Microsoft legt Pläne für Internet-Abo-TV auf Eis

12. Jänner 2012, 11:02

Lizenzkosten "entsprechen nicht dem Geschäftsmodell des Konzerns"

Wenige Monate vor dem geplanten Start seines Internet-Abo-Fernsehens zieht der US-Computerkonzern Microsoft nach Reuters-Informationen bei dem Projekt den Stecker. Die Gespräche mit Medienkonzernen über Lizenzen für Fernsehsendungen und Filme seien auf Eis gelegt worden, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Jahr lang seien intensiv Gespräche geführt worden. Doch schließlich habe Microsoft entschieden, dass die Lizenzkosten nicht dem Geschäftsmodell des Konzern entsprächen, sagte ein hochrangiger Medienvertreter. Microsoft lehnte eine Stellungnahme ab.

Programmalternativen zu lokalen Fernsehsendern und Satellitenkanälen

Mit Microsoft TV wollte der Computerriese gegen eine monatliche Gebühr Programmalternativen zu lokalen Fernsehsendern und Satellitenkanälen anbieten. Dabei hatte Microsoft ein Geschäftsmodell ähnlich wie die Onlinevideothek Netflix im Blick. Doch Microsoft wollte auch aktuell im Fernsehen laufende Sendungen und Live-Übertragungen ausstrahlen, was die Lizenzgebühren in die Höhe getrieben haben dürfte. Auch der Internetkonzern Google und das Online-Kaufhaus Amazon haben das 100 Milliarden Dollar (78,6 Mrd. Euro) schwere US-Kabel-Fernsehgeschäft ins Visier genommen. Dieses wird bisher von Branchengrößen wie Comcast und DirecTV sowie von Unterhaltungskonzernen wie Walt Disney und Time Warner dominiert. (APA/Reuters)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.