Beobachter reisen ab

Die arabische Mission bröckelt

12. Jänner 2012, 18:56

Zwei Beobachter haben die Mission der Arabischen Liga bereits aus Protest verlassen, weitere sollen folgen

Auch unter den arabischen Staaten ist die Operation umstritten. Doch von einem Scheitern will noch niemand sprechen.

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Attacken auf Teilnehmer, Rücktritte und zunehmende internationale Kritik - die Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien zeigt erste Auflösungserscheinungen. Vorerst zumindest will die Organisation keine neuen Leute mehr nach Syrien schicken. Die nächste Zwischenbilanz des Einsatzes wäre für kommenden Donnerstag vorgesehen gewesen. Doch Liga-Chef Nabil Elaraby musste im ägyptischen Fernsehen einräumen, dass die Mission nicht wie erwartet erfüllt werden könne, weil die Krise komplizierter geworden sei.

Am Montag waren in Latakia drei Beobachter aus Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten verletzt worden. Der Außenminister der Emirate hatte Damaskus vorgeworfen, die Regierung unterstütze die Mission nicht.

"Gezielter Missbrauch"

Der algerische Beobachter Anwar Malek, der am Mittwoch als Erster seinen Rückzug erklärte, warf dem syrischen Regime gar vor, die Mission gezielt zu missbrauchen, indem Geheimdienstleute als Fahrer und Aufpasser mitgeschickt würden, die als Spione dienten. Er sprach von schwersten Menschenrechtsverletzungen, Scharfschützen und Folter und erklärte, die angeblich freigelassenen Gefangenen seien Leute, die auf der Straße zusammengesammelt worden seien.

Malek beschuldigte einen Teil seiner rund 160 Kollegen, mit dem Regime zusammenzuarbeiten, und gab an, dass seine Erkenntnisse nicht in die Berichte an die Liga eingeflossen seien. Das hätte die Leitung seiner Gruppe verhindert. Mehrere seiner Kollegen würden es ihm demnächst gleichtun und die Mission verlassen. Am Donnerstagabend trat dann ein sudanesischer Beobachter zurück.

Auch die Organisation Human Rights Watch warf Damaskus vor, auf Demonstranten zu schießen, die Beobachter treffen wollten, und forderte die Arabische Liga auf, die Erkenntnisse der Mission publik zu machen.

Die Liga selbst ist tief gespalten. Während der Premier Katars, Scheich Hamad bin Jassim al-Thani, erklärte, er habe noch keine Erfolge gesehen und die Zweifel an der Mission würden zunehmen, befand Algeriens Außenminister Mourad Medelci, Damaskus habe Maßnahmen ergriffen, um die Krisen einzudämmen. Schuld an der zunehmenden Gewalt seien vor allem Deserteure.

Die Mehrheit der arabischen Staaten fürchtet sich vor einem Scheitern. Denn das würde bedeuten, erklären zu müssen, dass Damaskus seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei.

Auch am Donnerstag gab es wieder heftige Gefechte. Eine Initiative von Aktivisten, die Hilfsgüter über die Grenze bringen wollten, scheiterte an den Behörden der Türkei und Jordaniens. (Astrid Frefel aus Kairo/DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2012)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 46
1 2
Oddo Wolf
05
16.1.2012, 20:54

Malek beschuldigt 160 Kollegen der arab. Liga, mit dem Regime zusammenzuarbeiten, und hat die Mission verlassen?

Sprecher der 160 Beobachter beschuldigen Malik mit westl. Geheimdiensten zu kooperieren und haben Malek rausgeschmissen. Wem soll man glauben?

Algeriens Außenminister Mourad Medelci: Schuld an der zunehmenden Gewalt seien vor allem DESERTEURE.

Def_izit
62
13.1.2012, 10:54
Zum Nachlesen

Ehemaliger Arabische Liga Beobachter spricht über Morddrohungen

in englisch

http://www.nowlebanon.com/NewsArtic... ?ID=351953

Killer Bunny
72
13.1.2012, 08:14

Der Generalsekretär der Arabischen Liga sorgt sich über einen möglichen Bürgerkrieg in Syrien und Konsequenzen für Nachbarstaaten.
"Ja, ich befürchte einen Bürgerkrieg, und die Ereignisse, die wir sehen und von denen wir hören, könnten zu einem Bürgerkrieg führen, sagte Nabil Al-Arabi in einem Interview mit dem ägyptischen Sender Al-Hayat. „Jegliche Probleme in Syrien werden Auswirkungen auf die Nachbarstaaten haben“, ergänzte Elaraby.
Quelle: ORF
Jetzt werden sie Assad noch einmal in der Hoffnung wüten lassen, dass er den Aufstand niederschlägt. Aber es wurden schon alle Grenzen überschritten.

Oddo Wolf
04
16.1.2012, 20:40

Du bist ein Lohnschreiber und Kriegshetzer.

Killer Bunny
40
16.1.2012, 20:56

Wo lesen Sie da einen Kriegshetzer heraus? Ich sehe nur, dass es der arabischen Liga lieber wäre, Assad schlägt den Aufstand nieder. Aber die Vorgänge sind schon zu weit fortgeschritten.

Oddo Wolf
04
16.1.2012, 21:27

Reformen für die Mehrheit der friedlichen Demonstranten. Ja! Da gibts durchaus schon Fortschritte. Das interessiert die Kriegshetzer (die weitgehend die Berichterstattung westl. Medien kontrollieren) aber nicht wirklich, deshalb wird kaum darüber berichtet.

Die paar tausend, vom Ausland bewaffneten "Hooligans" aus der großen Mehrheit der friedlichen Demonstranten herauszufiltern und aufs schärfste zu verurteilen, ist das Anliegen der arab.Liga.

Nur Katar (51 US-Staat?) und die US-Außenpolitik haben da ganz andere Pläne. Die interessieren sich für Menschenrechte überhaupt nicht. Propaganda-blabla um Völkermorde zu legitimieren.

Flugverbotszone Libyen: 20-30000 Tote
Flugverbotszone Syrien: 200-300000 Tote?

Ist es das was ihr wollt?

Quiche
01
12.1.2012, 18:55
Head of Arab mission to Syria denies disarray

CAIRO Jan 12 (Reuters) - The head of Arab League monitors in Syria dismissed as untrue on Thursday the comments of an Algerian observer who quit in disgust over continued violence in the country and slammed the mission as a "farce".

http://af.reuters.com/article/c... KW20120112

Def_izit
80
13.1.2012, 03:43
Quiche

naja nachdem er mit der AL gesprochen hatte - warens herzprobleme - wie auch immer man "herzprobleme" interpretieren will

Quiche
22
12.1.2012, 18:26
Algerischer Außenminister Mourad Medelci

bei einer Pressekonferenz der Vereinten Nationen.

Einiges scheint im Widerspruch zum algerischen AL-Delegierten zu stehen, der seine Mission abgebrochen hat.

http://af.reuters.com/article/t... 4420120112

m0nk
92
12.1.2012, 18:05
"Als Aktivistinnen und Aktivisten brauchen wir dringend Unterstützung, um weiterhin unsere Arbeit im Dienste der friedlichen Revolution weiterführen zu können, bis wir diese Diktatur besiegt haben."

Trotz der Gewalt von Militär und Geheimdiensten demonstrieren in Syrien täglich tausende Menschen friedlich für ein Ende des Assad-Regimes. Sie organisieren sich in lokalen Bürgerkomitees, deren Ansatz der gewaltfreie Widerstand ist und fordern Menschenrechte, Demokratie und ein Ende der gewaltsamen Diktatur. Nach Monaten empörten Protests werden die Ressourcen knapp. Die syrische Demokratiebewegung braucht jetzt Ihre Unterstützung.
Werden Sie RevolutionspatIn!

https://www.adoptrevolution.org/spenden/

Oddo Wolf
05
16.1.2012, 21:00
Kotz !

... unsere Arbeit im Dienste der FRIEDLICHEN Revolution weiterführen zu können.

Eine NGO der CIA mit 30Mrd.US$ Budget auf Spendentour?

salman
 
00
12.1.2012, 21:43

Das ist richtig und mutig (tw. stellen sie sich geradezu in die Schussbahn, um Frauen zu schützen oder um Durchhaltewillen zu demonstrieren) -

ABER sie sollten sich von den bewaffneten Kräften distanzieren! Aber das tun sie leider nicht, vielmehr sympathisieren sie vielerorts mit ihnen.

Und sie müssen von der dummen Forderung Abstand halten, dass die UNO eine Resolution verabschiedet, welche einen Militäreinsatz fordert.

jeder, der den Mut dieser meist jungen Männer und Frauen sieht, ist gerührt.

Aber ein bisschen Vernunft gehört auch dazu!

Hört auf mich
66
12.1.2012, 17:26

1. "...der Beobachter, der namentlich nicht genannt werden wollte, per Telefon aus Syrien"
Mit wem hat er telefonisch gesprochen? Wenn er seinen Namen nicht nennt, woher weiß man dann, daß er ein Beobachter ist?

2. "Außenminister Alain Juppe...In einer Erklärung forderte er die syrische Führung zudem auf, für die Sicherheit ausländischer Journalisten zu sorgen"
Wie soll die syrische Regierung für Sicherheit sorgen wenn sie nicht gewaltsam gegen die Terroristen vorgehen soll? Mit Blumen und Marschmusik?

subspace99
20
13.1.2012, 09:20
Erkennen Sie den Unterschied zwischen

"den Namen nicht nennen" und "namentlich nicht genannt werden wollen"?

Hört auf mich
00
13.1.2012, 10:20

Ist schon klar guter Mann.
Aber wo bitteschön steht in dem Bericht, mit wem oder welchem Medium dieser angebliche Beobachter gesprochen hat? Wo steht, daß die Redaktion den Namen weiß, aber diesen nicht veröffentlichen kann. Fragen über Fragen!
Im übrigen ist der Artikel auf welchen ich gepostet habe mittlerweile nicht mehr der gleiche!

Honzo1122
52
12.1.2012, 16:36
Alleged Russia arms ship docks in Syria

http://www.haaretz.com/news/midd... e-1.406957

Alleged Russia arms ship docks in Syria despite vow to change course
Turkish officials say ship, which was briefly held in Cyprus, arrives at Syrian port of Tartus after ship turning off its tracking device.

By The Associated Press and Haaretz

TomGard
 
82
12.1.2012, 15:30
Nachdem Assad de facto für März ein Referendum um seine Demission

angekündigt hat
( http://derstandard.at/plink/132... 0/24390865 ) wäre das Mindeste, was die angeblichen Friedens- und Humanitätshänger verlangen müßten, ein türkischer Befehl an d. FAS zur Waffenruhe + Abzug der eingestandenerweise dort + in Syrien tätigen türk., franz., brit. qatari + US Special Forces, CIA und MI6 incl.
Damit nenne ich eine NAGELPROBE, die Assad der SYRISCHEN Bevölkerung mit s-r Ankündigung verordnete! Erstmals handelt er tat-sächlich despotisch! Wer jetzt noch weiter sabotiere, morde + schlägere, der sei "nicht guten Willens", und über die, die nicht guten Willens seien, sagt er, rede er nicht, "sie interessieren uns nicht".
MaW: Die TAT-SÄCHLICHE Drohung Assads kriegen die MSM-Heinis nicht mal mit. Zu doof.

Honzo1122
84
12.1.2012, 16:28
ein türkischer Befehl an d. FAS zur Waffenruhe

Mit Start der Beobachtermission der AL hat die FSA bzw ein Kommandant der FSA eine einseitige Waffenruhe verkündet gehabt.
Die Frage ist, wer sich nicht an die Waffenruhe hält.
Es gibt Städte, die von syrischen Truppen mit schweren Waffen angegriffen werden.
Wie zb Saraqib in Idlib.

TomGard
 
74
12.1.2012, 17:02
"Die Frage ist, wer sich nicht an die Waffenruhe hält."

Nope, Honzo, das mag bis gestern fraglich gewesen sein, doch jetzt können Scharfmacher in der Armee auf Offensiven verzichten, so lang d. Angreifer ihrerseits defensiv bleiben. In der Phase bis zu evtl. Parlamentswahlen gewinnen sie so oder so, ob d. Referendum abgelehnt, oder angenommen wird.
Der gestrige Granatenangriff auf ein alavitisches Wohnviertel/ Homs ist daher e-e deutliche "Ansage" der Angreifer gewesen + nichts konnte Assad zu dieser Zeit mehr entgegen kommen. Der Angriff bekräftigte: Wir führen Krieg GEGEN Syrien, nicht UM Syrien, und wir wollen totalen Krieg. Wenn Syrer an ihm beteiligt waren, so waren es kretinistische Nullen. Wie Gaddafi mit d. Volksbewaffnung hat Assad es dem Imperium maximal schwer & teuer gemacht.

Oddo Wolf
00
17.1.2012, 09:20

Gut beobachtet TomGard

sysiphos
 
35
12.1.2012, 15:30
es sagte der algerische beobachter also:

"Er sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera, die Beobachter gäben Präsident Bashar al-Assad die Gelegenheit, noch mehr Menschen zu töten. Es würden auch Kinder getötet. Die Demonstrationen seien friedlich. Das Regime in Damaskus unterstütze die Beobachtermission nicht. Es versuche, die Delegierten zu täuschen."

wie ist das demzufolge mit der von den vereinigten antiimps hier andauernd verbreiteten märchen von der globalen nato-reuters-medienlüge über den armen, armen assad, der sich ja in wahrheit nur gegen die cia-söldner wehrt?? sind halt eben doch das, nämlich märchen, stimmts?? oder steht algerien etwa auch im verdacht, ein us-vasallenstaat zu sein? ich harre der (absehbar dürftigen) erklärungen!!!

Oddo Wolf
01
17.1.2012, 09:34
sagte der algerische beobachter...

-
So a Gschichtldrucka

Der algerische beobachter hat gelogen. War bei der Homs-Visite gar nicht dabei und hat (weil krank) sein hotel 6 Tage nicht verlassen.

http://www.sana.sy/eng/337/2... 393844.htm

NONE
112
12.1.2012, 15:00

"Die Türkei hielt an der Grenze zu Syrien verdächtige Lastwagen aus dem Iran auf, die nach Berichten lokaler Medien mit Waffen beladen waren."

Wie? Was?

Wieso muss der Iran über die Türkei fahren um nach Syrien zu liefern?!?!?!

Timagoras
 
14
12.1.2012, 15:55
"Wie? Was? Wieso muss der Iran über die Türkei fahren um nach Syrien zu liefern?!?!?!"

.
wo's doch durch den befreundeten Irak viel einfacher und sicherer wäre, nicht wahr? ;o)

Leonardo Basil
21
12.1.2012, 15:28

Najo, sollen sie durch den Irak, und damit durch US-Gebiet fahren?

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