Astronomie

Milchstraße hat Milliarden "bewohnbare" Planeten

11. Jänner 2012, 19:17
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    illustration: eso/kornmesser

    Pro Stern dürfte es in der Milchstraße (mit ihren 100 Milliarden Sternen) 1,6 Begleiter in der habitablen Zone geben.

Astronomen gehen in einer neuen Studie davon aus, dass Planetensysteme der Normalfall sind - und nicht die Ausnahme

London/Wien - Die Wahrscheinlichkeit sinkt und sinkt, dass die Erde ein gar so besonderer Platz im Universum ist. Denn wenn die Beobachtungen und Berechnungen eines internationalen Astronomenteams (in "Nature", Bd. 481, S. 167) stimmen, dann dürfte es allein in der Milchstraße - eine von rund 50 Milliarden von der Erde aus beobachtbaren Galaxien - mehr als 100 Milliarden Planeten geben, die innerhalb der "bewohnbaren Zone" rund um ihre Sonne kreisen.

Um vorweg einem Missverständnis vorzubeugen: "Bewohnbar" bedeutet nicht, dass es sich um einen Himmelskörper handelt, der für Menschen geeignete Lebensbedingungen aufweist. Die Astrobiologie meint mit "habitabel", dass sich der entsprechende Planet in einem bestimmten Abstand zu seiner Sonne befindet, der es theoretisch möglich macht, dass dort Leben entsteht.

Wie aber kamen die Astronomen zu ihrer gewagt klingenden Schätzung, da bisher doch gerade erst einmal knapp 1.000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems "offiziell" entdeckt wurden, von den die meisten ziemlich groß und gar nicht erdähnlich sind? Die Antwort lautet: mittels Mikrolinseneffekts, einem Phänomen, das man zum Aufspüren von kleinen und sonnenfernen Exoplaneten nützen kann.


Uffe Graae Jorgensen, Astrophysiker vom Niels Bohr Institut an der Universität von Kopenhagen erläutert im Interview die aktuelle Studie über Exoplaneten.

Die meisten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems wurden entweder aufgrund von minimalen Veränderungen der Radialgeschwindigkeit oder der Helligkeit der Sterne gefunden ("Transit-Methode"), die vor allem auf große und sonnennahe Begleiter schließen lassen. Mit sogenannten Gravitations- oder Mikrolinsen kann man hingegen auch kleinere Planeten mit größerer Umlaufbahn entdecken - was dem Astronomenteam in sechs Jahren relativ oft gelang.

Benötigt wird für das von Albert Einstein theoretisch beschriebene "Microlensing" ein weit entfernter Stern als Lichtquelle. Zieht davor ein anderer Stern vorüber, wird durch dessen Gravitation das Licht des Quellsterns gebeugt, was zur Helligkeitssteigerung führt. Der vorbeiziehende Stern wirkt quasi als Linse. Wird er freilich von Planeten begleitet, dann hinterlassen die ihre Spuren in der sogenannten photometrischen Kurve, was auf Masse und Umlaufbahn der Planeten schließen lässt.

Die Astronomen rechnen aus 500 solcher Beobachtungen hoch, dass auf jeden der rund 100 Milliarden Sterne in der Milchstraße im Schnitt 1,6 Begleiter kommen, 17 Prozent hätten die Masse des Jupiters. Etwa jeder zweite Stern habe Neptun-ähnliche Planeten und rund 62 Prozent "Super-Erden" mit der fünf- bis zehnfachen Masse der Erde. Zudem gebe es in der Milchstraße rund doppelt so viele herrenlose Planeten wie Sterne. (tasch, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2012)

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Aahn
00
18.1.2012, 09:02

Ich weiß nicht, klar, es gibt die habitable Zone etc.
Die Forscher gehen von gewissen Vorgaben aus, unter welchen Leben entstehen kann, aber wer gibt einem die Garantie darauf ? Was wenn das Leben eine Möglichkeit entwickelt, auf Gasplaneten zu entstehen? Oder unter eisigster Kälte ?

Vom logischen Denken her, gehts ja eh nicht, aber was ist denn schjon wirklich logisch im Weltall? Ich würde uns nicht als Allwissend bezeichnen!

Kimi
00
18.1.2012, 18:55

garantie gibts keine. ausgehend davon, dass das weltall aber sicher nicht in jeder ecke neue regeln erfindet, ist es für mich mehr als naheliegend, dass leben sich überall in sehr, sehr ähnlicher form entwickelt. kopf da, hintern auf der anderen seite, weiterentwickelte in logischer folge 2 arme und 2 beine, größe von der schwerkraft abhängig. klimatisch wohl auch ähnlich(!) der erde (und da reden wir schon von gewaltigen unterschieden der einzelnen gebiete). intelligente außerirdische würden uns demnach recht ähnlich sehen, aber vielleicht sehe ich das auch nur zu pragmatisch.

Cavaliere Austriaco
41
16.1.2012, 12:41
das gesicht der forscher will ich sehen

wenn man in ein paar tausend jahren draufkommt, dass es auf allen planeten, auf denen es intelligentes leben gibt, die katholische kirche eine dominierende rolle spielt....

Cavaliere Austriaco
02
16.1.2012, 13:59
wer gibt mir darauf rot??

lingam
11
16.1.2012, 15:35
i sog's glei

i woar's ned

woifee 0.0
01
15.1.2012, 10:55

Hier ist ja nicht die Rede von intelligentem Leben.

Laut unserer Definition ist alles >= Bakterien Leben.

Also wenn wir auch auf nur einen Planeten oder Mond eine Bakterienkultur finden sind alle Thesen zur Einzigartigkeit unseres Erdklumpen widerlegt.

Und mal ganz ehrlich, dass es auf keinen andern Planeten Leben gibt ist äußerst gering.

länge ist die neue breite
00
17.1.2012, 10:03

Bakterien haben teilweise sehr intelligente überlebensstrategien. Unterschätze niemals das resistente Bakterium.

woifee 0.0
00
17.1.2012, 12:00

Ist mir durchaus Bewusst.

länge ist die neue breite
00
17.1.2012, 12:33

sie kommunizieren auch untereinander. (Die Bakterien)

Sie schlagen dann zu, wenn es am günstigsten ist. Klein, aber kollektiv sehr intelligent. Sie vermehren sich absichtlich nicht, wenn die Bedingungen ungünstig sind und warten den zeitpunkt ab.

Ich würde lieber mit Bakterien "Risiko" spielen, als mit meiner Freundin (echte Strategen).

an kog
01
12.1.2012, 18:20

Da gefällt Ihnen sicher das Buch "Spin" von Robert Charles Wilson.
(ist auch ein sehr wahnsinnig gutes Buch)

http://www.amazon.de/Spin-Robe... t_ep_dpi_2

aufgeklärtbisheiter
10
12.1.2012, 16:28

Ich dachte immer, microlen-sing wäre das, was bei DSDS passiert.

So kann man sich täuschen.

No Use for a Name
01
13.1.2012, 22:58
das bei DSDS ist Mikrowahnsinn

sanginius
13
12.1.2012, 15:50

von der Erde aus kann man ca. 50 Mrd. Galaxien beobachten.
Aber wir sind alleine im Universum, ganz sicher

F S 3
126
12.1.2012, 15:02
Der hier angegebene "Abstand" zu einer Sonne muß nicht notwendiger Weise das Kriterium für habitable Zonen und Leben, wie wir es von der Erde kennen, darstellen…

…Weitaus plausiblere Geburtsstätten für entsprechende Entwicklung wären Planeten, die nahe um Braune Zwerge kreisen:
http://derstandard.at/plink/129... 1/20094920

…wie auch in der FS3-Sendung von 2009:
http://derstandard.at/plink/124... 4/13372983

…da auf ihnen weitaus BESTÄNDIGERE VERHÄLTNISSE herrschen.

länge ist die neue breite
00
17.1.2012, 13:24

Warum ist bei Ihnen immer alles nicht naheliegende plausibler?

Warum, ist es nicht am wahrscheinlichsten, dass es so ist wie bei Erde/Sonne und ja ich weiß, dass die Erde einen Mond hat?

JosefGott
11
12.1.2012, 20:50

Schon der Jupiter, der kleiner als ein brauner Zwerg ist, gibt genug Strahlung ab. Ein brauner Zwerg um den in habitabler Zone Planeten kreisen, würde diese problenlos rösten.

Pflückebeutel, der Sittsame
12
12.1.2012, 16:08

Da haben sie recht. Obwohl ich nicht mit allem d'accord bin was sie so sagen ist das ein sehr sinnvoller Gedankengang. Allerdings: damit ein planet der um einen braunen Zwerg kreist warm genug für flüssiges Wasser wird muss er wohl recht nahe dran sein wodurch er in seiner eigenrotation "locked" sein kann. Was das für einen Effekt auf leben haben könnte ist nun die frage.

Burgess Shale
01
12.1.2012, 15:20

Lustig dass Sie das sagen. Da fallen mir zB die Plasmawesen ein, die nur bei Millionen Grad überleben können, und die (nein, DEN, wegen der Singularität) Schwarzlöchler. Absolut keine Notwendigkeit, braune Zwerge zu bemühen.

qwert zuiop
014
12.1.2012, 14:01

wenn sie hier kurz schauen möchten:

http://tinyurl.com/7pm9bn3

higgs - wozu?
101
12.1.2012, 13:54
wieso?

nur so - und weil es bereits einmal gelöscht wurde;-)

http://www.youtube.com/watch?v=z97WBLxVMww

http://www.youtube.com/watch?v=gq4izhwg3Mo

e_Neutrino
 
10
12.1.2012, 14:04
http://www.exopolitik.org/

.
... immer aktuell informiert... ;)

higgs - wozu?
60
12.1.2012, 14:10

geil - naja, man kann zumindest nicht behaupten wir wären nicht vorbereitet;-))

onduras
01
12.1.2012, 13:51

irgendwie lustig, daß man immer davon ausgeht, das sich leben auf kohlenstoffbasis entwickelt

die wunderliche wurstfabrik
00
24.1.2012, 21:28

interessant wäre ja ob leben in solchen extremen temperaturbereichen (auf basis anderer elemente/chem. verbindungen, z.b. flüssiges methan statt wasser) auch technik entwickeln könnte. wäre es genauso möglich strom zu generieren und computer zu bauen?
wäre die vielfalt chemischer verbindungen in diesen extremen genauso groß wie bei uns?
würde die energie der sonne ausreichen um auf sehr kalten planeten systeme wie photosynthes zu entstehen zu lassen?

bitte um aufklärung von leuten die darüber fundierte aussagen machen können.

mfg. dww

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