Touristenvideo über Frauen des Jarawa-Volks löst Empörung aus

11. Jänner 2012, 18:58

Organisation: Ureinwohner der Andamanen sind "keine Zirkuspferde"

Neu-Delhi - Ein Video mit Frauen vom Volk der Jarawa auf den abgelegenen indischen Andamanen-Inseln, die für Touristen tanzen und dafür Lebensmittel erhalten, hat am Mittwoch helle Empörung ausgelöst. Das von einem Touristen aufgenommene Video wurde auf der Internetseite der britischen Zeitung "The Observer" veröffentlicht. Die Tanzdarbietung der zum Teil nackten Frauen soll durch Schmiergeld an einen Polizisten ermöglicht worden sein.

Die Organisation Survival International, die sich für den Schutz indigener Völker einsetzt, sprach von einem "Menschen-Zoo", der den Touristen offenbar gefalle. Die Jarawa seien "keine Zirkuspferde, die auf Befehl Kunststücke aufführen". Die Organisation hatte vor einigen Monaten mehreren indischen Reiseveranstaltern vorgeworfen, "Menschen-Safaris" zu organisieren.

Gemäß der indischen Gesetzgebung zum Schutz von Ureinwohnern ist es verboten, die Jarawa zu fotografieren oder Kontakt zu ihnen herzustellen. Der Minister für indigene Völker, Kishore Chandra Deo, bezeichnete den Vorfall als "widerlich" und kündigte Maßnahmen an. Das indische Innenministerium forderte einen Bericht an.

Die Polizei der Andamanen leitete Ermittlungen ein, erklärte aber, es handele sich um ein "wahrscheinlich sechs oder sieben Jahre altes Video". Damals hätten sich die Jarawas noch unbekleidet gezeigt, heute würden sie in der Öffentlichkeit dagegen bekleidet auftreten.

Auch der auf den Inseln tätige indische Anthropologe A. Justin äußerte die Vermutung, dass die Bilder veraltet sein könnten. Vor dem Tsunami von 2004 hätte man die Jarawa noch zum Tanzen zwingen können. Danach habe es eine Politik weitreichender Autonomie mit einem Minimum an Einflussnahme gegeben. Seitdem habe sich einiges verbessert.

Im Bericht des "Observer" hieß es, ein Reporter der Zeitung habe vor einiger Zeit gesehen, wie Touristen Ureinwohnern am Straßenrand Bananen und Kekse zugeworfen hätten. Örtliche Händler hätten den Touristen gesagt, wie viel Bestechungsgeld sie der Polizei für einen Tagesausflug zu den Jarawa zahlen müssten. (APA)

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Hmmm

Für ein Cornetto Heidelbeer...

Wer sind eigentlich hier die wahren "Wilden"? …

…In Brasilien wurde ein 8-jähriges Mädchen eines indigenen Stammes von Holzfällern an einen Baum gebunden und "als Warnung an ihr Volk" - bei lebendigem Leibe verbrannt:

http://tinyurl.com/7xr4pjz

Tirolerabend

versuchen wir mal uns in einen ureinwohner hineinzuversetzen
ich laufe immer nackt herum weils immer schön warm ist, wozu also kleidung?
nackt sein ist für mich vollkommen normal weil ich ganichts anderes kenne
schaut euch mal die komischen idioten an die bei diesen temperaturen auch noch was anziehen, hahahaha
und die fotografieren uns auch noch , sind sie zu dumm sich das zu merken?

spaß beiseite, natürlich hat es für uns was abstoßendes wenn man die leute für sich tanzen lässt, eigentlich sollte man sich irgens so benehmen aber für die jarawa wars wahrscheinlich genauso ein menschenzoo, gut möglich das diese leute noch nie einen weißen gesehen haben

Der Skandal ist ja wohl, dass es einen Minister für "indigene Völker" gibt der diese Völker offensichtlich nicht mal mit Nahrung bzw. den Möglichkeiten solche selbst zu erzeugen, versorgen kann.
Sonst hätten die das ja wohl kaum nötig.

Wie haben die Leute von den Andamanen ihre Nahrung besorgt

bevor Minister erfunden wurden?

Ich tippe, zu tanzen war und ist einfach bequemer, als Ackerbau zu betreiben oder (im Dschungel) zu jagen. Und ungefährlicher als am Meer mit Einbäumen oder ähnlichem zu fischen.

Und weil's heiß ist, hat man halt wenig an. Zumindest bis wer kommt, der einem sagt, dass das PFUI sei.

Eben das ist ja der Skandal wenn die Leute sich für Nahrung so zur Schau stellen müssen wenn es sogar einen Minister gibt der für sie verantwortlich ist.

Und es geht mir nicht um die Menge der Kleidung.

sie verstehen nicht

die indische indigenen politik ist, dass es so wenig einmischung wie möglich gibt.
weder vom staat noch durch die wissenschaft und schon gar nicht durch geschäftsleute oder touristen.

Natürlich sollte man diese Völker so wenig wie möglich "beeinflussen". Aber wenn sie dringend Nahrung brauchen, sollten sie sich dafür nicht zu Idioten machen müssen.

wer sagt, dass sie

dringend nahrung benötigten?

wenn dort eine hungersnot ausbrechen sollte wird sicher alles unternommen um diese zu lindern.

Der Minister ist sein Geld wohl aus anderen Gründen nicht wert

Ich war noch nie auf den Andamanen. Aber schon vier mal (je mindestens 5) Wochen lang Individual-Tourist am indischen Subkontinent.

Vermutlich wär's fein, den Indigenen auf den Andamanen zu ermöglichen, ihren traditionellen Lebensstil so weit als möglich weiterhin zu leben. Falls sie das wollen. Da spielen Minister dann keine Rolle, ausser eben dafür zu sorgen. Da scheint der Minister versagt zu haben.

Wollen die Indigenen aber so leben, wie alle anderen dort (zu 99 % Inder laut Wikipedia), gilt für sie das selbe wie für die 99%: Schau selbst, wo du bleibst.

Wie hart das sein kann, kann man sich hierzulande gar nicht vorstellen. Im Jänner 2008 hat man z. B. in Kalkutta die Leichen der auf der Straße erfrorenen Armen per LKW eingesammelt.

Wie haben sie es denn bis jetzt geschafft ?

ich glaube was viele hier nicht verstehen ist, dass indien im bezug auf die nikobaren und deren uhreinwohner eine relativ restriktive politik fährt.

restriktiv dahingehend, dass diese so wenig wie möglich in kontakt mit der globalen "zivilisation" treten.

die jarawa haben zwar in den letzten jahren immer wieder "von sich aus" den kontakt gesucht, v.a. durch einen straßenbau, andere völker sind dagegen noch vollkommen isoliert und beantworten etwaige kontaktaufnahmen (zuletzt nach dem tsunami 2004) mit pfeilhagel gegen hubschrauber.

die indische regierung verbietet daher kontaktaufnahmen (selbst durch ethnologen) oder versucht sie so weit wie möglich zu minimieren. wenn sich nun offizielle durch touristen bestechen lassen um ein wenig menschenzoo zu spielen ist dies in hinblick auf den versuchten schutz dieser völker (kulturell, immunologisch, ...) ein fatales zeichen.

in manchen Gegenden der Welt wird zunehmend

mehr Wert auf Keuschheit gelegt - aber Geld und Armut wiegen mehr und können nicht ignoriert werden...

Schade, dass sie sich angezogen haben. Der Mensch gehört nackt.
In Opuwo gehen die Himba-Frauen nur mit einem Tüchl um den Popsch und Ringen an Knöcheln und Handgelenken in den Supermarkt einkaufen und lassen sich auch sonst nix sagen.

"Schade, dass sie sich angezogen haben. Der Mensch gehört nackt"

.
das erzählen'S bitte mal Ihren arabischen freunden! ;o)))

Verhalten von Touristen

Also ich glaube, es geht hier nicht in erster Line, dass Menschen nackt tanzen, sondern um das Verhalten von Touristen. Auch ich habe schon solche Szenen erlebt, in denen Touristen sich verhalten as wären sie in einem Zoo. Z.B. das Fotografieren vom Menschen mittels Zoom-Objekt oder im Rudel ect. ist schon sehr befremdend. Ich frag mich immer, warum soche Menschen diese Art von Urlaub wählen, um neue Kulturen, Menschen ect. kennen zu lernen, oder nur um zu Hause "angeben" zu können, dass sie auch schon in diesem Teil der Erde waren ....

Gute Güte!

How shocking! Und noch dazu nackt. My goodness.

Ich glaube sie haben absolut nicht verstanden worum es geht...

Die Leute sind ganz einfach

lieb, herzlich und natürlich und imstande, einfach so im Urwald zu überleben.

http://www.youtube.com/watch?v=qwRY6nbq424

Ich mag sie.

Wahnsinn,

gestern hat man das Video noch frei sehen können, nun wurde es mit der Begründung "für manche Nutzer unter 18 unangemessen" gesperrt.
Die Leute sind lediglich im normalen Alltag zu sehen und haben gemäß ihrer Tradition wenig bis keine Kleidung, das ist alles. Letztere braucht man dort aber auch nicht, es ist nicht so kalt wie bei uns jetzt.

was ned

viel grauslicher als a tiroler abend kanns ned sein. und da regt sich der tiroler landtag ned auf... vielleicht a innovation fuer indien vom inn?

Na ja...

Wenn sich die Tiroler für den Fremdenverkehr prostituieren, behalten sie immerhin ihre Kleidung an. Abgesehen davon, werden hier eher die Touristen unter den Begriff "Brauchtum" verarscht und zahlen auch noch dafür.
Das ist wohl ein himmelweiter Unterschied zu diesen Vorfällen.
Es geht um Menschenwürde, die auf abstoßende Weise verletzt wird und zwar von der Seite, die es wissen müsste. Widerlich!

Oh mein Gott

Sie sind aber wirklich extrem kompetent.
Woher wollen Sie wissen, dass dort die Touristen nicht ebenfalls vera... worden sind und zwar für gutes Geld oder eben Naturalien.
Man sollte andere nicht als blöder einschätzen als man selbst ist.
Im übrigen wissen diese Natives sich sehr wohl ihere Haut zu wehren, wenn es angebracht ist.

An nockatan Tiroler? Schon gesehen um Euro 3,49 beim Lebensmitteldiskonter.

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