Die Menschen sind aus Aberglaube, der erst in den 1950er-Jahren auftauchte, besonders vorsichtig
Nach
einer Untersuchung der deutschen Techniker Krankenkasse (TK) ist ein Freitag, der auf den 13. des Monats fällt, nicht gefährlicher als jeder andere Freitag. Dies zeige die
Auswertung der Unfallstatistik der vergangenen drei Jahre, teilte die
TK in Freiburg mit. "Am Freitag, den 13., registrierten wir deutschlandweit im Schnitt
1.430 Unfälle, das sind sechs weniger als an den anderen Freitagen",
sagte TK-Sprecherin Nicole Battenfeld.
Ein Grund für die geringere Zahl
sei, dass viele Menschen an diesem Datum besonders vorsichtig seien. Der
Abergläubige assoziert damit einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen.
Betroffene lassen ihr Auto stehen oder trauen sich erst gar nicht aus
dem Haus. "Vermutlich ist bei vielen Menschen am Freitag, den 13.,
die Aufmerksamkeit derartig erhöht, dass sich jegliche Abweichung vom
Normalen ins Gedächtnis brennt", sagte Battenfeld. Dadurch komme es
zu weniger Unfällen als an anderen Freitagen.
Ursprung vermutlich im Christentum
Obwohl die 13 auch als Glückszahl gelten kann, sehen sie
hierzulande mehr Menschen als Unglückszahl und fürchten die
gefährliche Kombination mit dem fünften Wochentag. Ein Ursprung für die Furcht liegt wahrscheinlich im
Christentum. Bereits in der Bibel ist der Tag negativ besetzt. So
sollen Adam und Eva am Freitag in den verbotenen Apfel gebissen und
so die Sünde in die Welt gebracht haben. Jesus wurde am Karfreitag
gekreuzigt. Auch die Zahl 13 kommt schlecht weg: Beim letzten
Abendmahl saßen 13 Menschen um den Tisch - der 13. war der Verräter
Judas.
Aberglaube erst in den 50er Jahren aufgetaucht
Dass Menschen Angst vor der Kombination aus Tag und Zahl haben,
ist allerdings ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Erst in den 1950er
Jahren soll die negative Kombination aufgetaucht sein. Pro Jahr gibt es mindestens ein und höchstens dreimal einen
Freitag, den 13. In diesem Jahr haben die Monate Jänner, April und
Juli einen solchen "Unglückstag". Dies ist in allen Schaltjahren der
Fall, die an einem Sonntag beginnen. Ebenfalls drei dieser besonderen
Freitage gibt es, wenn ein "normales" Jahr an einem Donnerstag
beginnt. Dann haben die Monate Februar, März und November einen
Freitag, den 13. Das war zuletzt 2009 der Fall. Das nächste Jahr mit
drei "Unglückstagen" wird 2015 sein.
Die Zahl 13 hat eine besondere Bedeutung, weil sie das
geschlossene Zwölfersystem überschreitet. Als Primzahl ist sie nur
durch eins und sich selbst teilbar. Da viele Menschen mit der Zahl
Unglück und Gefahr verbinden, verzichten manche Hotels auf die
Zimmernummer 13. Einige Fluggesellschaften führen keine 13. Sitzreihe
in ihren Maschinen. (red/APA)