Master

Weiterbildung soll nicht mehr als Studium zweiter Klasse gelten

12. Jänner 2012, 10:05

Qualitätssicherungsagentur AQA hat mit einigen Unis und FHs Empfehlungen zur Qualitätsentwicklung der Weiterbildung vorgestellt

Wien - Weiterbildungsangebote an Unis und Fachhochschulen (FH) haben nicht nur eine andere Zielgruppe als das Regelstudium, auch die Prüfungs- und Leistungsanforderungen sind derzeit andere. Geht es nach der Qualitätssicherungsagentur AQA, soll sich das jedoch ändern. Gemeinsam mit zehn Unis und FHs hat sie "Empfehlungen zur Qualitätsentwicklung der Weiterbildung" erarbeitet, die den Hochschulen bei Planung und Gestaltung helfen sollen. So sollen etwa Master-Weiterbildungslehrgänge künftig nicht mehr "als 'Master zweiter Klasse' behandelt werden", lautet eine der Mittwochnachmittag in Wien präsentierten Empfehlungen.

Künftig sollen demnach die Anforderungen bei Master-Lehrgängen "wenigstens dem Master-Regelstudium entsprechen". Gleichzeitig empfiehlt die AQA, dass auch Personen ohne Bachelor-Abschluss, aber mit "hochwertigen beruflichen Qualifikationen oder Kompetenzen" in Ausnahmefällen eine Weiterbildung mit Master-Abschluss beginnen dürfen.

Zur Verbesserung der Qualität wird für jeden Lehrgang eine wissenschaftliche Leitung und eine Lehrgangskoordination empfohlen. Die besonderen Anforderungen berufstätiger Studenten sollen künftig schon bei der Planung berücksichtigt werden, sowohl bei den Lehrveranstaltungszeiten als auch durch ein Angebot von Online-Plattformen.

Die AQA plädiert auch dafür, dass Studenten von Weiterbildungslehrgängen künftig jenen von Regelstudien rechtlich gleichgestellt werden, derzeit sind sie "nur" außerordentliche Studenten. Damit sollen Benachteiligungen etwa bei finanziellen Begünstigungen wegfallen und internationale Aktivitäten erleichtert werden. (APA)

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10 Postings
lehrer
02
29.1.2012, 18:48
grotesk

wie soll ein master in der weiterbildung qualität haben wenn kein grundstudium (bachelor) erforderlich ist!!!??

Chemist88
03
15.1.2012, 14:17
absoluter Blödsinn

diese Lehrgänge kann man auch ohne Bachelorabschluss machen also können sie gar nicht gleichwertig mit einem Master sein.

collector1
01
22.1.2012, 21:28

Das Problem bei solchen Masterstudienangeboten (da gibt es jede Menge mittlerweilen am Markt) ist, dass dort Personen zu gelassen werden, die keine Matura, kein Bachelordegree und auch kein Diplom haben. Die Studiendauer ist teilweise extrem scherzhaft, kann doch mit diesen Vorausetzungen in minimal 2 Semestern ein Masterabschluß, im Regelfall in 4 Semestern erreicht werden.

Nur ein Doktorat oder eine A1 Wertigkeit beim Bund ist im Regelfall mit so einem Master nicht möglich. Dies schreiben sogar diese Anbieter auf ihre Homepages.

Chemist88
01
15.1.2012, 14:19
außerdem wäre das

keine Aufwertung der Lehrgänge sondern mehr eine abwertung der Masterstudien.

Girgl Galgenstein
11
15.1.2012, 12:03
Wichtiges Thema

denn in der Regel hat man mit Abschluss eines Studiums eben nicht ausgelernt. Wer vor dreissig Jahren einen Abschluss in Biologie gemacht hat, kann mit diesem Wissen heute praktisch nirgends mehr reüssieren, es sei denn er hat sich weitergebildet. Dass diese Weiterbildung entsprechend anerkannt wird, ist in einer Zeit, in der Wissen immer rascher alt wird, eine Notwendigkeit. Dass man mit dem klassischen Studium ausgesorgt habe, ist eine liebgewonnene Illusion, zudem erst die Praxis die Relevanz des bis dahin meist rein theoretischen, erworbenen Wissens belegen kann.

ergosum
10
13.1.2012, 21:18
Internationale Anforderungen an Lern-Dienstleister

Wer welche Weiterbildung für nützlich hält, sollte doch jeder selbst beurteilen können. Damit er (und sie) aber auch die Marketing-Versprechungen beurteilen kann, gibt es einen ISO-Standard 29990 (2010) zum Thema "Lerndienstleistungen für die Aus- und Weiterbildung - Grundlegende Anforderungen an Dienstleister". Zumindest die seriösen Anbieter sollten wissen, was dort drinsteht - und mündige Bildungskonsumenten auch.

I can no more - I break equal together...
00
13.1.2012, 15:09
Solange sich Pelinkas und Co. ihre Masterabschlüsse kaufen können, ...

ist selbst der Weg zum "Master zweiter Klasse" noch weit.

Schade, dass ein paar wenige die Mühen so vieler völlig entwerten können.

xruxl
04
12.1.2012, 22:32

Bitte nicht, es gibt schon genug Abschlüsse, die sich Master nennen dürfen und wofür man außer eine Menge Geld zahlen nicht viel machen muss.

Eagle6
04
12.1.2012, 16:57

Ich sehe das auch skeptisch... eine "Weiterbildung" bleibt ein Abschluss zweiter Klasse verglichen mit Bachelor + Master. Der Aufwand für letzteres ist viel höher und der Stoff der einem vermittelt wird viel umfangreicher, wozu also irgendwas vorlügen durch eine "Gleichstellung" am Papier.

furlan
09
12.1.2012, 15:32

super, eine gekaufte master-weiterbildung ohne vorherigen bachelorabschluss ist eh maximal ein master dritter klasse

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