Burma

Die neuen Demokraten

Kommentar | Julia Raabe, 11. Jänner 2012, 18:39

In Burma geht es längst nicht mehr nur um die Wünsche der dortigen Regierung

Schritt für Schritt haben die Machthaber in Burma einen neuen Kurs eingeschlagen und dem Land demokratische Reformen verordnet. Die politische Rehabilitierung von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und Wahlen sind nur die sichtbarsten Zeichen für den Umschwung, der im März 2010 mit der Einsetzung einer zivilen Regierung begonnen hat. Die Zulassung von Gewerkschaften, die Aufhebung des Protestverbots und mehr Pressefreiheit zählen zu den weniger beachteten Maßnahmen.

Viel steht noch aus, und es gibt gute Gründe, den Militärs zu misstrauen. Doch in Burma geht es längst nicht mehr nur um die Wünsche der dortigen Regierung. Auch der Westen - allen voran Washington - hat ein Interesse am südlichen Nachbarland Chinas. US-Präsident Barack Obama hat als erster westlicher Staatschef im Dezember seine Außenministerin Hillary Clinton nach Naypyidaw geschickt.Der Besuch ist Teil der amerikanischen Pazifik-Offensive, mit der Washington versucht, Chinas Einfluss im asiatisch-pazifischen Raum zurückzudrängen.

Die Regierung von Burma begründet den Kurswechsel damit, dass es für Kapitalismus und eine blühende Wirtschaft eben Demokratie brauche - und gute Beziehungen zu den westlichen Staaten, die das Land nach wie vor mit Sanktionen belegt haben. Hier treffen sich die Interessen. Die Chancen stehen gut, dass das Land auf dem Demokratiekurs bleibt. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2012)

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
12.1.2012, 14:21
Die Regierung in Burma ist draufgekommen

daß sie deutlich mehr verdienen können, wenn sie ihre Untertanen in sweat shops für westlichen Modetand hackeln lassen

Somit haben die Mächtigen in Ost und West eine Lösung gefunden, wie sie das Humankapital dort am besten befreien ...

Walter Kaiser.
00
12.1.2012, 17:32
Aber das ist schon seit Jahren so gewesen.

Huber z.B. hat in Myanmar Unterwäsche fertigen lassen.

M. P.4
 
01
12.1.2012, 13:23
Noch eine Burma-Expertin am Werk?

Weder war Clinton die erste westliche Außenministerin, die Myanmar nach der Bildung der Regierung besuchte (es war der australische Außenminster Kevin Rudd), noch haben die Veränderungen im März 2010 begonnen. Viel eher bereiten die Militärmachthaber diesen Übergang zur "discipline flourishing democracy" seit gut 10 Jahren vor. Was in Myanmar seit dieser Zeit passiert und warum die Machthaber diesen Weg gehen, ist viel zu komplex, um es in so wenigen Zeilen, plakativ und rein aus westlicher Sicht zusammenzufassen.

Fritz Meyer
01
12.1.2012, 07:06
Und die jahrzehntelangen Verbrechen der Junta...

sollen wir doch bitte ganz schnell vergessen, damit endlich "Normalität" in die Handelsbeziehungen einkehren kann.

Vielen Dank, aber diese "Demokratiebestrebungen" sind schon sehr offensichtlich.

Dramaqueen
00
11.1.2012, 23:11
OMG, let's go to Burma - the secret treasure

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