, wohl auch motiviert vom Interesse einer jüngeren Generation, begann Nelson diese Filme - die er zwischenzeitlich auch geschreddert oder zu Objekten umgearbeitet hatte - wieder vorzuführen. Unter anderem 2006 in Oberhausen und im Wiener Filmmuseum, wo man ihn gut aufgelegt und auskunftsfreudig bei Publikumsgesprächen erleben konnte. Bereits am Sonntag ist Nelson 81-jährig seiner Krebserkrankung erlegen. (Isabella Reicher / DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2012)

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