Schuldensünder

Portugal erlebt höchste Inflation seit zehn Jahren

11. Jänner 2012, 17:09

Mehrwertsteueranhebung als wesentlicher Auslöser

Lissabon - Das von Schuldenkrise und Rezession geplagte Euro-Land Portugal meldet die höchste Inflation seit zehn Jahren. Wie die nationale Statistikbehörde INE am Mittwoch in Lissabon mitteilte, registrierte sie 2011 eine Teuerungsrate von 3,7 Prozent (2010: 1,4 Prozent). Eine höhere Inflation hatte es in dem ärmsten Land Westeuropas zuletzt 2001 mit 4,4 Prozent gegeben.

Anders als heute erlebte Portugal Anfang des Jahrtausends jedoch eine Blütezeit. Nach fünf Jahren mit Wachstumsraten von über 3,6 Prozent war 2001 noch ein Wachstum von zwei Prozent verzeichnet worden. In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Wirtschaft des Landes im Schnitt aber nur noch um magere 0,6 Prozent, für 2011 wird mit einem Rückgang von 1,6 und für 2012 sogar von 3,1 Prozent gerechnet.

Die INE erklärte, vor allem die Mehrwertsteuererhöhungen hätten sich 2011 ungünstig auf die Preisentwicklung ausgewirkt. Im Rahmen der Maßnahmen zur Sanierung der Staatsfinanzen war die Mehrwertsteuer mit Wirkung von Anfang 2011 von 21 auf 23 Prozent angehoben worden. Die Mehrwertsteuer auf Strom und Gas war zudem im Oktober von sechs auf 23 Prozent erhöht worden. Anfang 2012 gab es weitere Erhöhungen.

Als Gegenleistung für das 78 Milliarden Euro schwere Hilfspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) verpflichtete sich Portugal zur Senkung des Haushaltsdefizits von 9,8 (2010) auf 5,9 Prozent (2011). Ministerpräsident Pedro Passos Coelho versicherte aber jüngst, sein Land werde das mit den internationalen Geldgebern erst für 2012 vereinbarte Defizitziel von 4,5 Prozent schon 2011 erreichen. (APA)

hlg
01
12.1.2012, 07:31
die sollen das von der statistik austria nochmal rechnen lassen...

da kommt sicher 0 % inflation raus...

trotz mehrwertsteuererhöhung. ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.