Gesundheitsbereich

Ausgabenbremse für Spitäler geplant

11. Jänner 2012, 19:13

Länder erheben Einspruch gegen Sparziel der Regierung - Ausgaben sollen nicht stärker wachsen als Wirtschaftsleistung

Wien - Die jährlichen Ausgaben für die Spitäler sollen in Zukunft nicht stärker wachsen als die Wirtschaftsleistung: Auf dieses Sparziel haben sich SPÖ und ÖVP bei den Verhandlungen über die Budgetkonsolidierung geeinigt. Seit 2003 waren die Kosten stets überproportional gewachsen. 

Aus den für die Finanzierung zuständigen Ländern kommt jedoch Widerspruch, erfuhr der Standard. "Wir schöpfen ohnehin das Maximum an Sparpotenzial aus", heißt es aus dem Büro der steirischen Spitalslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP), wo man Zweifel hegt, dass die geplante Begrenzung "machbar" ist. Bis 2020 würden 100 Millionen Euro eingespart, die ab 2020 weitere Kostenreduktionen von jährlich 22 Millionen Euro bewirken würden - mehr gehe "sicher nicht". Auch im ÖVP-regierten Niederösterreich zweifelt man am kolportierten Einsparungspotenzial im Spitalsbereich. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 101
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didi111
00
12.1.2012, 11:28
Schaut man sich alleine Niederösterreich an

Dort soll es so gut wie kein Krankenhaus geben, an welchem nicht gebaut wird.

Und das Eigenartige daran soll sein, je niederrangiger ein Spital in der Vesorgung ist, umsomehr wird dort reingepulvert.

Niemand ist hier scheinbar dar, der diesen monetären Irrsinn stoppt.

Die Motivlage von Sobotka and Friends ist klar.

In jedem besseren Kaff hat er ein Krankenhaus und kann sich da bei der Postenbesetzung parteipolitisch austoben.

Nur, warum müsssen wir Steuerzahler dies blechen?

Interessant wäre nur, würde sich hier einmal eine Zeitung dieses Irrsinnns annehmen und die Kosten und Postenbesetzungen publizieren?

tock tock tock
05
12.1.2012, 11:22

Na, wird man halt wieder zwischen "Wertes" und "Unwertes" Leben entscheiden müssen.

Für die Politiker ist das ja praktisch! Die schieben das auf die Ärzte. Ich würd das ja auf den Finanzminister abschieben. Der dürfte dann täglich im Fernsehen die Behandlungsverweigerungen unterschreiben.

her wig
01
12.1.2012, 12:45
Das nicht,

aber zwischen notwendigen und unnötigen Behandlungen (d.h., was die Krankenkassa zahlt und was nicht). Diese Entscheidung war schon immer zu treffen, wir wollen schliesslich nicht 100 % des BIP
für die Medizin aufwenden.

Jehane
00
12.1.2012, 13:05

Wir wenden nicht mal neun Prozent des BIP fürs Gesundheitswesen auf. Was bei diesen Einsparungsdiskussionen immer unter den Tisch fällt: Welche Kosten kommen eigentlich auf die Patienten zu, wenn die Krankenkassen hergehen und sagen "Die und die Leistungen bezahlen wir nicht mehr"? Werden die Behandlungen dann gar nicht mehr durchgeführt oder muss man sich die dann selbst zahlen?

her wig
01
12.1.2012, 13:27

Wenn wir fast 1/10 unserer Leistung für die Medizin aufwenden dann finde ich das nicht wenig. Von der Idee dass allen alles was sie sich wünschen von irgendwem bezahlt wird muss man sich sowieso verabschieden, falls man sie hat.

Jehane
00
12.1.2012, 15:34

Dass man nicht alles bezahlen kann, ist eh klar, aber ich find's halt auch problematisch, herzugehen und z.B. bei Standardbehandlungen wie Blinddarmoperationen zu sagen "Das zahlen wir nicht mehr" - bislang tut das zum Glück niemand, aber weiß man's? Klar ist das eine schwierige Diskussion, ich glaub, da driftet man auch schnell mal ins Ethische ab - soll man jemandem, der Krebs und eine schlechte Prognose hat, die Chemo überhaupt noch ermöglichen, weil er ja sowieso sterben wird? Sowas finde ich problematisch. Andere Fälle sind da eindeutiger. Wenn ich mir z.B. aus rein kosmetischen Gründen ein Muttermal entfernen lasse, weil's mich stört, dann muss ich das natürlich selber zahlen.

higgs - wozu?
11
12.1.2012, 11:28

im globalen zusammenhang gesehen läuft das doch ständig so ab - wir sind würdig, darum hauen wir lebensmittel in den gulli wärend wir gleichzeitig die landwirtschaft der unwürdigen vernichten und diese verhungern lassen.

ich empfindes es sowieso als grundproblem, wenn institutionen die dem geminwohl dienen sollten (gesundheitswesen, versicherung usw.) als gewinnorientierte unternehmen geführt werden - das eine schließt das andere mmn. aus

RobertPaulson
00
12.1.2012, 12:30

seit wann müssen denn spitäler gewinne erwirtschaften?

natoll
03
12.1.2012, 11:17

es wär ja nichtmal so schlimm wenn baden, mödling & co eigene spitäler für eine grundversorgung haben. aber in jedem spital fast alle fachabteilungen einzurichten ist nicht gerade sinnvoll.

RFD
00
19.1.2012, 13:42
Sie haben des Pudels Kern getroffen.

Das Gebäude ist ja nur ein Teil der Investitionen eines Spitals. Ein Kernspintomograph kostet rund 6 mio Euro. Und hat auf Grund unseres Krankenhaussystems nur ein paar Stunden Auslastung täglich von Montag bis Freitag.
Ist gerade so, als ob die AUA einen Airbus betreibt, welcher einmal täglich von Wien nach Paris und zurück fliegt, und die restlichen 20 Stunden ohne Kunden am Boden bleibt. Und dies obwohl tausende Gäste auf diesen Flug warten.
Was wir hier haben, ist nicht "Krankenwesen", sondern ein "krankes System".
In Anbetracht der Ausgaben für dieses System, ist die Anschaffung von Abfangjägern (egal ob notwendig oder nicht), der vielen Diskussionen nicht wert.

G.Schamski
00
12.1.2012, 11:27

schon richtig, warum werd ich den verdacht nicht los, dass letzlich nicht bei der organisation, sondern bei den behandlungen gespart werden wird.

higgs - wozu?
00
12.1.2012, 10:39

an der gesundheit der sklaven wird gespart - obwohl unsere gesundheitslobby eh nur behandelt und nicht heilt - auch an der sozialen sicherheit der sklaven kann gespart werden - alles was über kost und logie hinausgeht ist eh schon luxus - auch die pensionen und angesparten privatvermögen bieten noch potential zur umverteilung - auch die vorab-verschuldung der nächsten generation ist erwünscht und bringt abhängigkeit vom finanzmonopol auf jahre! - des weiteren kann man noch an ausbildung und freizeitgestaltung sparpotential freimachen, den individualverkehr melken usw. - ich fürchte aber, ein sklavenaufstand könnte ausbrechen, darum hat man im vertrag von lissabon schon mal vorgesorgt und den waffengebrauch legalisiert.

wayne04
02
12.1.2012, 10:36
schau schau

Bei den Spitälern wollen sie sich auf einmal nach dem Wirtschaftswachstum richten. Warum nicht auch in anderen Bereichen wie zB bei Kreditzinsen.

Dorian Gray
00
12.1.2012, 10:25
Eh klar. Wie in jeden Management!

Nach lange Sitzungen eine Erkenntnis die ein normaler Mensch in 1 Minuten machen könnte.

Wie aber dann die Umsetzung aussieht (Zusammenlegung,Umstellungen,Gerätekoordination etc.) also das wo gearbeitet werden muss überlassen wir dann den unteren Schichten.

Mensch sind wir nicht genial ...

oweja
05
12.1.2012, 10:01
Fakt ist

Ein Sparen in den Spitälern kann nur über eine Begrenzung der Leistung gehen. Das soll der Herr Kopf halt einfach bekennen. Die Gesundheitsleistung ans BIP zu koppeln heisst, dass kostenintensive Entwicklungen im Gesundheitswesen (neue Medikamente etc) dann halt nur in der Prozentzahl des BIP an die Patienten weitergegeben wird.

fanta
32
12.1.2012, 10:30

Das ist Unsinn! Allein durch sinnvolles Zusammenlegen der Strukturen und eine schlankere Organisation kann man in Spitälern sehr viel Geld sparen! Traut sich nur keiner auszusprechen und jede Refor´m kann dann von Medizinern als " schlecht für die Patienten " abgewürgt werden!

Micha Do
 
00
12.1.2012, 23:35
fanta, Sie machen sich keine Vorstellung davon, wie gerne wir eine schlankere, effektivere Struktur und Verwaltung hätten.

Es wär auch unsere Arbeit deutlich leichter.

mikromalist
 
32
12.1.2012, 09:32
Es beginnt mit der Verschleierung

der Kostenwahrheit.
Es wird suggeriert, die Bilanz sei "ausgeglichen" - dieSpitäler erhalten aber EUR 8 Mrd / J Subventionen.

Ein ökonomisches Grundprinzip: Wer Kosten nicht wirklich kennt, verschleudert.

Dazu gehört, IMO, das Wettrüstung mit Apparaten, das Errichten von Primarfürstentümern, viel zu wenig Interaktion und Kommunikation zw. den Spitälern, ....

hot doc
02
12.1.2012, 11:46

IMO sind sie nicht qalifiziert, solche beurteilungen zu verfassen. wo gibts bitte ein wettrüsten von apparaten? wegen jedem ding musst hundert mal beim finanzoberschakl des landesfürsten betteln gehen.
wir können ja wieder aus krankenanstalten mittelalterliche siechenhäuser machen, das kommt bestimmt billiger. wer braucht schon moderne medizin mitsamt ihrem teuren krempel?

RobertPaulson
00
12.1.2012, 12:58

es ist eine tatsache, dass das österreichische gesundheitswesen eines der teuersten der welt ist, weiters, dass die auslastung vieler stationen nicht gegeben ist und dass die zusammenarbeit zwischen den spitälern mangelhaft ist. möchte gerne wissen warum sie das so zwanghaft dementieren.

mikromalist
 
11
12.1.2012, 11:59
Sie scheinen am wenigsten

qualifiziert Ihre eigenen Rationalisuerungs-Potentiale zu beurteilen.
Weil betriebsblind wäre noch das Freundlichste, was mir angesichts Ihrer polemischen Propaganda einfällt.

Sie treten, wie ein selbst-referenzieller Lobbyist auf.

hot doc
01
12.1.2012, 12:06

wer spricht von polemik? ich, weil ich feststelle, dass sie über dinge schreiben, die sie nicht verstehen, oder sie, der mich frank und frei und ohne kenntnis als betriebsblind bezeichnet?

bleiben sie bei ihrem leisten, oder hätten sie gerne, dass ich ihnen erkläre, wie sie ihren betrieb führen müssen? eben.

mikromalist
 
10
12.1.2012, 12:26
Natürlich ist das Wacheln mit "Siechenhäusern"

Niveau redliche Diskussion ....

Übrigens, ich rede mit Experten anderer Zweige um zu Lernen.
Deshalb muss ich nur mehr wenig arbeiten, bin wohlhabend und brauche meine Kunden nicht mit hin gehudelter, schlechter Qualität enttäuschen.

hot doc
01
12.1.2012, 12:59

dann lernen sie mal was von mir. es wird kein geld verschleudert für teure apparate in den krankenhäusern, weil da schon seit vielen jahren jeder euro 10x umgedreht wird.

dass es personelle effektivitätsprobleme ist richtig, gibt, liegt aber v.a. an den führungskräften in den kh, und solange das wichtigste qualifikationsmerkmal für führungspositionen ein parteibuch, und beim primar zusätzlich der professorentitel ist, wird sich da nichts ändern.

Pierre d´Aubusson
01
13.1.2012, 01:43
Die wichtigste Rolle in einem Krankenhaus

spielt eigentlich der Portier. Der muß alle Firmen- und Pharmavertreter kennen, die da gerade hereinkommen. Und er muß beobachten, wohin diese Leute gehen. So ist die Verwaltung dann gewappnet, den "unumstößlichen und dem Stande der Wissenschaft entsprechenden Forderungen" (auch "Wachln mitm Leichentüchl" genannt) der einzelnen Abtheilungen rechtzeitig entgegenzutreten.
Es ist auch wichtig, zu wissen, wer ein Auto fährt, das man sich mit dem Gehalt eigentlich nicht leisten sollte.
Das macht den Portier so wertvoll.

Ein Ex-Spitalsverwaltungsbeamter

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