U-Ausschuss im Fernsehen

Sorgfalt statt schneller Show

Kommentar | Nina Weißensteiner, 11. Jänner 2012, 19:36

Bei Live-Übertragungen aus dem U-Ausschuss ist allerhöchste Sorgfalt geboten

Warum haben Sie sich eigentlich noch nicht bei der Millionenshow angemeldet? Weil es Ihnen vielleicht kein Geld der Welt wert ist, sich im gleißenden Licht von Medienprofi Armin Assinger als komplette Null vorführen zu lassen? Verständlich, denn bei einem Totalausfall vor der Kamera würden Zigtausende zusehen - und sich wohl noch tagelang einen Ast lachen.

Freiheitliche und Zukunftsbündler wollen nun Hals über Kopf Liveübertragungen aus dem aktuellen Untersuchungsausschuss einführen, doch bei dem Ansinnen ist besser allerhöchste Sorgfalt geboten. In die Untersuchungsgremien werden nämlich nicht nur korrupte Spitzenmanager und an Publicity gewöhnte Regierungsmitglieder von gestern und heute geladen. Nein, auch den einfachen Polizeibeamten oder den kleinen Bankangestellten kann es treffen. Auch die sitzen dann Abgeordneten gegenüber, die möglichst viel aus den Zeugen herauspressen wollen - nicht zuletzt deswegen, um sich im Fernsehen als große Aufdecker zu profilieren.

Eine Änderung der Gesetzeslage braucht also mehr Bedacht. Derzeit gibt es zwar viele Pflichten für die Geladenen: Das Ignorieren von Ladungen oder Verstöße gegen die Wahrheitspflicht werden streng geahndet wie vor Gericht. Doch was ist mit den Rechten von Auskunftspersonen, die dann öffentlich angepatzt werden? Das sollten sich FPÖ und BZÖ zuallererst einmal durch den Kopf gehen lassen. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2012)

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20 Postings
Peter Beta
00
13.1.2012, 11:44

Um Gottes willen?!?!
Wo kommen wir denn da hin, wenn im Fernsehen
realistische Personen zu sehen wären!

Wieder diese alles/nix schwarz/weiss Zwangsdenke in Ö.

Entweder: Medien Profis
Oder: Sozial Porno

BEIDES ist sehr unkomplett und daher unrealistisch.

Demokrit 007
00
13.1.2012, 08:05
2 Varianten zum Nachdenken

1) Zeitversetzte Sendung, bei der möglicherweise zur Sau gemachte "kleine" Zeugen heraus geschnitten werden.
2) Nur "Promis" live zeigen. Die sind solche Auftritte gewohnt und haben es auch "verdient": Schüssel, Grasse, Strasser, Plech und Co.

1116er
00
12.1.2012, 19:01
mangelnde empathie gepaart mit größenwahn.

das ist es wohl, was die befürworter von live-tv-übertragungen kennzeichnet.

mangelnde empathie: die unfähigkeit, sich in einen vorgeführten zeugen hineinzuversetzen. das wurde im kommentar eh ausführlich geschildert.

größenwahn: der glaube, sich aus zeugen- und politikeraussagen im rahmen einer tv-show ein eigenes bild über die sache und die sachlage bilden zu können.

onlooker
00
13.1.2012, 11:43
in welchem jahrhundert leben sie eigentlich noch? solche übertragungen sollen wem schaden? empathie?

für leute die uns steuerzahler um millionen betrogen haben? ein grasser der vehindert dass seine konten geöffnet werden? ich bin weder bei der fpö noch beim bzö, und trotzdem finde ich es gut, dass diese kriminellen vorgeführt werden, bei der telekom wurden auch mio € ausgegeben, beim blaulicht noch mehr mio verprasst, und geschmiert, hier geht es um gerechtigkeit und ums vertuschen, vielleicht überlegen sich die nächsten gauner ob sie nochmals eine solche sache machen, wenn sie sehen, wie mit ihnen umgegangen wird, es sind fast zehn jahre seit den ersten betrügereien vergangen, und es wurde sehr geschickt blockiert, das treffen von ainedter und B/O im cafe am naschmarkt gegen 23:00 sollte doch jedem die augen öffnen,

1116er
00
12.1.2012, 18:56
fpö und bzö

wollen eine show, weil sie nichts können, ausser show machen!

byron sully
11
12.1.2012, 16:51

na ja, man kann ja für besonders heikle dinge ausnahmen machen - aber tv-übertragung find ich an sich richtig und begrüßenswert.

onlooker
01
12.1.2012, 15:23
in den westlichen demokratien wird dieses schon seit jahrzehnten gehandhabt,

eine der interessantesten übertragen waren für mich die
"watergatehearings", diese ganze angstmacherei, führt nur dazu, dass wir für weitere hundert jahre nicht in den genuss kommen, uns ihre gschichtln zu erzählen, warum der oder andere geschmiert wurde, der polizist hat eine verfahrenshilfe sowie jeder andere auch, wir leben im 21 jahrhundert und nicht mehr um 1848, die österreicher haben die instrumente und dürfen nicht hinschauen, bin überzeugt, dass die meischis und wie sie alle heissen mögen, sich dieses leichte geld nicht mehr antun werden, also österreich auf gehts, in eine neues zeitalter, und die angst etwas falsch zu machen, ist wie bei einem computer, da kann man auch nicht viel falsch machen

Erwin Wolfram
00
12.1.2012, 15:16
...

na was glauben sie wie schnell die maerkte normal werden, wenn die pfruende dieses nazigesindels bedroht sind...

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
12.1.2012, 13:22
Wenn man nicht

vor die attische und athenische Antike und damit vor die Ursprünge der Demokratie zurückfallen will, wird man es öffentlich machen *müssen*.

Und weil unsereiner nicht als Millionenmenge da herumstehen kann, sind TV-Übertragungen das angemessene Mittel, um die Beobachtung der Vorgänge für alle zu ermöglichen.

Es ist völlig logisch, daß die gebenden Hände wissen wollen, was die nehmenden Hände so treiben und trieben, mit dem was sie nehmen und nahmen.

Mit der sogenannten "Millionenshow" hat das wiederum überhaupt nichts zu tun.

In abhörsicheren Bunkern funktioniert Demokratie jedenfalls nicht.

Die Protagonisten müssen sich vor aller Augen rechtfertigen!

Herbert Reinsch
10
12.1.2012, 13:06

solange sich laienhafte dilletanten, welche in erster linie an ihrer selbstdarstellung interessiert sind, als
inquisitoren aufspielen und zeugen (nicht beschuldigte) wie abschaum behandeln, sind die untersuchungsausschüsse sehr zweifelhaft. wenn sich menschen daran aufgeilen wollen wie im fernsehen live die vorführung unschuldiger zeugen stattfindet, hat das nicht mit seriöser berichterstattung zu tun.
also solange da nicht profis am werk sind- so lange hände weg von liveübertragungen eines u-ausschusses.

onlooker
00
12.1.2012, 15:27
ja wenn man in einem anderen jahrhundert lebt, dann können solche dinge schon passieren,

seit jahrzehnten gibt es in der ganzen welt übertragungen, aber reinisch hat noch nie von einer verfahrenshilfe gehört? eher peinlich, dieser anwalt, schaut schon darauf, dass die befragten zu ihrem recht kommen, ist etwas neues für österreich, aber irgendwann müssen wir auch verantwortung übernehmen, haben sie davor angst?

Herbert Reinsch
00
13.1.2012, 09:23
lol

ich fühle mich schon fast verfolgt :)
scheinbar mögen sie mich nicht, ohne mich zu kennen.
macht aber spaß, zumindest mir.
also zu meinem posting:
in einem u-ausschuss sitzen keine richter, oder staatsanwälte, sondern in zeugenbefragungen ungeschulte personen. daher kommt es mitunter dazu, dass unschuldige zeugen äußerst derb angegriffen werden. da ein u-ausschuss auch kein strafrechtliches verfahren ist gibt es für zeugen auch keinen anwalt der verfahrenshilfe im herkömmlichen sinn leistet. man ist dort den befragern ausgeliefert. ist ja auch nicht weiter schlimm. das allerdings live im fernsehen zu übertragen (und darum geht es hier) kann schon mal böse folgen für vorgeführte, unschuldige zeugen haben.

onlooker
00
13.1.2012, 11:52
danke für die aufklärung, ganz lieb, diese zeugen haben sehr wohl mit konsequenzen zu rechnen,

zb. aussagen verweigern, dann wird aber das gericht wien über strafen entscheiden, oder wenn jemand wie mensdorff unter meineid aussagt, wird er von der StA angezeigt, übrigens ich bin der rächer der armen und verfolge alle die sich nicht meiner meinung anschliessen, daher sind sie für mich der gejagte :))), aufpassen:))))))

Wolfgang Lederbauer1
00
12.1.2012, 12:05
...doch bei dem Ansinnen ist besser allerhöchste Sorgfalt geboten...Eine Änderung der Gesetzeslage braucht also mehr Bedacht...

Teil 2:

Wir werden jedenfalls die Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses insoferne unterstützen, als wir ihnen zur Causa " Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften ( BUWOG & Co ) " laufend Vorschläge für Fragen übermitteln werden.

Diese und ggf die Antworten werden im Internet veröffentllicht werden.

Grundlage hiefür ist zunächst:

SFH-4440 Umfassende Sachverhaltsdarstellung, Langfassung, Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften " Kapitel 1- 36 von Dr. Lederbauer Stand 11.11.11. 11.11 Uhr

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 223&page=4

http://so-for-humanity.com2000.at

Wolfgang Lederbauer1
01
12.1.2012, 12:05
...doch bei dem Ansinnen ist besser allerhöchste Sorgfalt geboten...Eine Änderung der Gesetzeslage braucht also mehr Bedacht...

Teil 1:

Zunächst stellt sich die Frage, warum in anderen Ländern seit vielen Jahren Untersuchungsausschüsse im Fernsehen übertragen werden, in Österreich aber nicht.

Eine Übertragung im Fernsehen hätte auch den Vorteil, dass die Bevökerung darüber informiert wird, welche Fragen von den Abgeordneten gestellt werden.

Angesichts der Fülle von Untersuchungsbereichen und der zahlreichen Dokumente stehen die Abgeordneten vor einer großen Herausforderung.

http://so-for-humanity.com2000.at

Snoopy47
23
12.1.2012, 11:51
Schade um die Sendezeit

Wenn ich mir vorstelle wie der Pilz wieder im Schutze seiner Immunität (ide Befragten haben keine Immunität) seiner Selbstdarstellung nachgeht ????

Danke NEIN, ich will die Kerle alle nicht sehen.

bratak
11
12.1.2012, 10:57

es soll nochmals an den bericht von uwe sailer aus dem u-ausschuss erinnert werden:
http://derstandard.at/131918160... elenallein

stimme desteufelsbeitrag zu, eine kamera kann nur besserung bringen. und vor allem wärs interessant, die herauswinde-versuche der vereinigten konservativen mitzubekommen.

paolo
10
11.1.2012, 22:55
quantenphysik und psychologie

in beiden disziplinen ist ein andersverhalten des/der beobachteten nachweisbar.
dancingstar im parlament, und gleich onlineabstimmung über die glaubwürdigkeit des aussagenden.
wääh.

hlg
00
11.1.2012, 22:49
stell dir vor es ist demokratie...

und keiner gibt dir information...

desteufelsbeitrag
14
11.1.2012, 21:03

Wenn man sich die durchschnittliche Übertragung aus dem Nationalrat zu Gemüte führt, bekommt man auch den Eindruck, dass es sich bei den spingedoktorten Politikern (eine Handvoll von ihnen einmal ausgenommen) vorwiegend um Leute handelt, die selbst am Stammtisch keinen geraden Satz zustandebringen. Also kein besonders schlüssiges Argument gegen die Übertragung.

Außerdem: Beim Assinger geht es um (teilweise absurdes) Allgemeinwissen, beim U-Ausschuss mehr oder weniger um Erlebnisberichte. Und bei dem, was der Falter in der Vergangenheit über derartigen Ausschüssen geschrieben hat, kann eine Kamera vor Ort eigentlich nur Besserung versprechen.

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