Islamisten wollten Pilgerzug blockieren
Kairo - Ägyptens Behörden haben ein Festival jüdischer
Pilger abgesagt. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen vom Mittwoch
wurden Sicherheitsgründe als Grund für die Absage der ursprünglich
für diese Tage vorgesehenen Feier in einem Dorf der Nildelta-Provinz
Behaira genannt. Die Wallfahrer erinnern damit regelmäßig an die
Geburt ihres Heiligen Rabbi Yaakov Abu Hatzira, eines marokkanischen
Juden, der dort begraben sein soll.
Das Fest, das seit dem ägyptisch-israelischen Friedensvertrag
jährlich Juden aus aller Welt anzieht, wird von den Islamisten massiv
kritisiert. Laut der israelischen Zeitung "Haaretz" hatten Aktivisten
angekündigt, den Pilgerzug zu blockieren. Ägyptische
Sicherheitskräften schützten die Feierlichkeiten deshalb in der
Vergangenheit mit großem Aufwand. Vor zwei Jahren wurden 23
Terrorverdächtige festgenommen, die unter anderem Anschläge auf die
Pilger geplant haben sollen.
Im Jahr 2001 verbot ein Gericht in Alexandria die Veranstaltung
mit der Begründung, dass die Musik und die Tänze der Wallfahrer die
religiösen Gefühle der Anwohner verletzten. Ein Jahr zuvor wurde der
Ärger der ägyptischen Öffentlichkeit über das wiederholte Eindringen
der israelischen Armee in Heilige Stätten des Islam und des
Christentums in Jerusalem als Grund für eine Absage angeführt. (APA)