Im Abseits

Das Ende der Superkombi naht

12. Jänner 2012, 11:41

Bewerb steht endgültig vor dem Aus - Saisonpremiere am Freitag in Wengen - Ab 2013 keine Punkte für Hahnenkamm-Sieger?

Wengen - Am 14. Jänner 2005 wurde in Wengen mit der Super-Kombination eine neue Disziplin im alpinen Ski-Weltcup aus der Taufe gehoben. Der Weltverband (FIS) wollte mit einem Facelifting dem ins Abseits gerutschten Traditionsbewerb auf die Sprünge helfen und zudem den Trend zum Allrounder fördern. Sieben Jahre später steht die Superkombi, die am Freitag in Wengen Saisonpremiere hat, allerdings schon wieder vor dem Aus. Und die echten Allrounder im aktuellen Weltcup kann man ziemlich genau an einer Hand abzählen.

Läuft alles nach Plan, wird in dieser Saison zum letzten Mal eine Kristallkugel für den besten Kombinierer vergeben. Das hat FIS-Herren-Renndirektor Günter Hujara in Wengen bestätigt. Ganz gestorben ist die Superkombi für Hujara trotzdem noch nicht, denn der Deutsche bemerkt plötzlich bei vielen Nationen ein Umdenken. "Seit bekannt ist, dass die Superkombi stirbt, denken viele: 'Hoppla, da fehlt ja dann etwas.' Die Diskussion ist neu entflammt."

Hahnenkamm-Sieger ohne Punkte?

Egal wie die Diskussion endet, als gescheitert sieht er das Projekt Superkombi keinesfalls. Schließlich habe man es immerhin geschafft, die Anzahl der an den Abfahrten teilnehmenden Nationen deutlich zu erhöhen. "Wir haben die Abfahrt neu belebt", sagte Hujara. Sollte es beim Aus für den Superkombi-Weltcup bleiben, würde das auch markante Auswirkungen auf Kitzbühel haben, wo es die letzte traditionelle Kombi mit der Addition von Spezialabfahrt und -slalom gibt. "Dann können die Kitzbüheler ab 2013 ihren Hahnenkamm-Sieger küren, wenn sie wollen, aber Weltcup-Punkte wird es dafür nicht mehr geben", stellte Hujara klar.

Wengen, wo die Kombi gemäß dem "Super-Format" ein eigener Eintages-Event ist, fürchtet um seinen dritten Bewerb neben Abfahrt und Slalom. "Wir brauchen aber drei Rennen, um überleben zu können", hieß es vom Schweizer Veranstalter. ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold gestand zwar, "nie ein Fan der Superkombi" gewesen zu sein, ans völlige Aus der Kombi glaubt er aber nicht. "Ich kann mir vorstellen, dass die Diskussion neu in Schwung kommt."

Die Kombination sei für Österreich "nach wie vor wichtig", deshalb will er auch weiterhin junge Läufer für die Disziplin aufbauen. "Es wäre doch schade für alle von uns, wenn eine olympische Disziplin verloren gehen würde", gab der Vorarlberger zu bedenken. Zahlreiche Details haben aber dazu geführt, dass die Superkombi oft als Farce angesehen wurde. Etwa die Tatsache, dass viele Abfahrer die Kombi als zusätzliche Trainingsfahrt genutzt haben, dann aber nicht mehr im Slalom angetreten sind.

Gentlemen's Agreement vor Rennbeginn

Da hat man sich für Freitag etwas einfallen lassen. Die Cheftrainer werden gemäß Gentlemen's Agreement vor Rennbeginn bekanntgeben, welche Athleten nur zu Trainingszwecken antreten, diese absolvieren dann ihre Fahrten erst nach Ende der Kombiabfahrt. Der Startschuss zur Abfahrt fällt um 10.30 Uhr, der Slalom folgt um 14.00 Uhr.

Sieger der Premieren-Veranstaltung vor sieben Jahren war Benjamin Raich, und der Tiroler ist heute einer der Letzten der scheinbar aussterbenden Spezies Allrounder. "Für mich ist es ganz ehrlich gesagt logisch, dass die Superkombi jetzt so dasteht. Die FIS wollte Allrounder haben, sie haben es aber nicht geschafft. Und zwar deshalb, weil es zu wenige Superkombis gegeben hat. Wenn es über zehn Jahre sieben Bewerbe pro Jahr geben würde, dann könnte das keine Nation links liegen lassen. Aber so war das eher eine halbe Sache", meinte Raich.

Der 33-Jährige zählt 2012 wie sein Landsmann Romed Baumann zu den leichten Außenseitern, sein Schlüssel zum Erfolg ist natürlich eine halbwegs gelungene Abfahrt. Bode Miller, Christof Innerhofer, Peter Fill, der nach wie vor gesundheitlich angeschlagene Aksel Lund Svindal, Kjetil Jansrud und Silvan Zurbriggen haben ebenfalls gute Chancen, der ganz klare Favorit ist aber ein anderer. "In einer Superkombi heißt der Favorit immer Ivica Kostelic. An einem guten Tag kann ich aber auch mithalten", zeigte sich Baumann selbstbewusst. (APA)

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Stephan Fadinger
10
14.1.2012, 16:23
find ich eine interessante idee

umgekehrt wärs auch möglich: zserst ein leichterer Salalom und dann eine Super G ähnliche Abfahrt oder warum nicht auch mitten drinn ein stück Slalom?

qed1
10
14.1.2012, 11:38
Superkombi neu?

Wie wär's mit einer vollkommen neuen Variante?

Ein Lauf (oder auch 2), welcher zuerst wie ne Abfahrt gesteckt ist und im unteren Teil dann wie ein Slalom.

Aimar82
00
19.3.2012, 10:29
Haha...

...und mit welchen Ski wird das dann gefahren? KURZ oder LANG?

Mit Carvingski eine Abfahrt zu fahren ist m. A. nach unmöglich, einen Slalom mit Abfahrtsski eher fad zum ansehen. Also wird das wohl nichts werden!!!

Mr. XX
10
13.1.2012, 20:54

Die Kombi in ihrer derzeitigen Form ist total uninteressant, ich könnte mir vorstellen das ein Kombi aus Abfahrt und Riesentorlauf um einiges interessanter wäre.

Thanus
00
13.1.2012, 22:32

vielleicht sollte man zwei Riesentorlaufdurchgänge kombinieren, äh... addieren und nennt es statt Kombination einfach Riesentorlauf

für die Meisten dürfte aber eine Kombination aus Fußball und Fußball und dabei Biersaufen das Beste sein

danny wild
20
13.1.2012, 09:22

was ist super-kombi nochmal? super-g + 2 slaloms oder abfahrt + 1 slalom? oder doch super g + 1 slalom?

Wo woar mei Leistung?
10
13.1.2012, 08:10
Generelles Problem: Aufblähen mit unattraktiven Wettbewerben

Es kommt zu einer Entwertung sportlicher Wettkämpfe, indem man bessere Jux-Bewerbe wie Mixed-Biathlon, Mixed-Schispringen, Rodel-Staffel, etc. einführt. Zu diesen verzichtbaren Wettbewerben gehört auch die Super-Kombi. Zu Recht interessiert sich keiner dafür.

Der Schilauf hat sich weiter entwickelt. Die klassischen Allrounder gibt es so gut wie gar nicht mehr. Wer ein Siegläufer sein will, muss sich spezialisieren, sonst fährt er in allen Disziplinen nur hinterher. Ausnahmen wie Kostelic bestätigen nur die Regel. Insofern ist die Superkombi eine ziemlich unspannende, sportlich fragwürdige und somit unattraktive Disziplin.

Thanus
00
13.1.2012, 13:25

Die "klassischen Allrounder", die in allen Disziplinen vorne mitfahren können, hat es bis auf ganz wenige Ausnahmen (Zurbriggen, Girardelli, Aamodt, Kjus, Miller, mit starken Abstrichen in der Abfahrt Mahre, Kostelic und Raich) in der jüngeren Skigeschichte nie gegeben.

Andreas Sonnberger2
10
13.1.2012, 05:23

Bin für die komplette Streichung der Super-Kombi, nur in Kitzbühl und vielleicht in Wengen sollte eine klassische Kombi gefahren werden, also bloß die Addition von Abfahrt und Slalom.

Stattdessen bin ich dafür, mehr in die Städte zu gehen, und dort 4-5 Parallelbewerbe im Jahr zu fahren. Nacht-Events, Spannung und Show garantiert, und die Ski-Events sind dort, wo die Menschen wohnen.
Nachdem Parallelbewerbe RTL oder SL sein müssen, müßten im Gegenzug je ein klassischer RTL und SL gestrichen werden, und durch Abfahrt und SG ersetzt werden, damit die Techniker nicht zu sehr bevorzugt werden.

Einer_ders_weiß
00
13.1.2012, 11:37
jawoll...

...Schnee mit Lkws in die Stadt führen, Schihallen mit Kühlaggregaten und VIP-Logen bauen.... the show must go on!

CrangerMan
00
13.1.2012, 00:41

Ich fand die Superkombi immer recht spannend und interessant. Ein paar junge Fahrer, die später erfolgreich waren (Baumann, Grange,..) haben zuvor in der Superkombi aufgezeigt.

Zur Favoritenrolle von Kostelic: Liegt wohl daran, dass gerade das Niveau der Fahrer nicht sehr hoch sein dürfte. Ein Aamodt, Girardelli und vor mir aus Raich oder Miller (zu ihren besseren Zeiten) waren noch wirkliche Spitzenleute in der Kombi.

Andreas Sonnberger2
00
13.1.2012, 05:34

Das liegt daran, dass die Entwicklung wieder weg vom Allrounder, hin zur Spezialisierung geht.

CrangerMan
00
13.1.2012, 17:00

Ja, schaut sehr danach aus.

mistvieh666
 
10
12.1.2012, 19:22

super kombi und teambewerb:
wenn ich die weltbesten schifahrer sehe, dann will ich sie nicht sehen, wie sich versuchen auf gar keinen fall zu stuerzen, dann will ich sehen, wie sie ans limit gehen.
und:
das dieser bloedsinn 8 jahre gedauert haben wird zeigt nur, dass der skizirkus ein bisschen managment probleme hat. es naemlich nicht um die frage, wer der beste skifahrer der welt ist, sondern darum, wie man den sport gut verkaufen kann.
gut, wer die falschen fragen stellt braucht sich auch vor den antworten nicht zu fuerchten.

Einer_ders_weiß
00
13.1.2012, 11:40
dann will ich sehen, wie sie ans limit gehen

...wenn ana noch der Zwischenzeit, sich zwanglos von an Schi befreit, wenn es ihn in die Landschaft steckt, dass jedermann die Ohren anlegt, wenn er es überleben tut, dann wird er nachher interviewt.... jaja

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
10
12.1.2012, 19:07
Ende?

Jedenfalls sollten die Zeiten nicht mehr addiert zum Erfolg führen, sondern die Platzierung. Bei Gleichstand könnte dann immer noch die Zeit entscheiden.

i sogs eich!
00
12.1.2012, 18:30

ich hab das super kombi system erhlich gesagt nie kapiert ...

Thanus
00
12.1.2012, 18:55

So dürfte es den meisten hier im Forum gehen. Dabei war es denkbar einfach. Man fährt eine Abfahrt und einen Slalomdurchgang und addiert die Zeiten. Gewonnen hat der mit der schnellsten Zeit. Das Prinzip ist also genau das Gleiche wie im Slalom oder Riesenslalom.

holzdieb
10
12.1.2012, 19:09

im abfahrtszielhang sind noch slalomstangen gesetzt?

DocSnyder
 
11
12.1.2012, 19:35
das wär mal ein..

..bewerb ich bin dafür das auszuprobieren, bestimmt lustig :) ode rnoch besser eine abfahrt dann immer technischer werden lassen bis es riesentorlauf radien werden udn dann schlisslich slalom, dann muss man die abfahrt halt mit slalom schützern fahren oder so :)

GRohnePunkte
00
13.1.2012, 12:32
Genau das war meine Idee (siehe Diskussion weiter unten)

... und würde einen überragend attraktiven und spannenden Bewerb schaffen.

Poidl_Grausam
01
12.1.2012, 17:45
Die Superkombi

werde ich nicht vermissen, aber warum kann man die "alten" Kombis in Wengen und Kitzbühel nicht weiterfahren? Die Rennen sind ja sowieso.

Gary Grantscherbn
00
12.1.2012, 16:43

endlich!

Dr Albert S. Meinheimer aka. Earl Hacker
00
12.1.2012, 16:19
The times, they are changing...

Muss man auch so akzeptieren,wenn etwas einfach nicht mehr zeitgemäß ist,bzw. nicht funktioniert.
Der traditionelle "Hahnenkammsieger" sollte aber weiter existieren. Tradition pur, und wenn das Preisgeld stimmt, fahren die Läufer auch ohne WC Punkte mit.

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