Spargedanke

Westbahn will an mehr öffentliche Aufträge

11. Jänner 2012, 15:08

Die Republik solle doch aufs Budget achten und die Westbahn mehr Strecken fahren lassen

Das private Bahnunternehmen Westbahn pocht darauf, weitere Bahnstrecken befahren zu können. Bis dato ist man nur auf der Westbahn zwischen Wien und Salzburg unterwegs. Die Westbahn wünscht sich die Ausschreibung mehrerer Bahnstrecken und argumentiert das auch mit dem Ziel der Republik, die Zuschüsse an die ÖBB in Zukunft signifikant zu verringern.

"Würden Bahnstrecken ausgeschrieben, käme jener Anbieter zum Zug, der die beste Leistung um die geringsten öffentlichen Zuschüsse anbieten kann. Wird, so wie derzeit, freihändig an einen Anbieter (die ÖBB, Anm.) vergeben, kommt es den Steuerzahler naturgemäß teurer", erklärte Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger in einer Aussendung.

Das Unternehmen ärgert sich zum Beispiel über die Verbindung Salzburg - Graz. In dem Vertrag, den die ÖBB 2011 erhielten, sieht die Westbahn einen "Vollkasko-Charakter". Die ÖBB bekämen viel Geld ohne einen ernsthaften Anreiz zur Leistungsverbesserung.

Zufrieden mit Passagierzahl

Über den ersten Monat Westbahn freut sich die Politik. Das habe zu einer Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs in Niederösterreich geführt, meinte Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) auf einer Pressekonferenz mit Westbahn-Geschäftsführer Wehinger. Täglich würden bereits 6300 Pendler die neuen Züge nützen, die Rückmeldungen seien "hervorragend". Das Land habe den Privatanbieter "selbstverständlich" begrüßt: "Jeder Wettbewerb verbessert das Gesamtangebot", so Wilfing.

Der Westbahn-Chef selbst sprach von einem "viel besseren" Start als erhofft: Bereits der erste Betriebstag habe zu nahezu 100 Prozent funktioniert, im ersten Monat sei die Pünktlichkeit bei 98 Prozent gelegen. Der Anteil der Pendler in den Westbahn-Garnituren liege derzeit bei etwa einem Viertel und wachse stetig. Wehinger rechnet damit, dass sich der Verkehr auf der Westbahn in den nächsten 15 Jahren verdoppeln wird.

Die eingesetzten Lokführer seien eine Mischung aus ehemaligen ÖBB-Bediensteten und Leih-Lokführern, zwölf stünden derzeit in Ausbildung. Abgesehen von den Lokführern kämen nur fünf der 180 Mitarbeiter von den ÖBB. "Wir werben niemanden aktiv ab", so Wehinger. Die Beschäftigten würden von dem österreichischen Unternehmen über den Kollektivverträgen für Privatbahnen bezahlt, "um jeder Diskussion aus dem Weg zu gehen". Dazu gebe es großzügige Prämien.

Landesrat Wilfing betonte abermals das Bemühen, die Westbahn als Vollmitglied in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) aufzunehmen - derzeit gelten bereits Zeitkarten, aber keine Einzelkarten. Fahrscheine könne man übrigens bequem auch im Zug kaufen. (red/APA, derStandard.at, 11.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 104
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selbst-denker
01
vorsicht!

wie lange hält die lammfrommheit mit diesen guten preisen, nachdem wehinger ja schon höhere, "kostendeckende preise" auch bei den öbb gefordert hat? sollen wir steuerzahlerInnen weiterhin privaten tür und tor auf unsere kosten öffnen, damit sie, so bald sie in einer starken machtposition sind, uns mit ihren profitvorstellungen überrollen? die spö scheint da an alzheimer zu leiden, was ihr programm betrifft und frau bures ist die nicht sehr wache erfüllungsgehilfin - siehe auch den ausverkauf der sog. nebenbahnen an n.ö. und der plan, dasselber in o.ö. bald zu machen. mit sicherheit wird bald die salzkammergutbahn folgen, statt endlich an einem zeitgemäßen, flächendeckenden generalverkehrsplan zu arbeiten.

Mathias Steinlaus
 
11
27.1.2012, 11:00
Bild: Die Westbahn will dorthin, wo der ÖBB-Waggon steht.

Ist es absicht, daß die Uniformen der WestBahn Angestellten so nach Militäruniformen erinnern??

focus
01
13.1.2012, 20:50
Ausschreibung

Damit hat Wehinger JEDENFALLS recht:
Alles, was von den ÖBB - teilweise mutwillig durch Angebotsverschlechterung oder Angebot am Bedarf vorbei geführt - eingestellt wurde oder schlecht bedient wird, soll ausgeschrieben werden, damit Private diese Leistung anbieten können.

Leider passiert das nicht und das Bahnnetz wird weiter und weiter schrumpfen.

Günther 1234567
61
13.1.2012, 12:30

An-Nennt mich Loretta:
Sie haben schon recht...der Verdienst kann nie hoch genug liegen! Aber wenn man Jahrzehnte in den Medien liest..Das Pensionsalter der Eisenbahner liegt bei 50 Jahren! 50% der Eisenbahner sind pragmatisiert, also unkündbar usw..Da macht sich so mancher Staatsbürger der in der Privatwirtschaft
tätig ist und auch Eisenbahner kennt, die munter und Gesund mit 46 Jahren freiwillig mit einer Super Abfindung in die Pension gehen..schon manchmal Gedanken! Und genau solche Posten hier womöglich, das alles so ungerecht ist, da die neue Westbahn billiger ist, besseres Service bittet, werben die
uns jetzt auf den guten Strecken Kunden ab und nur die sind jetzt daran Schuld, dass die Eisenbahn noch mehr defizt macht!

" hector"
00
Super Abfindung

was muß ich bitte machen,das ich als eisenbahner doch eine SUPER ABFINDUNG bekomme,ich war gerade 46,würde knapp 1000 € pension bekommen,was mir zum leben zu wenig ist(bin kein pfuscher u kann nichts dazuverdienen).aber das mit abfertigung als eisenbahner hab ich noch nie gehört...echt stark wenn das eingeführt wird.ich habe auch einen bekannten in der privat wirtschaft,der hat mit knapp 40 eine abfertigung bekommen und arbeitet jetzt für seine zweite-ich sag besser nicht wieviel,weil der arme muß sicher dafür was leisten nicht wie die f..... eisenbahner.schönen tag noch-sie armer privater ..................

Günther 1234567
11
13.1.2012, 11:14

An-der letzte leser:
Sind sie etwa etwas ausländerfeindlich eingestellt?
Mir wäre auch lieber, hier in holländisch, englisch oder französisch zu Posten, denn deutsch kann ich wirklich nicht gut!
Übrigens: Ich bin kein Westbahnmitarbeiter, denn da würde ich wahrscheinlich zu wenig verdienen!

An-niewieder nett:
Ob ihnen die Westbahn oder ÖBB unsymphatisch ist,
interessiert mich ungefähr sooooo...als wenn in China
ein Fahrrad umfällt! Ich bin einfach nur ein Mensch, der beruflich viel mit der Bahn fährt und sich Gedanken um den Steuerzahler macht!

Günther 1234567
21
12.1.2012, 14:42

Wenn ÖBB billiger wird, ist für sie die Westbahnstrecke auch ein Deffizitt...
zu viele Leute, hohe Löhne und zu viele Beamte!!!
Jahrzehnte ging es nicht und jetzt wo ein Mitbewerber kommt, auf einmal geht es???
Ich Denke, da ist eine Klage sehr wohl angebracht, denn dass ist eine Verarschung
vom Steuerzahler! Aber darüber brauche ich mir keine Gedanken machen, das entscheidet
das Gericht und hoffentlich für die neue Westbahn!!!!

Nennt mich Loretta
00
13.1.2012, 10:57
"zu hohe loehne"...wo habens das aufgschnappt?

der letzte leser
11
12.1.2012, 16:59

Übrigens: Sind sie einer der 3 Westbahn-Mitarbeiter, die für Internetaggitationen abgestellt sind?

niewieder nett
 
00
12.1.2012, 17:19

das wär dann geschäftsschädigend. mir war die westbahn nie umsympathischer als jetzt grad.

der letzte leser
12
12.1.2012, 16:58

Wenn sie bitte Deutsch lernen würden und das Spammen bleiben ließen, danke.

Günther 1234567
31
12.1.2012, 14:37

Weiters...die ÖBB fährt jetzt über Jahrzehnte die Westbahnstrecke und es gab
niemals billigere Fahrkarten, verstehe ich...ÖBB lebt ja nur noch vom Steuerzahler!
Wobei ich aber sagen muss, sie können ja wirklich nichts dafür, die Kunden können
ja zum fahren nicht gezwungen werden!
Jetzt kommt eine neue Bahn...die kalkuliert sehr gut, günstigere Löhne, weniger
Mitarbeiter usw...jedenfalls sooo, damit kein Defizit und auch nicht zufiel gewinn
entsteht! Jetzt auf einmal kann die ÖBB billiger werden???? Und das auf kosten vom
Steuerzahler??? Wenn ÖBB billiger wird, ist für sie die Westbahnstrecke auch ein Deffizitt...
zu viele Leute, hohe Löhne und zu viele Beamte!!!
Jahrzehnte ging es nicht und jetzt wo ein Mitbewerber kommt, auf einm

Günther 1234567
31
12.1.2012, 14:37

Hallo Peter!

Einfach erklärt...sie arbeiten bei der ÖBB und bauen sich ein Haus, sie bekommen für den
Hausbau 30% vom Staat Wohnbauförderung!
Ich arbeite nicht bei der Bahn und baue auch ein Haus und bekomme aber nichts vom
Staat, weil ich nicht bei der ÖBB arbeite und außerdem das Geld habe und eh nichts
brauche! Was würden sie dann machen...ich würde es schon wissen...klagen!!!!
Auch wenn ich das Geld nicht brauchen würde, aber wir leben nicht im Ostblock und
es herrscht hoffentlich noch ein wenig Gleichberechtigung in Österreich!!!!!

Petebull
01
12.1.2012, 13:32

Eine Ausschreibung der Bedienung von Strecken ist durchaus sinnvoll: klare Leistungsvorgaben (Qualität Züge, Fahrplan, Ticketpreise); der günstigste Bieter erhält Zuschlag; Der Infrastrukturbetreiber stellt gute Strecke+Betriebsstellen zur Verfügung (dzt bei Nebenbahnen vielfach nicht gegeben). Viele Nebenbahnen in D blühen mit dieser Vorgehensweise regelrecht auf.

Kurzfristig kann "private" Westbahn mit vorh. Wagenmaterial keine anderen Strecken bedienen, außer sie setzen altes Klumpert des Miteigentümers Staatsbahn SNCF ein.

Bei der Ybbstalbahn wären private Betreiber bereit gestanden, aber das Land wollte nicht, sondern nur einstellen (OK, vielleicht ist Wilfing intelligenter als Heuras).

Proconsul
00
28.1.2012, 09:18

Ja, die Ybbstalbahn ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine gute Bahninfrastruktur zugunsten eines Radweges ruiniert!!

Peter_23
24
12.1.2012, 12:43
Westbahn sucht krampfthaft nach neuen Geldquellen. Die laufen finanziell wohl schon ziemlich am Sand.

Nicht nur, dass die Westbahn fordert, dass die ÖBB die Fahrkartenpreise erhöhen soll - damit man selber (Westbahn) halt auch höhere Ticketpreise verlangen kann. Wie durchsichtig. Zum Nachteil der Passagiere natürlich.

Nein, jetzt soll auch noch die öffentliche Hand extra der Westbahn mit weiten Aufträgen, und am besten gleich mit allerlei Vorrauszahlungen, aus der finanziellen Patsche "helfen".

Ist das ein Unternehmen aus der angeblich so "erfolgreichen" Privatwirtschaft?

Günther 1234567
22
12.1.2012, 11:56

Die Bahn, die dem Steuerzahler am günstigsten kommt und das beste Service bietet, soll auch den
Zuschlag für eine Strecke bekommen...ganz einfach! Die Personen, die bei der ÖBB überflüssig werden,
sollen sich halt bei der neuen Westbahn bewerben!

BEnBArka
00
12.1.2012, 13:51

Etwas Kurzsichtig gedacht. Die Westbahn pickt sich die Rosinen heraus und die ÖBB darf schön weiter die unwirtschaftlichen Nebenstrecken für uns Pendler beackern.
Ich wäre zwar prinzipell dafür das der Markt geöffnet wird, aber dann nur wenn man den Markt auch fair aufteilt und die "Westbahn" auch Nebenstrecken befahren muss.

der letzte leser
05
12.1.2012, 17:28

"Freier Markt" funktioniert in der Grundversorgung nicht. British Rail, staatlicher Bahnbetrieb war mit 71% Eigenfinanzierungsquote einer der effizientesten Bahnbetriebe der Welt. Dann kam Thatccer und privatisierte die Bahn.

Die privaten Betreiber stellten weite Teile des C- und D-Netzes (Nebenbahnen) ein, bedurften höherer Subventionen, verschlechterten das Angebot und sparten mit den bekannten Folgen bei der Betriebssicherheit.

Die These, dass der freie Markt die Grundversorgung effizienter übernehmen könnte lässt sich nicht nur mit diesem Beispiel effizienter widerlegen.

Proconsul
00
28.1.2012, 09:24

Auch für Nebenstrecken würden sich in Ö genug private Betreiber finden - wenn diese denn ausgeschrieben würden!

Leider stellt man die Bahnen aber seitens der Politik lieber ein, um Günstlinge in Busunternehmen oder Strassenbauprojekte zum "Zuge" kommen zu lassen....

Günther 1234567
72
12.1.2012, 11:52

Da wird die Westbahn ständig als lächerlich abgestempelt, weil sie nur 7 Züge haben..hihihi
Warum sollen sie 100 Züge kaufen, wenn sie nicht mehr Trassen bekommen und sie von der
Öbb und vom Staat nicht mehr Strecken bekommen!!! Wenn es eine gerechte Ausschreibung
geben würde, könnte sich das ganze schnell ändern!
Denn ein Miteigentümer der Westbahn...wie z.b...Hr. Haselsteiner(Strabakkonzern mit
über 73000 Mitarbeiter). Für so einen Betrieb, dürfte es kein Problem sein, Züge in Hülle und
Fülle zu kaufen...gg! Jedoch ist es in der Privatwirtschaft sooooo...zuerst Planen und Denken und dann
erst kaufen! Nicht wie bei Staatsbetrieben, kaufen-versagen und der Steuerzahler muss es Ausbaden!!!!
Die Bahn, die dem Steuerzahler am günstig

laekla
04
12.1.2012, 10:39
unglaublich...

.. wie manche hier Angst vor der Westbahn haben!
Habt Ihr Euch Eure posts eigentlich nach kurzer Pause mal selber durchgelesen???
Die Westbahn wird sich auf dem Markt genauso zu behaupten haben wie die ÖBB, das wird glücklicherweise der Kunde entscheiden.
Und ich sehe nichts Verwerfliches drin, alle Strecken auszuschreiben. Derjenige der die definierte Leistung zu geringeren Subventionen zur Verfügung stellt, bekommt den Auftrag!
Wo liegt das Problem???

leaping frog
00
12.1.2012, 11:56
interessant ist, dass im flugverkehr keiner die billig-fluglinien vermissen möchte.

auch der flugverkehr wird subventioniert.

Gustav Albrecht
26
12.1.2012, 10:18
in der Zwischenzeit Westbahngegner!!!

Da die Westbahn laut Medineberichten dafür eintritt, dass sich die Preise bei der ÖBB erhöhen, kann man als Bahnfahrer nur gegen die Westbahn arbeiten...

So privat ist sie ja auch nicht, sondern die französsiche STAATSBAHN ist dabei, und wie Frankreich die Liberalisierung bei Energie forciert (??), ist auch ein Beispiel, was freier Markt bedeutet.

Herr W damit sie es gleich wissen: dass ist mein persönliche Meinung und keine allgemeingültige Feststellung:

Nennt mich Loretta
00
12.1.2012, 12:27
Der Vorwurf der Westbahn bezog sich mWn darauf, dass die ÖBB Personenverkehr AG die Westbahnstrecke angeblich illegal subventionieren lässt.

Die Westbahnstrecke ist rentabel und damit nicht subventionierbar. Der Vorwurf ist also nicht, dass der Preis zu billig ist, sondern dass der Preis illegalerweise zu einem Teil aus Steuermitteln bezahlt wird. Nur weil der liebe Steuerzahler Ihr Ticket sponsert, ist der Preis des Tickets in Summe nicht günstiger, sondern verzerrt nur den Markt.

Bleibt abzuwarten, ob dieser Vorwurf Bestand hat.

Wenn u.a. die Franzosen sich(auch bei der Bahnliberalisierung) nicht an EU-Richtlinien halten, sollte sich Österreich vielleicht mal überlegen, ob es wirklich immer notwendig ist den dummen EU-Musterschüler zu markieren. Die Bahnliberaliserung ist jedoch ein Schritt, der dem Staat selbst zu gute kommt, spart er durch Ausschreibungen doch Geld.

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