Regelwerk

Internationale Aufseher knüpfen sich Versicherer vor

11. Jänner 2012, 17:55

Front gegen höhere Auflagen

Basel - Die internationalen Finanzaufseher wollen sich nun auch Versicherer sowie kleinere, nur für einzelne Länder wichtige Kreditinstitute vornehmen. Ein strengeres Regelwerk solle bis Ende 2012 stehen, sagte der neue Vorsitzende des Finanzstabilitätsrats (FSB), Mark Carney, in Basel.

Die Versicherer wehren sich heftig dagegen, wie die Großbanken als "systemrelevant" für das gesamte Finanzsystem eingestuft und mit höheren Kapitalauflagen belegt zu werden. Sie reklamieren, dass von ihnen keine Gefahr für das System ausgehe. Carney sagte auf einer Pressekonferenz, es sei vorerst nicht geplant, eine Liste der Versicherer zu veröffentlichen, die besonders unter die Lupe genommen werden sollen.

Der FSB ist im Auftrag der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G 20) dabei, die Finanzaufsicht als Reaktion auf die Krise weltweit zu reformieren.

Carney sagte, die Diskussion über die Versicherer sei im FSB deutlich weiter gediehen als die Regulierung der sogenannten Schattenbanken. Die Aufsicht über die bisher weitgehend dem Zugriff der Regulierer entzogenen Finanzinvestoren, Hedgefonds und Geldmarktfonds steckt noch in den Kinderschuhen. Die Debatte darüber, wie die weltweiten Regeln auf die national systemrelevanten Banken heruntergebrochen werden sollen, laufe "ziemlich reibungslos", sagte der kanadische Notenbank-Chef weiter. Wer dazu gehören soll, ist noch offen. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.1.2012)

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