Fragwürdiger Nutzen

Kommentar | Johanna Ruzicka , 11. Jänner 2012, 18:33

Aus dem geplanten Zusammenschluss der Deutschen Börse und der New Yorker NYSE Euronext scheint nichts zu werden

Glücklicherweise scheint aus dem geplanten Zusammenschluss der Deutschen Börse und der New Yorker NYSE Euronext nichts zu werden. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat Bedenken angemeldet. Wahrscheinlich ist ihm die Marktmacht, ja Monopolstellung des neuen Börsekonglomerats in wichtigen Segmenten nicht geheuer. Zwar ist eine Ablehnung der Fusion noch nicht fix - aber dieses Veto, das Almunia da formuliert hat, ist die Art von Europapolitik, die man sich als EU-Bürger von Brüssel wünscht.

Die Bemühungen, der übermächtigen Finanzbranche Fesseln anzulegen, waren bisher ja nicht von überschäumendem Erfolg gekrönt. Weder ziehen dabei die EU-Mitgliedsstaaten an einem Strang, und schon gar nicht ließen sich bis dato die Interessen der mächtigen Finanzplätze unter einen Hut bringen. In diesem Umfeld einen neuen Koloss zu schaffen, der Handelssysteme dominiert, scheint nicht klug. Blauäugig wäre es auch zu glauben, dass die Deutsche Börse langfristig das Sagen hätte und die Wall Street zum Befehlsempfänger aus Frankfurt würde.

Die Grundidee für diese Fusion ist den großen, internationalen Kunden geschuldet, die sich ordentlich Transaktionsgebühren sparen könnten. Dieses Argument zieht angesichts der Krise nicht mehr so recht. Denn das Problem der internationalen Finanzmärkte ist ihr Mangel an Regulierung. Und lebhafter Wettbewerb ist ein gutes Regulativ. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.1.2012)

uebersetzung

die faelschung der marktmaschine ist angelaufen, aber diesmla haben wir mehr als 50% der staaten die nicht mitmachen wenn wir sie nicht militarisieren...

Schon öfters drüber diskutiert

Kein MenschIn sieht die "Synergieeffekte", die da eintreten/stattfinden soll(t)en. Eher erinnert es an die "Fusion" Daimler-Chrysler, wie die ausgegangen ist, sollte bekannt sein.

Konkret, Frankfurt und die NYSE haben völlig unterschiedliche Börsenkulturen, Handelssysteme, Regelwerke etc. Keinem Menschen ist klar, wie etwa dann Clearing, Settlement etc. über diese National- und Währungsgrenzen (überschaubar) funktionieren soll. Nicht nur für mich eine Wahnsinnsidee einer bzw. mehrerer manischer Vorstandsetagen ...

T. Lurker

P.S: Ich bin selbst fünf Jahre in einem Handelsraum gesessen und kenne die .de-Kollegen relativ gut ...

Frankfurt wird damit zur finanzpolitischen Provinz

YESSS

Ja was wärs denn wohl als anhängsel von NY gewesen????

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