Kurden wollen Vizepräsident Hashemi nicht an Bagdad ausliefern

11. Jänner 2012, 19:25

Mitarbeiter: Sicherer und fairer Prozess muss gewährleistet sein

Erbil - Im Irak will die halbautonome Kurdenregion den per Haftbefehl gesuchten Vizepräsidenten Tarek al-Hashemi nicht an die Zentralregierung in Bagdad ausliefern. Es müsse ein sicherer und fairer Prozess gewährleistet sein, sagte Fuad Hussein, Mitarbeiter des kurdischen Präsidenten, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. In diesem Falle werde Al-Hashemi freiwillig an den Ort der Verhandlung reisen. Der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki wirft seinem sunnitischen Widersacher Al-Hashemi vor, für die Taten von Todesschwadronen verantwortlich zu sein. Al-Hashemi weist dies von sich und reiste nach der Ausstellung des Haftbefehles in die Kurdenregion. Der Streit zwischen Sunniten und Schiiten in der Regierung hat den Irak in eine tiefe Krise gestürzt.

Al-Hashemi befürchtet nach eigenem Bekunden, in der Hauptstadt Bagdad keinen fairen Prozess zu bekommen, weil die Justiz dort von Al-Maliki kontrolliert sei. Er wolle lieber in der Kurdenregion oder in der Stadt Kirkuk vor Gericht gestellt werden. Kirkuk liegt außerhalb des kurdischen Gebietes, dort haben aber Kurden und Sunniten einen großen Einfluss.

Angst um Unabhängigkeit

Die Kurden wollen nicht in den Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten hineingezogen werden und fürchten um ihre Unabhängigkeit, für die sie auch unter dem früheren Staatschef Saddam Hussein lange kämpften. Unter dem Sunniten Saddam hatten sowohl Kurden als auch Schiiten den Sturz des Machthabers zum Ziel. Die Sunniten, die besonders in der Mitte des Landes leben, sind aber die direkten Nachbarn der Kurden.

Viele Iraker fürchten wegen der Regierungskrise Gewalttaten wie in den Jahren 2006 und 2007, als das Land nahe am Bürgerkrieg stand. So kamen in den vergangenen Wochen bei Anschlägen in vor allem von Schiiten bewohnten Gegenden viele Menschen ums Leben.

Trotz der Anschläge sind zurzeit Zehntausende schiitische Muslime unterwegs, um zur für sie heiligen Stadt Kerbela zu pilgern. Anlass ist das Ende der 40-tägigen Trauerzeit für Imam Hussein. Der Enkel von Prophet Mohammed wurde der Überlieferung zufolge im siebenten Jahrhundert in der Schlacht von Kerbela getötet. Am Dienstag wurden bei einem Anschlag auf schiitische Pilger mindestens 15 Menschen getötet. (APA/Reuters)

lassen Sie mich durch
11
12.1.2012, 07:27

Clever gemacht von Sunnit Hashemi,somit sind die Kurden in ein weitern Konflikt geraten die für die eigentlich nicht zum vorteil wäre.

hart_aber_fair
05
11.1.2012, 20:43
"...die halbautonome Kurdenregion..."

warum halbautonom? ist doch voll autonom, mehr autonomie wäre nur noch die unabhängigkeit

Hudri Wudri
00
13.1.2012, 12:17
Vollautonom waere die Unabhaengigkeit

christian zimmermann
 
23
11.1.2012, 20:16
Regierungserosion im Irak

Der Irak erlebt gerade eine innenpolitische Erosion seiner aus über 40 Ministern bestehenden Regierung. Das Konstrukt einer "Allkoalitionsrgierung" ist zu Ende. Ministerpräsiden Nuri al-Maleki hat die demokratische Basis der jungen irakischen Bundesrepublik aufgekündigt und einen brutalen Machtkampf vom Zaun gebrochen. Gerade hat der letzte Amerikaner das Land verlassen, zeigte er sein wirkliches Gesicht. Lange im Exil im Iran zeigt er sich jetzt als gehorsamer Vasall der iranischen Führer. Neuester Auswurf der irakischen Souveränität ist der aktuell verfügte Visumszwang auch für Amerikaner. Mit dem Risiko, dass der Staat Irak zerfällt , geht Maleki in einen Machtkampf, in dem er als schiitischer Nationalist die politischen gegner ausscha

Hella Vargas
00
15.1.2012, 02:43
lächerlich

wenn mann sich auf propaganda und medienagenturen bezieht, die interessen der länder repräsentieren, die direkt für den terror in irak verantwortlich sind, kommt nicht mehr dabei raus, wie in ihrem fall, als lächerliche elaboraten, eines staatsmedien-zombis!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.