Regierung schließt Waffenstillstand mit Rebellengruppe

12. Jänner 2012, 13:09

Karen National Union kämpft seit Jahrzehnten gegen Armee - Konflikt ist einer der ältesten Bürgerkriege der Welt

Hpa-an - In Burma (Myanmar) haben Karen-Rebellen und Regierung erstmals seit Beginn des Aufstands 1949 einen Waffenstillstand unterzeichnet. "Das Abkommen gilt ab sofort", sagte am Donnerstag Eisenbahnminister Aung Min, der die Verhandlungen von Regierungsseite leitete. "Wir wollen, dass der Friedensprozess weitergeht", sagte David Taw, Verhandler der Karen-Vereinigung KNU. Nach KNU-Angaben rangen die Rebellen der Regierung die Zusage ab, dass alle Kämpfe gegen ethnische Minderheiten eingestellt werden.

Das Volk der Karen ist die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe im Vielvölkerstaat Burma. Es hat sich schon vor der Unabhängigkeit von Großbritannien der Eingliederung in den Staat Burma widersetzt. Anders als andere Rebellengruppen arrangierte es sich auch nie mit der Jahrzehnte lang regierenden Militärjunta. Ihre Armee galt als brutal und kompromisslos. In zahlreichen Landesteilen kame es bis in die jüngste Zeit zu blutigen Zusammenstößen.

"Unsere Hauptforderung war, dass die Kämpfe in allen Gebieten ethnischer Minderheiten eingestellt werden", sagte die in Mae Sot in Thailand ansässige Generalsekretärin der KNU, Zipporah Sein. "Wir sind überrascht, dass sie dem zugestimmt haben." Allerdings habe die Zentralregierung dies nur unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Verteidigungsministers getan.

Die KNU (Karen National Union) unterzeichnete zwei Vereinbarungen, eine mit der Zentralregierung und eine mit der Regionalregierung des Karen-Staates. Sie rang der Regierung unter anderem die Zusage ab, dass Karen sich im ganzen Land frei bewegen können. Bisher reglementiert die Regierung die Bewegungsfreiheit der Einwohner.

Seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1948 ist die Beziehung der ethnischen Minderheiten zur Zentralregierung von Konflikten geprägt. Mehrere bewaffnete Gruppen kämpfen seit Jahrzehnten für mehr Rechte. Rund ein Drittel der 50 Millionen Einwohner des Landes gehört ethnischen Minderheiten an. Diese leben vor allem in den bergigen Grenzgebieten. Die Friedensgespräche mit der KNU kamen unter Vermittlung von Hla Maung Shwe zustande, dem Gründer der Nicht-Regierungsorganisation Myanmar Egress.

Seit März 2011 ist in Burma erstmals seit 1962 eine auf dem Papier zivile Regierung im Amt. Sie ging aus den Wahlen hervor, die die Junta im November 2010 unter zahlreichen Bedingungen zuließ. An den Schaltstellen der Macht sitzen nach wie vor überwiegend Generäle. Doch hat die Mannschaft um Präsident Thein Sein wie von vielen westlichen Regierungen gefordert mehrere Initiativen unternommen, um das Land nachhaltig zu befrieden. (APA/AFP)

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21 Postings

das land wendet sich leicht von china ab und plötzlich sind reformen und frieden möglich. so ein zufall.

ich habs vorhin genau beschrieben was da los war

jedoch die banale wahrheit wird wegzensiert, ums gerafft zu sagen was in dem artikel steht stimmt nicht, nur es darf nicht gesagt werden, warum?

Wenn Nato und USA nicht im Spiel sind klappt es auch mit den Frieden

es wundert mich, dass ausgerechnet sie nicht mit einem link zu einem russischen blog kommen, in dem detailreich beschrieben wird, dass das alles nur der beginn einer verschwörung ist, ausgeheckt von den bösen imperialisten. warum sonst war hillary neulich dort? doch sicher nur um militärstützpunkte zu bauen und die welt zu erobern.
ist es nicht das was sie und ihre freunde normalerweise denken?

das ist keine rebellengruppe

das ist ja fast eine richtige armee. die austattung der KNU ist beeindruckend.

Würde das Buch von Fritz Sitte empfehlem (Rebellenstaat im Burma-Dschungel). Ist zwar schon aus 1979 aber sehr interessant obwohl Sitte ziemlich umstritten war bei seinen "Kollegen".

propaganda foto.

googeln sie über die karens.

thailand würde sich über die rückkehr von migranten freuen.

tja, Lord of War läßt grüßen.

US Helme, US Uniformen, US Sturmgewehre, schaut nach Restbeständen des Vietnamkrieges aus aber für ihre Zwecke wohl ausreichend.

Die große Frage ist freilich, ob die MILF als lachende Dritte

den Waffenstillstand nicht wieder abblasen...

Die M.I.L.F. is auf die Phillipinen, ned in Burma ;)

Gruß Flieher

Ich denke, beim cavaliere-posting geht es eher um die anknüpfung an legendäre forumsaktivität...
http://derstandard.at/128297955... forumstart

Seien Sie nicht so pedant! Das sind nur 3500 km und 3

Länder liegen dazwischen ;-)

danke, herr kollege!

ausserdem sind die MILFs fast überall auf der welt.

na geht doch

endlich wieder good news.

ja, bin von der entwicklung in burma in den letzten monaten positiv überrascht. hätte nicht damit gerechnet.

Wegen dem Rambo sicherlich!

bin gespannt, wieviele trolle auch an dieser guten nachricht was auszusetzen haben werden; aber eh klar, das ist sicher ne ganz gemeine finte der CIA, um die chinesen van hinten aufzumachen.

ein kleines, aber feines projekt, das im kleinen rahmen wirklich was weiterbringt, u va keinen geldfressenden entwicklungshelferapparat hat: http://www.burmahilfe.org/de/ !

man sollte dazusagen, dass der grossteil der kampftüchtigen Karen tot sind. auch so endet ein bürgerkrieg der seid 1947 geht.

Oh Gott was ist in Burma los? Im Artikel von 10:12 waren es 60 Mio

EW http://derstandard.at/132624902... uechtlinge um 10:15 sind es nur mehr 50 Mio EW. Aber grundsätzlich mal den Burmesen alles gute, nach Jahrzehnten ein Hoffnungsschimmer.

Than Shwe hat vielleicht 10 Million Menschen in 3 Minuten umgebracht ???

The question is: Can the Leopard really change its shorts?

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