Was Schilddrüsenoperationen gefährlich macht

12. Jänner 2012, 14:34

30.000 Eingriffe analysiert - Unterschiedliche Blutungsrate ist auch vom Operateur abhängig

Wien - Blutungen nach einem Eingriff an der Schilddrüse können mitunter lebensbedrohlich werden. Ein Wissenschafterteam der MedUni Wien und des Wiener Kaiserin Elisabeth Spitals hat 30.142 derartige Operationen über einen Zeitraum von 30 Jahren analysiert und ist zu folgender Erkenntnis gekommen: Die meisten Patienten sollten 24 Stunden unter Beobachtung bleiben, denn die  Blutungsrate variiert enorm.

"Es gab 30.142 Operationen, postoperative Blutungen traten bei 519 Patienten (1,7 Prozent) auf", schrieben die Experten jetzt im British Journal of Surgery (9. Jänner/Online). Risikofaktoren für solche Komplikationen seien höheres Alter, deutlich mehr Blutungsprobleme gibt es bei Männern (plus 64 Prozent im Vergleich zu Frauen) und beispielsweise auch bei beidseitigen Eingriffen (Verdopplung der Häufigkeit). Entscheidend dürfte auch das Können der Chirurgen sein. Die Fachleute: "Das Risiko für Komplikationen differierte je nach einzelnem Chirurgen um das bis zu Siebenfache."

Zumeist sollten laut den Ergebnissen Schilddrüsenoperationen auch mit einem ausreichenden Spitalsaufenthalt verbunden sein. 80,6 Prozent der Blutungen traten nämlich in den ersten sechs Stunden nach dem Eingriff auf, nur noch 2,4 Prozent nach mehr als 24 Stunden. Mit einem Gesamt-Sterblichkeitsrisiko von 0,01 Prozent sind die Schilddrüsenoperationen allerdings insgesamt ausgesprochen sicher. (APA)

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1 Posting
Promberger et al., 2012, Br.J.Surgery

Schön, wenn österreichische Chirurgen in einem Journal mit IF > 4 publizieren, Gratulation!
Aber die Studie ist hinsichtlich Qualitätsmanagement deutlich verbesserbar: Operateurs-Effekte wurden als sogenannte "fixed" effects modelliert. Das bedeutet 2erlei: a) Dass Operateure "signifikante" Unterschiede haben, wird möglicherweise ZU SCHNELL geschlossen. b) Wird unterstellt, dass jeder Operateur bei jedem seiner Patienten GLEICH "riskant" ist. Interessanter für QM ist die Frage, ob bestimmte Operateure bei bestimmten PatientInnengruppen oder bei bestimmten OP-Techniken besser/schlechter sind. => Dazu wäre eine sogenannte "random coefficient" Modellbildung bei der Analyse notwendig gewesen.

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