Wien - Der kasachische Staatsfonds Samruk Kazyna hat italienische
Medienberichte dementiert, wonach er mit rund fünf Prozent bei der Bank-Austria-Mutter UniCredit eingestiegen sei. "Diese Information entspricht nicht der
Wahrheit", sagte eine Sprecherin des Fonds nach Angaben der italienischen
Nachrichtenagentur Radiocor. Der Fonds werde eine Berichtigung von der Mailänder Tageszeitung "Il
Giornale" verlangen, die am Donnerstag über den Einstieg bei
UniCredit berichtet hatte.
Medienberichte
Nach Angaben von "Il Giornale" soll der Fonds einen etwa fünfprozentigen Anteil an der italienischen Großbank erworben haben. Dabei handle es sich um einen "freundschaftlichen Einstieg", der Kauf sei der italienischen Notenbank mitgeteilt worden. Der Bericht über den Einstieg des kasachischen Fonds beflügelte am Donnerstag die UniCredit-Aktien an der Mailänder Börse, die zu Mittag um über acht Prozent zulegten.
Die UniCredit wollte den Bericht vorerst nicht kommentieren. Die italienische Notenbank bestritt schon am Vormittag, dass der kasachische Staatsfonds den Kauf der UniCredit-Aktien mitgeteilt habe. Es gebe jedoch keine Mitteilungspflicht, wenn es sich um eine Beteiligung unter fünf Prozent handle, berichtete ein Notenbank-Sprecher.
Der Einstieg des Samruk Kazyna Fund bei der UniCredit sei den guten Beziehungen des Institutschefs Federico Ghizzoni in Kasachstan zu verdanken, wo die Bank-Austria-Mutter seit 2007 die ATF Bank hält, schrieb "Il Giornale". Die Bank Austria hatte im Mai das Kapital bei ihrer defizitären Tochter ATF um 198 Mio. Euro erhöht. Die kasachische Bank gilt als das Sorgenkind der UniCredit im Osten. Sie hat seit dem Kauf vor vier Jahren um 1,6 Mrd. Euro mehrere hundert Millionen Euro Verlust gemacht. Einen Verkauf der ATF hatte die UniCredit stets abgelehnt.
Am Montage hatte die UniCredit eine Kapitalerhöhung im Wert von 7,5 Milliarden Euro gestartet, um eine kürzlich von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) ausgemachte Lücke von acht Mrd. Euro Eigenkapital zu stopfen. Mit der Kapitalaufstockungsaktion für die größten 70 europäischen Institute will die EU in der Euro-Schuldenkrise das Vertrauen in die Finanzbranche und unter den Banken wiederherstellen. (APA)