In Summe 1.837 Einheiten veräußert - Deutsche Hauseigentümer investieren 95 Milliarden Euro in Sanierungen
Die deutsche Immobiliengesellschaft Patrizia hat im vergangenen Jahr das gestiegene Interesse von Investoren genutzt und mehr Wohnungen verkauft. Insgesamt seien 1.837 Einheiten veräußert worden, nachdem es 2010 nur 1803 gewesen waren, teilte das Augsburger Unternehmen am Mittwoch mit. Während weniger Wohnungen als noch 2010 an Privatpersonen gingen, schlugen Profi-Investoren wegen der Schuldenkrise mit massiven Verwerfungen bei Aktien und Anleihen verstärkt zu.
Staatsanleihen böten vielen Anlegern nicht mehr regelmäßige Zinszahlungen bei gleichzeitig hoher Sicherheit, sagte Patrizia-Chef Wolfgang Egger. Viele Schuldner seien weniger solide als lange gedacht. "Der Sicherheitsgedanke hat deshalb Kratzer abbekommen." Vermeintlich besonders sichere Anleihen von Deutschland oder der Schweiz würden zudem nur noch eine Mini-Rendite abwerfen. "Angesichts dieser Entwicklung gewinnen Qualitäts-Immobilien an Bedeutung." Sie könnten eine Rendite von vier bis sechs Prozent bringen. Patrizia veräußerte vergangenes Jahr en bloc 1.097 (2010: 1.002) Wohnungen - das sind Deals für Profi-Investoren. Im Einzelverkauf gingen dagegen nur 740 (801) Einheiten weg.
Patrizia war 2011 lange nicht in Schwung gekommen. Das deutlich bessere zweite Halbjahr scheint nun aber noch gereicht zu haben, um die eigenen Ziele zu verwirklichen. Denn der Konzern bestätigte, im Gesamtjahr 2011 einen um Sondereffekte bereinigten Vorsteuergewinn von 16 bis 17 Mio. Euro einfahren zu können. Genaue Zahlen werden erst in den nächsten Monaten erwartet.
Mehr Sanierungsförderungen gefordert
Deutsche Hauseigentümer fordern indes mehr finanzielle Fördermittel für energetische Sanierungen. "Die privaten Hauseigentümer investieren bereits enorm viel Geld, um ihre Immobilien energetisch zu modernisieren. Wer noch mehr Klimaschutz im Gebäudebestand möchte, muss Teilsanierungen unterstützen", sagte Rolf Kornemann, Präsident des Interessenverbandes Haus & Grund. 2010 flossen laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung 95 Milliarden Euro in Modernisierung und Erhalt von Wohnraum. (APA/red)