Webarchiv: IG Autoren kritisiert Vorgehen der Nationalbibliothek

12. Jänner 2012, 15:16

Erinnere "eher an eine Beschlagnahmung als eine Archivierung" - ÖNB verweist auf "gesetzlichen Auftrag"

Bedenken bezüglich der seit 2009 durchgeführten Webarchivierung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) äußerte am heutigen Donnerstag die IG Autorinnen Autoren. Mehrmals jährlich durchforstet das Projekt unter dem Titel "Webarchiv Österreich" heimische Seiten mit .at-Domain sowie allfällige weitere Web-Auftritte mit Österreichbezug und speichert diese ab. Für die IG erinnert das Vorgehen "eher an eine Beschlagnahmung als eine Archivierung", wie es in einer Aussendung heißt.

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Stein des Anstoßes ist dabei vor allem, dass die betreffenden Inhaber der Webseiten - egal ob es sich dabei um eine Institution oder eine Privatperson handelt - per Mail zwar kurz benachrichtigt werden, danach aber sofort mit der Speicherung begonnen werde. Trotz der Versicherung, dass die Speicherung des Online-Auftritts nur für eine "nicht-kommerzielle, unentgeltliche Nutzung" verwendet werde, nimmt die IG "das bisherige höchst unsensible, gesetzlich womöglich ohnehin nicht so vorgesehene Vorgehen des Webarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek zum Anlass für eine rechtliche Überprüfung der Ablieferungspflicht des Österreichischen Mediengesetzes".

 ÖNB verweist auf "gesetzlichen Auftrag"

Die ÖNB äußerte sich ihrerseits in einer Aussendung zu der Kritik und verwies auf den "gesetzlichen Auftrag" gemäß der Novelle zum Mediengesetz von 2009. "Zweck dieses Gesetzes war und ist es, auch digital veröffentlichtes Wissen für die Zukunft zu sichern. Diesem gesetzlichen Auftrag kommt die Österreichische Nationalbibliothek bereits seit 2009 nach." Gleichzeitig wird betont, dass das Archiv "selbstverständlich nur Nutzerinnen und Nutzern innerhalb der Bibliothek zur Verfügung" stehe, "so wie auch anderes urheberrechtlich geschütztes Material ausschließlich vor Ort bereitgestellt wird". (APA)

Gregor S.
00
12.2.2012, 18:15
IG Autoren unterstützen ACTA

Gerhard Ruiss von der IG Autoren hat sich ja auch kürzlich in einer Debatte auf die Seiten der ACTA-Unterstützer gestellt. Womit er zeigt, daß er unter Sony, Time Warner, Nike und ähnlichen eher seines Geistes Brüder sieht als unter den Autoren, die er vertritt. Und sich mehr für Kunstverwertung als Kunstschaffen interessiert.
Ob er seiner Mitgliedschaft schon offiziell mitgeteilt hat, daß ihre Unterschrift für die IG Autoren auch gleichzeitig eine für ACTA ist?
Vielleicht wäre es ja an der Zeit, daß eine Einrichtung wie die IG Autoren von jemandem geleitet wird, dessen Medienkompetenz die Entwicklungen der letzten 20 Jahre einschließt.

Prof. Challenger
02
13.1.2012, 11:37

die Jungs&Maedls von der IG haben ja echt verstanden was HTTP in wirklichkeit ist und was ein Browser so macht wenn man wewewe-punkt-blah-punkt-at eingibt ..

gratis tip: blockiert source netz 0.0.0.0/0 und destination port tcp/80 oder einfach "/etc/init.d/httpd stop" absetzen - das schuetzt effektiv vorm "download" euerer "inhalte".

Cpt Caveman
15
12.1.2012, 19:42

Spinnen die oder sind die noch immer nicht im aktuellen Jahrhundert angekommen?

Christina Gruber
02
12.1.2012, 21:32

eindeutig nicht...

Chris 
00
12.1.2012, 17:14

Angeblich ignorieren die crawler der ÖNB auch die robots.txt

--toody-- -
16
12.1.2012, 16:41

unter beschlagnahmung verstehe ich dass es mir selbst nicht mehr zur verfügung steht, hier werden lediglich ohnehin öffentlich und entgeltfrei zugängliche inhalte kopiert. IG dürfte suizidgedanken bekommen wenn sie mal auf die services von archive.org bzw der waybackmachine stoßen.
darüber hinaus steht es jedem webmaster frei seine texte zB via CAPTCHA, anmeldebereich oder robots.txt zu schützen

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