Belastung

Mit Schmerzen in den Saisonstart

Ansichtssache | 12. Jänner 2012, 15:43
Bild 1
foto: apa/ap/miller

Die Tennis-Saison 2012 hat erst begonnen, doch wie selten zuvor gibt es schon vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres viele angeschlagene prominente Spieler. Mit Caroline Wozniacki (Bild), Serena Williams und Kim Clijsters sind gleich drei Topstars der Damen vor den am Montag beginnenden Australian Open nicht hundertprozentig fit, und auch bei den Herren klagten zuletzt u.a. Rafael Nadal (Schulter) und Roger Federer (Rücken) über Probleme. Unabhängig davon beginnt freilich die Jagd auf Novak Djokovic, dessen ausgezeichneter Saisonstart 2011 der Konkurrenz immer noch ein bisschen im Magen liegt.

Bild 1
foto: reuters/munoz

"Ich glaube, Roger und Rafa werden Novak jagen, weil sie nicht wollen, dass er wieder so ein Jahr hat", sagte Juan Martin Del Potro (Bild), der frühere US-Open-Sieger aus Argentinien. "Es wird sehr schwer für ihn zu wiederholen, was er geleistet hat", ergänzte Del Potro und spricht damit wohl für viele Kollegen und auch Fans. Dementsprechend bereitet sich Djokovic heuer auch vor, hat er doch sämtliche Vorbereitungsturniere ausgelassen. Mit Siegen bei den Australian Open, in Wimbledon und bei den US Open, einem 70:6-Rekord an Saisonsiegen und allein zehn Turniertiteln ist dem 24-jährigen Serben im Vorjahr erst im Finish etwas die Luft ausgegangen.

Bild 1
foto: apa/ap/baker

Nadal (im Bild mit Trainingspartner David Nalbandian und Onkel Toni), immerhin zehnfacher Grand-Slam-Sieger und Triumphator "down under" im Jahr 2009, bestätigte zuletzt in Melbourne, dass es seiner Schulter "gut" gehe. Nadal hat bei seinem einzigen bisherigen Turnierauftritt heuer in Doha im Halbfinale gegen Gael Monfils noch nicht überzeugt und hat auch für nach den Australian Open eine Pause angekündigt. Und Rekord-Majorsieger Roger Federer hat in Doha wegen Rückenproblemen vor dem Semifinal-Auftritt aufgegeben. Natürlich sind dies teilweise auch Vorsichtsmaßnahmen, um keine Absage für das erste große Turnier des Jahres zu riskieren.

Bild 1
foto: reuters/munoz

Bei den Damen gab es durch Venus Williams und Andrea Petkovic (Bild) bereits zwei namhaftere Absagen, auch bei den Herren fehlen der an den Folgen des Pfeiffer'schen Drüsenfiebers leidende Robin Söderling (SWE) und Marin Cilic (CRO). Neben Wozniacki, bei der es am Donnerstag nach einem Scan eine Entwarnung gab, hat Titelverteidigerin Clijsters zuletzt in Brisbane wegen einer Hüftverletzung aufgegeben. Der Publikumsliebling in Melbourne wird aber wohl ebenso ins Turnier starten, wie Serena Williams, die sich ebenfalls in Brisbane am Knöchel verletzt hat. Die US-Amerikanerin, die im Melbourne Park schon fünf Titel geholt hat, vermeldete zumindest Besserung: "Es ist noch nicht hundertprozentig, aber besser als letzte Woche, und das ist immer ein Schritt vorwärts", ließ Williams verlauten.

Bild 1
foto: reuters/wimborne

Vielleicht ist bei den Herren auch der Zeitpunkt für Andy Murray gekommen. Der Schotte hat sich mit dem Titel in Brisbane eingeschlagen, und er hat mit Ivan Lendl einen neuen und prominenten Trainer. Lendl könnte der fehlende Mosaikstein für Murray auf dem Weg zum ersehnten ersten Major-Titel sein. "Es wirkt so, als würde er den Job als Coach genauso ernst nimmt wie seine Spieler-Karriere. Er dreht jeden Stein um, um noch besser zu werden", glaubt Darren Cahill, der frühere Murray-Coach, der bei der Vermittlung Lendls etwas seine Hände im Spiel hatte. Lendl hatte jedenfalls ähnliche Erfahrungen, hat er doch seine ersten vier Major-Finali verloren, ehe er am Ende acht Titel gewonnen hat. Murray war bisher in drei Endspielen bei Grand Slams erfolglos, zweimal in Folge zuletzt bei den Australian Open.

Bild 1
foto: reuters/wimborne

Aus österreichischer Sicht liegen die Haupthoffnungen natürlich auf Jürgen Melzer. Der 30-jährige Niederösterreicher, der im Vorjahr mit dem erstmaligen Einzug ins Melbourne-Achtelfinale den ersehnten Vorstoß in die Top Ten schaffte, ist im Ranking zwar mittlerweile zurückgefallen, doch ist er in die Gesetztenliste gerutscht. Zuletzt konnte er mit einem Sieg gegen Jo-Wilfried Tsonga beim Einladunsgturnier von Kooyong Selbstvertrauen tanken. Mit einer guten Auslosung am Freitag könnte sich Melzer ins Turnier hineinspielen. Nur Martin Fischer hatte in der Qualifikation noch die Chance, als zweiter Österreicher in den Einzelhauptbewerb der Herren zu kommen.

Bild 1
foto: apa/epa/hunt

Bei den Damen ist Wimbledon-Viertelfinalistin Tamira Paszek das heißeste Eisen im Feuer. Die 21-jährige Vorarlbergerin hat sich heuer u.a. mit Stefan Koubek vorbereitet, der Kärntner wird ihr mehrfach in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Zuletzt verlor sie gegen Ana Ivanovic (Bild) in Brisbane. "Wenn alles gut läuft, ist viel möglich", sagte Paszek kürzlich in einem ORF-Interview. Ihr Hauptziel für 2012 ist es, gesund zu bleiben und sich Schritt für Schritt in Richtung Top 30 heranzuarbeiten. Ebenfalls fix im Hauptbewerb steht Patricia Mayr-Achleitner als zweite Top-100-Spielerin, Yvonne Meusburger hat die erste von drei Qualifikationshürden genommen.

Bild 1
foto: apa/dapd/donegan

Insgesamt werden 20,9 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Preisgelder bei Damen und Herren sind ident. Wer in der ersten Runde verliert, darf sich mit 16.041 Euro trösten. Wer das Finale gewinnt, darf 1,84 Millionen einstecken.

Kommentar posten
19 Postings
canary in a coal mine
00
13.1.2012, 02:24

Ziemlich skeptischer Blick von Murray auf Lendls Bosworth Schläger.

niki123
00
13.1.2012, 01:40

oje melzi spielt in runde 1 gegen karlovic. in runde 2 dann vermutlich gegen berlocq und danach gegen federer.

tipps, wann scheidet er aus?

niki123
00
13.1.2012, 01:17

hehe der blick vom djoker. ob er da schon gewusst hat, dass er bis paris alles abräumen wird? :)

Makro 24/7
01
13.1.2012, 01:01
Viel wichtiger:

Roger Federer - Tennisgott

:)

UnitedNo.9
00
13.1.2012, 00:51

ich hoffe inständig auf eine konstante saison von david nalbandian,so ein unterschätzter spieler und nur echten kennern als guter spieler ein begriff.

R.Kipling
00
13.1.2012, 01:13

Ein großes Talent, ohne Frage, auch mit großen Momenten zu Beginn seiner Karriere (ua Gewinn des ATP Finals in einem tollen 5 Satz Match gegen Federer) und viel Verletzungspech.

Allerdings stand ihm in den letzten Jahren auch seine eigene Faulheit im Weg, ein Comeback ist verdammt hart und er wirkte zuletzt meist unaustrainiert, was man auch sehen konnte ;)

Ein genialer Typ, der auch gerne das Leben genießt, das verzeiht aber das heutige Tennis nicht mehr. Erinnert mich alles irgendwie an Safin..

UnitedNo.9
00
13.1.2012, 12:18

stimmt man kann tatsächlich parallelen zu safin ziehen der sich immer gefühlte zehn minuten konzentrieren konnte und dann dem anschein nach keine lust mehr hatte.
nalbandians berühmtes baucherl war ihm wahrscheinlich oft zu schwer um nochmal zu einem richtigen karrieresprint anzusetzen.
naja jetzt sieht er ja fitter aus als man es gewohnt ist deswegen hoff ich auf eine überraschung

Midway
00
12.1.2012, 22:34
ana ivanovic

niiiiiiiiiiiiiiiice!!!!!

niki123
00
13.1.2012, 01:18

die wozniacki aber auch!

byronlord
02
12.1.2012, 17:10
nettes preview auf 2012

http://www.sport.sf.tv/Nachricht... sjahr-2012

große wünsche ;)

greenberetta
00
12.1.2012, 19:19

nice

dieter tafel
00
12.1.2012, 16:54

Also dass es Sportler öfters mit dem Rücken haben ist ja bekannt...

Aber warums grade bei den Tennisspielern (und ich kenne selber einige die zumindest national auf hohen Niveau spielen) so viele gibt ist mir ein Rätsel. Liegts vielleicht an den Aufschlägen und der Bewegung oder an was anderem?

Vielleicht gibts ja hier Expertne auf dem Gebiet...

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
12.1.2012, 17:37
Bin kein Experte.

Aber die Belastung ist sicherlich enorm. Belag, vor allem Hartbelag ist "super" für Knie, Knöchel, Hüfte u. Bandscheiben, viele aprupte Schritte, tägliches, stundenlanges Training, Einseitigkeit usw. Weltklassesportler gehen über das Limit des menschlichen Körpers. Ein Tennisspieler muss rechtzeitig aufhören, damit die Schäden sich in Grenzen halten.

Polk Salad
00
12.1.2012, 16:06

Bin ja schon äußerst gespannt, ob es Lendl gelingen wird, den Bann zu brechen und Murray zu einem Majorsieger zu machen. Wenn ich eine vorsichtige Prognose machen müsste, würde ich mal sagen: er wird es schaffen.

Facialbook
00
13.1.2012, 03:41
Kurzes Gedächtnis bzw. das Prinzip Hoffnung.

Die Wahnsinnsleistungen von Herrn Djokovic sind für viele offenbar schon zu weit zurück: er wird dieses Jahr mindestens so dominant sein wie das letzte. Ich denke (befürchte), dass er sogar noch erfolgreicher sein wird > Paris-Sieg. Nadal hat seinen Zenit überschritten, Federer sowieso – wer soll ND stoppen? Im Tennis gibt es langfristige Entwicklungen und keine schnellen Überraschungen. Murray ist spielerisch nicht auf NDs Level, unabhängig davon, wer ihn coachen wird.

Polk Salad
00
13.1.2012, 09:18
"Ich denke (befürchte), dass er sogar noch erfolgreicher sein wird"

Heuer holt sich Djokovic alle vier Majortitel ? Nein, da habe ich keine Befürchtungen!

Wieviel Demokratie ist es bitte?
12
12.1.2012, 19:27

Was er bei Lendl sicher lernen kann, ist, sich zwischen den Ballwechseln die Wimpernhärchen auszureißen und sie zu essen.

Das beherrschte Lendl meisterlich und damit hat Lendl 90% seiner Zeit auf den Plätzen verbracht.

Neben dem ewigen Strammziehen von überdimensionalen Schweißbändern. (Abgeschnittene Socken)

Damit kann man alle Gegner derart entnerven, daß man kaum Tennis spielen muß und trotzdem das eine oder andere Turnier gewinnt.

The Man from Earth
01
13.1.2012, 19:11
Böse, böse... (C;

Da Chigurh Toni
00
12.1.2012, 16:10
Ich würde sagen, er schafft es nicht!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.