US-Wahlen 2012

Mitt Romney rüstet sich für das Duell mit Obama

11. Jänner 2012, 21:19

Mit seinem Sieg in New Hampshire hat sich Mitt Romney endgültig in die Favoritenrolle als Obamas Herausforderer katapultiert

Nun probt er den Kampf ums Oval Office.

*****

Es hört sich an, als hätte Mitt Romney eine Zeitreise nach vorn angetreten, die nächsten Wochen glatt übersprungen. Seine konservativen Rivalen erwähnt er gar nicht mehr, als die "Mitt! Mitt! Mitt!" - Jubelchöre verklungen sind und er ansetzen kann zu seiner Siegesrede. Es geht nur noch um das Duell mit Barack Obama, das präsidiale Wahlfinale im Herbst. Als hätte Romney die Kandidatur bereits in der Tasche, als wären die restlichen Vorwahlen nach seinem Blitzstart in Iowa und New Hampshire reine Formsache.

Im Triumphgefühl versucht er wie Ronald Reagan zu klingen, wie der Säulenheilige der Republikaner, dessen Slogan "Morning in America" bis heute als Leitwort für landestypischen Optimismus gilt. Im Kontrast dazu wirft er Obama vor, kleinlichen Sozialneid zu schüren und sich, notorisch pessimistisch, mit dem Niedergang Amerikas abzufinden. "Dieser Präsident erklärt voller Stolz, dass es schlechter sein könnte" , sagt Romney unter Anspielung auf die Wirtschaftslage. "Aber was uns als Amerikaner definiert, ist die feste Überzeugung, dass es besser sein muss, besser sein wird."

"Ideen aus Europa"

Dann bringt er die Metapher der "leuchtenden Stadt auf dem Hügel" , genau wie einst Reagan, der die US-Nation in biblischer Sprache zur einzigartigen verklärte, weltweit ohne Beispiel. Obama, suggeriert Romney, verstehe nicht, wie dieses großartige Land ticke. "Dieser Präsident bezieht seine Ideen aus den Hauptstädten Europas", sagt er, und es soll wie eine Anklage klingen. "Ich hole sie mir aus den Weiten Amerikas."

Damit ist grob umrissen, wie die Polemik des Wahlherbstes klingen könnte. Der Herausforderer gibt den tatendurstigen Macher, während er den Amtsinhaber als verzagten Schwächling skizziert. Obama unterstellt er, "das freie Unternehmertum vor Gericht stellen" zu wollen, im Übrigen auf riskante Weise am Militär zu sparen und somit die globale Führungsrolle der USA aufs Spiel zu setzen.

Zwar haben die Republikaner Romney noch nicht zu ihrem Bewerber gekürt. In South Carolina, wo am 21. Jänner die nächste Primary stattfindet, könnte der Mormone noch einmal zurückfallen, und sei es nur wegen heftiger Attacken evangelikaler Christen. Doch auf den Ausscheid im einstigen Mekka der sklavenhaltenden Südstaaten folgt zehn Tage darauf der im Romney-freundlichen Florida. Spätestens dort dürfte das Rennen gelaufen sein. Ron Paul, mit 23 Prozent (Romney: 39 Prozent) der Zweitplatzierte von New Hampshire, ist zwar eine Kultfigur junger Wähler, die einen Traditionsbruch fordern. Ein echter Konkurrent für Romney ist er nicht.

Kein Wunder, dass der Favorit nur noch an den Zweikampf ums Oval Office denkt. Nimmt man allein seine Zeit als Gouverneur von Massachusetts, unterscheidet er sich kaum von Obama. In dem Ostküstenstaat setzte er eine allgemeine Pflicht zur Krankenversicherung durch, die Obama später als Vorlage für seine Gesundheitsreform diente. Reichlich Stoff für kontroverse Debatten bietet dagegen ein anderes Kapitel, Romneys 15 Jahre an der Spitze von Bain Capital. Von 1984 bis 1999 führte er die Beteiligungsgesellschaft, die sich darauf spezialisierte, marode Betriebe aufzukaufen und zu sanieren. Laut Wall Street Journal rutschte etwa ein Viertel der Firmen, die Bain unter seine Fittiche nahm, binnen acht Jahren in die Pleite. Bei den zehn lukrativsten Deals konnte Romney seinen Geldgebern Profite von über 70 Prozent auszahlen. Vier dieser Unternehmen mussten später Konkurs anmelden.  (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2012)

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Peacefaktor
00
17.1.2012, 17:15
Laut CNN scheint wohl Ron Paul die besten Karten zu haben:

http://www.youtube.com/watch?v=J... embedded#!

die machten eine große Umfrage. demnach würde Obama 48 und Ron Paul 46 % an Stimmen bekommen. Für den Weltfrieden wäre das wohl auch der beste Kandidat. Die Frage bliebe nur, wie lange er überleben würde, wenn er wirklich die Macht der Fed zu brechen versuchte? Denn das wäre neben dem Rückzug der militanten USA von der Weltbühne wohl das zweite sehr symphatische und sinnvolle und im Grunde weltbewegende an dem Kandidaten Ron Paul.

Josef A.
00
14.1.2012, 21:31
Mitt Romney, die Heuschrecke!

Zahlungsunfähige Betriebe gekauft,zerschlagen und gewinnbringend verkauft.
Kapitalist pur.

chezgarando
00
14.1.2012, 05:15
von denen wär keiner

für mich wählbar

selbst bei obama müsste ich erst lange drüber nachdenken

ich würde jemanden wählen der es reichen unmöglich macht politische entscheidungen zu kaufen
dafür brauchts aber glaub ich eine neue partei :[

Black Widdow
10
13.1.2012, 17:20
Ein Mormone will Präsindent der USA werden.

Da wird vielleicht doch nichts mit "Morning in America" sondern nur mehr "good night, USA"

John Malkovich
01
13.1.2012, 14:14
the United States of South Carolina

der Vorbild- und Paraderepublikaner Stephen Colbert tritt bei der Rep. primary in South Carolina an :)

Gott sei dank gibt es noch aufrechte Wertkonservative wie Stephen Colbert: ' Patriotically colored balloons were released in the studio while a graphic screamed "I'm Doing It!" '
Sein Freund Jon Stewart wurde anbei mit der Führung seines "political action committee" (super pac) beauftragt. In den Umfragen für S.C. liegt er bereits vor Jon Huntsman.

bluebeard's 8th wife.
01
13.1.2012, 15:16

und wenn er nicht aufpasst, wird er auch noch nominiert...

Glasperlenspieler
00
13.1.2012, 15:02
Kann er gar nicht, da die Einreichfirst für eine Kandidatur in South Carolina schon längst vorüber ist und "Write-Ins" verboten sind:

"The move is largely symbolic – Colbert missed the Nov. 1 deadline to join the GOP primary ballot and has not qualified for the ballot in any other states.

It's unclear how he plans to win votes in South Carolina, where write-in votes “are not allowed in political party primaries or for president and vice-president," according to the South Carolina State Election Commission."

http://www.latimes.com/news/poli... 8441.story

Auf dem amtlichen Stimmzettel stehen:

Michele Bachmann
Herman Cain
Newt Gingrich
Jon Huntsman
Gary Johnson
Ron Paul
Rick Perry
Mitt Romney
Rick Santorum

http://www.scvotes.org/2011/11/1... candidates

a grinch in the matrix
01
16.1.2012, 08:14
sie argumentieren wie die amerikanischen konservativen,

die glauben, colbert ist ein echter konservativer pundit.

chezgarando
00
14.1.2012, 05:13
ich glaub da geht es eher darum

aufzuzeigen wie schwachsinnig die gesetze á la "firmen sind menschen", "geld geben ist free speech" und "super pac" sind

da wurde ja korruption fast schon legalisiert...jetzt kann sich jeder mit viel geld einen abgeordneten kaufen
manche wähler befürworten das vielleicht

die wissen aber nicht dass sich theoretisch auch chinesische unternehmen abgeordnete kaufen könnten

Yahzee
 
01
13.1.2012, 12:55
Nicht (mehr) alle Amerikaner sind strohdumm

nachdem man diesen schönfärberischen Artikel gelesen hat, könnte man ja beinahe sowas wie Sympathie für Romney entwickeln. Oder für Reagan. Oder gar für Obama. Wäre da nur nicht die "unconvenient truth" - und damit meine ich nicht den korrupten Klimapropheten und Nobelpreisträger, diese Ikone der Klimaretter, Al Gore, sondern das hier: http://www.youtube.com/watch?&v=... zyo10lusCY

F S 3
16
12.1.2012, 14:12
Mitt Romney war wohl die Vorlage für die Filmfigur des Wall Street Honchos Gordon Gecko…

…Der Typ mit dem aufgemaltem Lächeln ist genauso eine Banken-Gallionsfigur, als die sich letztendlich die Obamarama-Show für Change und Nebelkerzenverkauf herausgestellt hat.

Romney war Mitbegründer der Firma BAIN, die etwa 12 Mill. aus der Fusion der KANSAS CITY GST STEEL mit einem andern Stahlwerk in South Carolina machte. 2001 beantragte diese dann Konkurs, beide Stahlproduktionsstätten wurden geschlossen, alle Angestellten entlassen, worauf dann die Steuerzahler (ei, wie überraschend!) herangezogen werden mußten, um die ärgsten Auswirkungen an den Entlassenen halbwegs zu mildern.

Und dieser Komiker wagt es tatsächlich sich "Job-Creator" zu nennen?

Der keynesianische Endpunkt ist erreicht.
02
12.1.2012, 19:13

Na, immerhin weiß er, dass man keine Lobbyisten nicht beschäftigen tut. :)

http://www.youtube.com/watch?v=kVA2Tr_GTlk

Philippe Tiede
00
12.1.2012, 13:51
Amerikas Neuer.

Amerikas Neuer könnte ja auf Susis Neuen Platz nehmen :) http://www.youtube.com/watch?v=TFT38lmevxg

Karlgaard
00
12.1.2012, 12:28

Tim Snyder (Univ. Yale; häufig in Wien zu Forschungsarbeiten über Osteuropa) sagt sogar, dass Obama der Friedensnobelpreis schaden würde, da dieser als europäische Institution angesehen werde.

Chukche
00
12.1.2012, 15:36

Weil "nur" 20% der Auszeichnungen an Bürger der USA gingen?

bluebeard's 8th wife.
02
12.1.2012, 11:01

warum romney, der 2007 gegen den obama-contrahenten mc cain unterlegen ist, heuer gewinnen sollte, erschließt sich mit nicht.

Walter KURTZ
 
00
12.1.2012, 12:23

*) Wirtschaft - McCain ist als national defense hawk gewählt worden. Ende 2007/Anfang 2008 war das auch das Nummer eins Thema - wäre die Wirtschaftskrise ein Jahr früher ausgebrochen, säße vielleicht Mitt Romney schon jetzt im Weißen Haus...
*) Erfahrung - Romney hat aus dem gescheiterten Wahlkampf 2008 gelernt und steht verbessert da.
*) Konstellation - 2008 gab's einen moderaten McCain und den evangelikalen Huckabee als Konkurrenten. Denkbar ungünstig für Romney...

bluebeard's 8th wife.
00
13.1.2012, 11:12
mc cain war 2008 der republikanische konsenskandidat -

so wie es romney heuer sein wird.

und santorum ist der 2012er huckabee.

das ändert nichts daran, dass mc cain damals die unumstrittenere gestalt war als romney heute - er hatte immerhin noch keine "tea party"-hysteriker zu befriedigen.

noch dazu ist die basis der demokraten in den wichtigen (und für die republikaner fast unverzichtbaren) fly over-states des mittleren westens bereits so gut mobilisiert, dass die reps sich noch die augen reiben werden.

bb47
00
12.1.2012, 11:27
hm

wird wohl eine Frage der Alternativen sein bzw. hat man damals seitens der rechten Konservativen eine Hetzkampagne gegen Romney (der ja Mormone ist) geführt

dr.ban cok
10
12.1.2012, 09:26

die amerikanischen wahlen entscheiden lediglich unter wem die USA den nächsten krieg beginnen.

Fritz Meyer
00
12.1.2012, 07:12
Die Wahl zwischen dem kleineren Übel...

wird also nicht mehr spannend werden.

meresi
25
12.1.2012, 06:20
is censorship part of "the standard" culture ?

meresi
10
12.1.2012, 06:10
was holt er sich aus den weiten americas?? außer heißer luft

sanginius
00
11.1.2012, 23:30

nach 2 von 50 Vorwahlen ist das Rennen schon entschieden?

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