Planeten unter einer Doppelsonne

Weltraumteleskop sichtet reale Pendants zu Tatooine

11. Jänner 2012, 17:54

"Kepler" entdeckt zwei Saturn-große Planeten mit jeweils zwei Muttersternen

Austin/London - Das Weltraumteleskop "Kepler" hat zwei Exoplaneten aufgespürt, an deren Himmel jeweils eine "Doppelsonne" strahlt, wie Astronomen um William Welsh von der San Diego State University berichten. Die Konstellation erinnere an den fiktiven Planeten Tatooine aus der Kinosaga "Star Wars", macht Co-Autor Josh Carter vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik die Mitteilung schmackhaft und ergänzt: "Wieder einmal holt die Wissenschaft die Science Fiction ein." Der Vergleich ist somit nicht die journalistisch aufgejazzte Version - der Name Tatooine hat es bis in die ehrwürdige Fachzeitschrift "Nature" geschafft, in der die Entdeckung vorgestellt wurde.

Wo die Vergleichbarkeit endet

Unter der Doppelsonne des fiktiven Tatoo-Systems liegt im Leinwandmärchen die Heimat der Hauptfiguren Anakin und Luke Skywalker. Während es sich bei Tatooine allerdings um eine zwar raue, aber dennoch habitable Wüstenwelt handelt, sind die beiden realen Neuentdeckungen mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler-35b für Leben zumindest in uns entsprechender Form ungeeignet - sie sind gasförmig und groß wie der Saturn. Kepler-34b umrundet seine beiden Sonnen alle 289 Tage, die beiden Sterne selbst umkreisen einander alle 28 Tage. Kepler-35b wiederum kreist einmal in 131 Tagen um seine beiden Muttersterne, die sich alle 21 Tage umeinander drehen.

In beiden Doppelsternpaaren ähneln die einzelnen Sterne unserer Sonne. Da sie einander jedoch vorübergehend bedecken, schwankt auch die Strahlung stark, die ihre Planeten erreicht. Die beiden Exoplaneten dürften daher chaotische Wetterkapriolen durchmachen, meint Welsh. "Es wäre wohl so, wie alle vier Jahreszeiten viele Male pro Jahr zu erleben, mit enormen Temperaturschwankungen."

"Kepler"-Forscher hatten bereits im September 2011 die Entdeckung eines Planeten mit zwei Sonnen gemeldet. Damals war noch nicht klar, ob es sich um einen bizarren Einzelfall handelt. "Die Umgebung eines Sternenpaars galt früher als zu chaotisch für die Entstehung von Planeten", betonte Welsh, der den Fund auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft AAS in Austin, Texas, vorstellte. Vermutlich gebe es aber doch Millionen Planeten mit Doppelsonnen in unserer Milchstraße. Mit nun insgesamt drei derartigen Funden sehen die Astronomen eine neue Klasse von Planetensystemen als etabliert an. (APA/red)

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24 Postings
Mathias Steinlaus
 
00
12.1.2012, 11:00
"Kepler" entdeckt zwei Saturn-große Planeten mit jeweils zwei Muttersternen

Somit ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir Menschen auf Jawas, Gungans, Bothaner, Twi'leks, Mon Calamari und Ewoks treffen ...

... ciao Star Trek Universum ;-)

opryde
00
12.1.2012, 16:23
dann erklär mir mal, wieso das mit der macht nicht funktioniert!

duke box
03
12.1.2012, 19:48

sie ist einfach nicht mit dir!

Irgendein Jürgen
44
12.1.2012, 02:32
Das Wichtigste an dieser Meldung ist wohl...

...dass sich die Planeten um eine Doppelsonne bewegen. Lange Zeit hieß es ja, dass Doppelsternsysteme niemals ein Planetensystem hervorbringen können.

Vielleicht verabschiedet sich die Wissenschaft aus gegebenem Anlass ja auch von anderen, sinnlosen Dogmen. Beispielsweise, dass Leben nur in einer kleinen habitablen Zone um eine Sonne existeren kann. Dass es unbedingt einen Mond braucht, wenn ein Planet Leben hervorbringen will. Dass man zum gleichen Zweck einen Gasriesen als Staubsauer benötigt. Etwas gewagter, aber doch: Dass H2O nicht die einzige Basis für mögliches Leben ist.

Rarehero
 
00
13.1.2012, 05:08

Und noch was: Wir kennen alle 92 stabilen Elemente. Von diesen sind nur Kohlenstoff und Silizium geeignet, um die nötigen Molekülbindungen hervor zu bringen. Silizium kann dies aber nur bei sehr niedrigen Temperaturen, bei denen kein Stoffwechsel mehr möglich wäre. Außerdem gibt es Kohlenstoff und Wasser praktisch überall im Universum.

P.S.: Ihr "Dogma" vom Gasriesen als Staubsauger wird auch in Frage gestellt. Von der Wissenschaft selbst!

Rarehero
 
00
13.1.2012, 05:03

1. Wenn man auf der Suche nach Exolaneten von der "habitablen Zone" spricht, dann meint man die habitable Zone um einen Stern. Dass es auch außerhalb der habitablen Zone habitable Bereiche geben kann, wurde nie in Frage gestellt. Wir vermuten nicht ohne Grund auf Europa Leben am Grund der Ozeane, die dort wahrscheinlich existieren.

2. Die habitable Zone ist vor allem für höheres Leben interessant.

3. Lange Zeit hat man vermutet (aufgrund von Simulationen), dass ein Doppelsternsystem keine stabilen Planetenbahnen erlaubt. Ein Dogma ist das nicht, nur eine vernünftige Annahme.

4. Es braucht keinen stabilisierenden Mond für Leben. Es ist nur hilfreich, einen zu haben, will man komplexeres Leben hervor bringen.

naked truth
02
12.1.2012, 12:37

Dogmen gibt es in der Wissenschaft grundsätzlich nicht. Gäbe es solche, hätte man im Doppelsonnensystem erst gar nicht nach Planeten gesucht.

erebos
00
12.1.2012, 11:22

ach ja: Auch daß nicht nur H2O grundlage für Leben sein kann, erforsch man schon seit längerem. Allerdings sind die Aussagen darübe noch viel spekulativer, weshalb man nicht oft davon hört.

erebos
00
12.1.2012, 10:18

Daß Leben nur in der sog. habitablen zone existieren kann ist schon länger kein "Dogma" mehr.
Man nimmt bereit slänger an, daß überall, wo flüssiges Wasser existieren kann, zumindestens Leben, wie wir es kennen oder ähnlich existieren kann. Was kürzlich auch wieder anhand der Tiefseeforschung bestätigt wurde, wo eine vielzahl von Organismen ganz ohne Tageslicht und als Energiequelle lediglich mit geothermischer existieren.
Also erst mal etwas informieren, bevor gleich wieder über borniertheiten gewettert wird, die eigentlich eher auf die Eigene zutrifft ;)

Die kritische Stimme
01
12.1.2012, 13:16
Ja...

... aber die konnten dort nicht entstehen.

Lebewesen, die unter extremen Bedingungen auf der Erde leben, sind evolutionäre Anpassungen des "normalen" Lebens.

Das heißt jetzt nichts Anderes, als dass es möglich ist, dass ein Planet, der einen extremen Klimawandel durchgemacht hat, weiterhin Leben beherbergen kann, das sich entsprechend angepasst hat, auch wenn es unter diesen Bedingungen nicht neu entstehen könnte.

Eigentlich ist die Erde ja keine Ausnahme: In Sauerstoffathmosphäre kann kein neues Leben entstehen, weil die Aminosäuren sofort oxidiert werden würden. Dass wir (fast alle höheren Lebewesen) ihn heute als Energielieferant nützen, ist eine Anpassung an eine "extreme Klimaänderung", verursacht durch das Leben selbst.

erebos
00
13.1.2012, 10:34

Das mag stimmen, wenn sie das uns bekannte Leben auf der Erde betrachten, aber generell brauch die Entstehung von Leben nur bedingungen, die die Entwicklung von chemischer, hoher Komplexität ermöglichen. Das heißt ein bestimmtes Gemisch an Basischemikalien und Energie.

Cayenne69
10
12.1.2012, 13:55

Nachdem man noch nicht weiß wie das Leben entstanden ist, ist die Behauptung es könne so nicht entstanden sein ebenso sehr gewagt...

Magic Washroom
00
11.1.2012, 21:59
I: aber die habitable zone ist nicht die einzige bedingung für bewohnbarkeit. entscheiden sind weitere parameter. es braucht einen jupiter-ähnlichen planeten. gibts den nicht, dann befindet sich zu viel "staub" (damit sind bis kilometergroßer staub

gemeint ;-)) im system. bedeutet das einschlagrisiko wäre - so die rechnungen - um das 10-fache erhöht. große einschläge finden dann nicht alle 60, 70 millionen jahre statt, sondern alle 6,7 millionen jahre.

einen gasriesen braucht es aber auch, dass er kometen mit eis, die weiter aussen entstehen, nach ihnen ablenkt. so kam das wasser auf die erde.

gasriesen wandern aber, durch interaktion mit dem umgebenden gas (dichtewellen), nach innen.
das darf aber bei einem system mit erdähnlichen planeten nciht passieren, sondt wir dde erde zu einem shoemaker-levy-9ereignis. ;-)
es bedarf weitere gasriesen, die ihre umlaufbahnen gegenseitig koppeln und so ihre umlaufbahnen stabilisieren.

das sind schon für sich genommen beachtliche bedingungen.

Magic Washroom
00
11.1.2012, 22:01

das kommt davon wenn man zwei artikel mit ähnlichem thema offen hat... ;-)

Magic Washroom
01
11.1.2012, 22:08

die redaktion könnte das, wenn sie so nett wäre, löschen (ich versprech, ich beschwere mich nicht :-)). nicht nur weil dann mein peinlicher fehler entfernt wäre, sondern auch um die diskussion nicht mit artikelfremden themen zu okkupieren (wobei, ich erinnere mich wieder, ich bin ja im standarf-forum, da ist das normal... ;-))

Magic Washroom
00
11.1.2012, 21:59
II: wasser (das jupiter auf die erde gebracht hat) ist notwendig weil es druck auf die erdkruste ausübt, die damit viel zähflüssiger ist, so wird der kontinentaldrift aufrecht erhalten. und der ist wichtig für die temperaturregelung, gibts die nicht

dann strahlt ein planet viel zu schnell hitze ab, die rotation stoppt, der sonnenwind erodiert die atmosphäre.

zu wenig wasser oder zu viel wasser verhindert aber aus physikalischen gründen einen notwendigen kontinentaldrift. der bereich liegt wohl bei der erd ebei 10% mehr oder weniger. ebenso ist die planetengröße eine einschränkende bedingung für kontinentaldrift. viel weniger dürfte ein erdähnlicher planet nicht an masse haben als die erde, ebenso nicht zu viel.

alls das ergibt amssive einschränkungen für zumindestens höheres leben.
bakterienähnliches leben dürfte häufig sein, höheres wie wir es kennen dürfte selten sein.

gutes buch zum thema: http://tinyurl.com/898kbwc

Elron Abarth
00
12.1.2012, 16:56
vorausgesetzt, die Evolution hat genug Zeit:

Kann man nicht davon ausgehen, dass, wenn einmal Leben vorhanden ist, diese Leben sich zwingend weiterentwickelt und irgendwann zu intelligentem Leben (wie auch immer man das genau definieren mag) wird?

Magic Washroom
00
11.1.2012, 21:39

umlaufbahnen um ein doppelsternsystem waren nie das problem, die können stabil sein, die beschreiben genau so keplerbahnen.

das problem sind stabile bahnen um einen der doppelsterne, hier muss der zweite stern weit genug weg sein, um keine gravitativen bahnstörungen auszulösen.

zudem sind zwei oder drei beispiele alles andere als staistisch sginifkant.

TanteMitzi
00
11.1.2012, 20:48

Dürfte etwas wackelige Planetenbahnen ergeben, wenn sich im Zentrum zwei (um den Schwerpunkt) kreisende Sonnen bewegen.

erebos
00
11.1.2012, 18:49

In den letzten Monaten steigt die zahl der theoretisch bewohnbaren Planeten rapide an. Man kann mitlerweile wohl davon ausgehen, daß Leben im Universum nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel ist.

Redaktion derStandard.at/Wissenschaft
02
11.1.2012, 19:31

Nur 28 Minuten später wurde Ihre Prognose von der Realität eingeholt :)

Loculus
11
11.1.2012, 19:29

Die Frage ob Leben auf anderen Planeten möglich ist erübrigt sich glaube ich, die Frage ob intelligentes Leben woanders existiert finde ich spannender. Auf diesem Planeten habe ich bisher wohl noch nicht viel Entdecken können xD

erebos
01
11.1.2012, 19:49

Da glauben sie wohl richtig.
Bei der Suche nach inteligentem Leben sollten sie dann wohl aber etwas weitere Suchradien als unter ihrer Couch ausprobieren ;)

Loculus
00
12.1.2012, 18:43

Habe unter meiner Couch gerade tatsächlich fremdes Leben entdeckt ... was das wohl sein mag ? xD

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