Estibaliz C. hätte Baby gern bei sich

12. Jänner 2012, 13:05

Anwalt der Mutter brachte Beschwerde ein - Vater auf Behördenwegen - Pflegschaftsgericht entscheidet über Obsorge

Wien - Um das in der Nacht auf Mittwoch in Wien zur Welt gekommene Baby der unter Doppelmord-Verdacht stehenden Estibaliz C. beginnt offenbar ein Tauziehen: Der Bub wurde der Mutter mit dem Ziel abgenommen, dass er so bald wie möglich zu seinem Vater kommt, die 32-Jährige möchte ihr Kind aber lieber bei sich haben. Der Anwalt der früheren Eissalon-Betreiberin, Rudolf Mayer, wirft dem Jugendamt vor, eine Zwangsmaßnahme ohne Rechtsgrundlage gesetzt zu haben und brachte eine Beschwerde beim Pflegschaftsgericht ein. Der Freund von Estibaliz C. bemüht sich unterdessen um die Anerkennung der Vaterschaft.

Und diese formale Anerkennung stellte den Vater des Buben zunächst vor ein Problem: Denn nach Angaben des Jugendamts hatte der 47-Jährige am Donnerstag nicht alle erforderlichen Papiere parat. Gefehlt habe zunächst das Dokument über die rechtskräftige Scheidung von Estibaliz C. von ihrem Ehemann. Den soll die gebürtige Spanierin 2008 ermordet haben. Die Anerkennung der Vaterschaft ist die Voraussetzung dafür, dass der Freund von Estibaliz C. beim Pflegschaftsgericht die Obsorge für seinen Sohn beantragen kann.

Verfassungsgerichtshofsbeschwerde

Ob diesem Antrag stattgegeben wird, entscheidet dieses Gericht, wobei dies theoretisch mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Im Fall, dass die Mutter die Obsorge beantragen sollte, habe der Richter die Möglichkeit, Gutachten einzuholen, sagte Jugendamtssprecherin Herta Staffa. Als Beispiele führte sie psychologische oder psychiatrische Stellungnahmen an.

Die Entscheidung werde voraussichtlich nicht von einem Wiener Pflegschaftsgericht getroffen, da der Vater des Buben vermutlich in einem anderen Bundesland leben werde. Zum künftigen Wohnort gibt die Behörde auf Wunsch des 47-Jährigen keine Auskunft. Das vorläufig obsorgeberechtigte Jugendamt wird auch darauf achten, dass das Kind nicht medial zur Schau gestellt wird, "so wie wir das grundsätzlich bei Kindern machen", sagte Staffa.

Der Anwalt von Estibaliz C., Rudolf Mayer, hat nach eigenen Angaben eine Beschwerde beim Pflegschaftsgericht wegen der Abnahme des Babys eingebracht und seinen Kollegen Karl Bernhauser zur Einbringung einer Verfassungsgerichtshofsbeschwerde zugezogen. Mayer vertritt den Standpunkt, dass das Jugendamt eine Zwangsmaßnahme ohne Rechtsgrundlage gesetzt habe.

Abnahme nur bei Gefahr im Verzug gedeckt

Die einzige Begründung für die Abnahme eines Kindes könne nur Gefahr in Verzug sein, sagte Mayer am Donnerstag. Und dies sei im konkreten Fall nicht gegeben. Er habe bereits während der Schwangerschaft von Estibaliz C. gemeinsam mit seiner Mandantin einen Vorschlag beim Pflegschaftsgericht eingebracht.

Demnach hätte das Baby während der Stillperiode ausschließlich bei der Mutter gelebt und danach immer mehr Zeit beim Vater verbracht. Nach drei Jahren sollte das Kind beim Vater leben und die Mutter nur noch besuchen. Die Mutter von Estibaliz C. wäre demnach bereit, von ihrem Heimatland Spanien nach Österreich zu übersiedeln und den Vater ihres Enkels zu unterstützen. Verletzt sieht Mayer Artikel 8 der Menschenrechtskonvention, das Recht auf Familienleben.

Estibaliz C. steht im Verdacht, 2008 ihren deutschen Ex-Mann und 2010 ihren Ex-Liebhaber getötet zu haben. Die zerstückelten Leichen der beiden Männer waren Anfang Juni 2011 im Keller ihres Eissalons "Schleckeria" in Wien-Meidling von Bauarbeitern entdeckt worden. (APA)

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Wenn es den anderen Frauen erfolgreich verklickert wurde,

dass das Kind, nachdem es rausgepresst wurde, rasch zu den anderen zu legen und die Mutter sich nach dem Vernähen ehest möglich wieder der Erwerbsarbeit zuzuwenden hat und das Kind der staatlichen Obsorge anzuvertrauen hat, warum wird dann bei dieser Frau so ein Theater gemacht?

Dem hoffnungsvollen Jungvater würde ich mal empfehlen,...

einen DNA Test duchführen zu lassen, um wirklich sicher zu sein dass er überhaupt der Vater ist.

Man weiß ja nie...

und gerade bei einer überaus gutaussehenden Dame mit einer solchen "Geschichte" denke ich, dass eine derartige Maßnahme wohl nicht ganz von der Hand zu weisen wäre...

nur um zu vermeiden, dass man einen Kuckuck aufzieht...

ich kenne den background der dame nicht. aber so hat sie vielleicht die einzige chance ihres lebens verpaßt, echte, bedingungslose liebe zu erfahren. vielleicht gönnt man ihr dieses glück nicht. ansonsten bin ich zwiespältig. wobei, ich würde dem kind schon ein paar monate mutterliebe und gestillt werden gönnen.

In erster Linie muss dieses Kind vor seiner Mutter geschützt werden. Sie steht in dringendem Verdacht eine besonders grausame Doppelmörderin zu sein. Es ist auch noch nicht geklärt, ob sie nicht verrückt ist. Dieses arme Kind wird zeitlebens darunter leiden müssen, eine Mörderin zur Mutter zu haben.

Ich hätte auch gern dies und das. Zuerst einen Audi TT, dann eine Reise auf die Malediven. Und dazu eine Dachgeschoß-Wohnung im ersten Bezirk gegenüber vom Stephansdom, mit Blick übern ersten Bezirk.

Aber es spielt halt nicht immer "Wunschkonzert".

Besonders dann nicht, wenn man so wie diese Dame wegen dringenden Tatverdachts in U-Haft sitzt. Da sind halt gewisse Dinge die man als "Grundrechte" betrachtet, auf einmal eingeschränkt. Sie kann ja auch nicht aus der U-Haft rausmarschieren, und mal beim Humanic Schuhe shoppen gehen, auch wenn sie das vielleicht gerne hätte.

Wozu braucht man

für die Anerkennung der Vaterschaft ein Dokument über die rechtskräftige Scheidung der Kindsmutter?

Ich vermute deswegen,

weil ein Ehemann der Mutter nun mal per Gesetz als Vater gilt und solange er das nicht gerichtlich bekämpft, kein anderer rechtlich die Vaterschaft anerkennen kann. Eine Sterbeurkunde des bedauernswerten Einbetonierten sollte in diesem speziellen Fall zwar ersatzweise reichen, aber die wird der hoffnungsvolle Jungvater vermutlich auch nicht parat haben.

Warum sollte

der Ehemann der Mutter per Gesetz als Vater gelten wenn sowohl die Mutter als auch der leibliche Vater das Gegenteil bezeugen?

Und was hat das damit zu tun ob man geschieden ist oder nicht? Kommt man da als Ehepartner ohne Scheidung von der Vaterschaft nicht weg?

Entscheidend sollte wohl die Aussage der Mutter bzw. im Zweifelsfall ein DNA-Test sein aber nicht ein Beziehungsstatus (Familienstand) der Mutter.

Es gilt die Ehelichkeitsvermutung.
Diese kann nur a) vom Ehemann angefochten werden oder b)vom Kind oder c) von der Mutter.
Der Ehemann hat ein klitzekleines Problem mit der Anfefchtung: er ist tot.
Das Kind: ist ein Baby. Und die Mutter sitzt im Knast.
Es wird schon kein großes Problem sein. Der Ehemann hatte ja nachweislich im Vermutungszeitraum nicht der Ehefrau beigewohnt. Er war im Keller. Dennoch müssen ein paar bürokratische Schritte sein, bevor die Vaterschaft einwandfrei dokumentiert ist.

Warum ? Weil es seit 200 Jahren im Gesetz steht.

Und wohl längst geändert wäre, wenn es sich nicht über die Jahrhunderte und wechselnden gesellschaftlichen Moden als für die Kinder beste und praktikabelste Lösung erwiesen hätte. "Das Gegenteil bezeugen" ist übrigens putzig - kommt ja gar nie vor, dass falsche Väter angegeben werden, sei es absichtlich oder aus Irrtum bei mehreren Möglichkeiten.

"Gefehlt habe zunächst das Dokument über die rechtskräftige Scheidung von Estibaliz C. von ihrem Ehemann. Den soll die gebürtige Spanierin 2008 ermordet haben."

Kann mir jemand - ernsthaft - erklären, wofür man eine Scheidungsurkunde von einem ermordeten Ehemann braucht? Und ist sie nicht, selbst wenn sie seine Mörderin ist, auch seine Witwe?

Seine Witwe

wäre sie nur, wenn sie bei seinem Abgang noch nicht geschieden war. Und auch dass der Ehemann (und nicht irgendwer anderer) tot im Keller lag, müsste nachgewiesen werden: das Standesamt darf ja nicht hergehen und sagen, es wird schon der richtige sein, steht ja eh in der Zeitung.

Wieso, die Identitäten der beiden Leichen sind doch geklärt?

Sagt die Zeitung.

Vermutlich sagt auch ein Gerichtsgutachten (den Strafakt hat das Standesamt aber natürlich nicht) dass die DNA des Toten oder sein Zahnabdruck mit irgendwelchen Vergleichsproben (woher auch immer) übereinstimmt. Auch die vermutet unschuldige Frau C. sagt, dass sie ihn erschossen hat, aber das glauben ja sogar in diesem Forum manche nicht. Das ist alles schön und gut, aber für eine Standeseintragung braucht es trotzdem einen verlässlichen = urkundlichen Nachweis.

Wird der Papa als allein erziehender Vater 2 - 3 Jahre in Karenz gehen, oder will er das Kind "irgendwo" unterbringen, um seinem Fulltimejob nachzugehen ?
Hat das Jugendamt diesbezüglich nachgefragt ? Die Mutter hätte im Gefängnis Zeit genug, sich ausreichend um ihr Kind zu kümmern, es zu hegen und zu pflegen.

Die Mutter hat im Gefängnis im Fall einer Verurteilung gefälligst zu arbeiten, Haft ist ja kein fröhlicher Mamiurlaub auf Steuerzahlerkosten.

Sie kann sich im Gefängnis um das Kind kümmern und trotzdem arbeiten. Wo ist das zeitliche Problem ?

Sie haben nie einen Säugling gepflegt.

Doch, ich habe drei, mittlerweile fast erwachsene Kinder. So kann man sich täuschen, nicht wahr ?

Und sie haben neben dem Säugling gearbeitet ?

Oder ein wenig vergessen, wie das damals war ?

Einen Säugling gut zu versorgen ist kein 24-Stundenjob. Eine Mutter in Freiheit muss "nebenbei" auch den Haushalt versorgen (kochen, putzen, waschen, einkaufen etc.), das muss Frau Esti im Gefängnis sicher nicht alles machen. Also hat sie neben der Versorgung ihres Säuglings auch Zeit andere Arbeiten zu verrichten.

Wenn sie nicht grad wieder Stimmen hört, die ihr dasselbe befehlen wie bei Exmann und Habschi.

Womit hätte ein Kind es verdient, dass es im Gefängnis aufwächst? Welche sozialen Strukturen gibt es dort? Wer geht mit dem Kind an der frischen Luft spazieren? Ist die Umgebung dort kindergerecht? Reicht dem Kind eine Bezugsperson?

Das Stillen des Kindes in den Vordergrund zu bringen finde ich etwas komisch. In manchen Ländern ist es eher üblich das Kind nicht zu stillen als das schon zu tun. Überhaupt weiß man nicht ob die Mutter die Absicht hatte das Kind zu stillen bzw. ob sie überhaupt genug Milch das zu tun (auch wenn dieser Fall unwahrscheinlich ist).

Kann es sein, dass sie das Kind gerne bei sich hätte, um ein paar Erleichterungen des Alltags zu haben?

Estibaliz C. ist sehr rafiniert, hat sich ausgedacht, erwischen sie mich, bin ich schwanger, dann eine Mutter, und eine Mutter mit Baby kommt ja nicht in den Hefen. . . . alles schön geplant, nur ist es anders gelaufen.

"In manchen Ländern ist es eher üblich das Kind nicht zu stillen als das schon zu tun"

na und?

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