Occupy-Bewegung

Studie: Weniger als die Hälfte der Jugend kennt die "99 Prozent"

11. Jänner 2012, 14:05

Die aktuelle Jugendkulturstudie erfragte die Meinung zu politischen Protesten wie der Occupy-Bewegung

Unpolitisch, egoistisch, zur Ausländerfeindlichkeit neigend, ängstlich - basierend auf der aktuellen Studie "Jugend und Zeitgeist" malte man gerne dieses Bild vom jungen Österreich. Das Institut für Jugendkulturforschung befragte letzten November 400 16- bis 19-jährige Wiener. Der "Zeitgeist" der Jugend wird in dieser Studie an Themen wie "soziale Gerechtigkeit", "Lifestyle", oder "Xenophobie" festgemacht. Der wohl spezifischste Aspekt der Erhebung: "Bekanntheit und Bewertung der Occupy-Bewegung". Der antikapitalistische Protest, der 2011 mit der Besetzung der New Yorker Wall Street begann, wurde zum Vorbild für politische Bewegungen rund um den Globus. Der Slogan gegen soziale Ungerechtigkeit: "Wir sind die 99 Prozent".

Das sei "tagesaktuelles Topthema" gewesen, erklärt die Leiterin der Studie, Beate Großegger. Dementsprechend "ernüchternd" ist das Ergebnis: Nur 41 Prozent der Wiener Jugendlichen gaben an, sie hätten von Occupy gehört. "Die Thematisierungsoffensive der Bewegung ist an vielen Jugendlichen unbemerkt vorbeigezogen", liest Großegger aus den Zahlen, und das "trotz der allgemeinen Verunsicherung durch die Finanzmarkt-, Euro- und Schuldenkrise, die wir in unseren Studien beobachten können." Immerhin sagen mehr als 60 Prozent, die die Bewegung kennen, sie sei "wichtig", fast 31 Prozent sagen: "ist mir egal". "Wirklich gut" findet Amelie die Demonstrationen an der Wall Street, "das setzt ein Zeichen". Der 16-Jährigen ist der Begriff Occupy öfters begegnet, vor allem in "alternativen Medien". Die anderen versuchten solche Proteste unter den Teppich zu kehren, "damit die Leute nicht auf dumme Ideen kommen", kritisiert sie.

Auch Leonie ist unzufrieden mit den Medien. Proteste dieser Art würden wenig und eher mit negativem Beigeschmack thematisiert. Von Occupy habe sie nichts gehört. Auch Erich weiß von den New Yorker Protesten, kann aber mit dem Begriff nichts anfangen. "Zu verschlafen" und "nicht annähernd wütend genug", um sich für eine "Revolution" des Finanzwesens einzusetzen, beurteilt der 18-jährige Salzburger sein "konservatives Städtchen". Die 16-jährige Sophie weiß um Occupy Bescheid, nicht jedoch aus den Nachrichten, sondern durch ihre Lieblingsband: Tom Morello von Rage Against the Machine gab im Rahmen der Proteste ein unangemeldetes Konzert, das ob seiner ohrenbetäubenden Lautstärke manchen Banker von der Arbeit abhielt.

Im Allgemeinen zeigt die Studie: 37 Prozent der Jugendlichen finden es mit ihrem "Lifestyle kompatibel", in einer politischen Protestbewegung mitzumachen. Immerhin 24,5 Prozent sehen sich in einer Partei gut aufgehoben. "Rund vier von zehn Jugendlichen" sagen, weder das eine noch das andere passe zu ihnen, das sei ein Anzeichen für "Politikdistanz", kommentiert Großegger. (jhöft, klien, grill, DER STANDARD, Printausgabe, 11.1.2012)

Nächste Woche in der SCHÜLERSTANDARD-Serie: Was Jugendliche unter Gerechtigkeit verstehen

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Posting 1 bis 25 von 51
1 2
der schalldämpfer
00
17.1.2012, 12:31
Na, liebe Medien – klingelts?

Ihr seid doch jene, die darüber entscheiden, was wir erfahren dürfen bzw.. sollen und da war Occupy kaum ein Thema. Auch bei Euch, liebe Standard-Redaktion.

Erisian Liberation Front
51
16.1.2012, 15:01
Weniger als die Hälfte der Jugend kennt die "99 Prozent"

Womit eine weitere Lüge der ach so tollen "99 Prozent" Bewegung entlarvt ist.
Die vertreten nicht mehr als die Kommunisten aus denen sie bestehen.

Rudolfo Karellowitsch
13
16.1.2012, 18:37
Hi, ich bin seit geraumer Zeit einer deiner Follower

und hab häufig großen Gefallen an Deinen Postings.

Hier aber muß ich Dir zum ersten mal massiv widersprechen. Niemand hat jemals behauptet das 99% der Bevölkerung das gleich wollen und niemand hat behauptet das 99% die Bewegung kennen. Mit 99% ist gemeint, daß 1% der Bevölkerung die Macht und das Geld und die Reichtümer besitzen und mit Hilfe dieser unendlich erscheindenden Resourcen, die 99% wie in einer Diktatur regieren. Z.B., die 99% müssen mit dem Bezinpreis den die 1% Schicht sich ausdenkt. So geht es auch bei Weizen, Zinsen, uvm.

Das nur ein Bruchteil der Jugend diese Bewegung kennt, ist sehr traurig, beweist aber keinesfalls irgend etwas.

Die Bewegung kämpft für die 99% der Leute. Gehörst Du zu dem einen Prozent?

Der Mann im Fass
 
04
16.1.2012, 15:59

So schreibt eine(r), die oder der keine Ahung hat, was mit den 99% gemeint ist.

Traurig...

Herr und Frau Österreicher
 
11
16.1.2012, 08:52
"Das sei "tagesaktuelles Topthema" gewesen, erklärt die Leiterin der Studie, Beate Großegger. Dementsprechend "ernüchternd" ist das Ergebnis: Nur 41 Prozent der Wiener Jugendlichen gaben an, sie hätten von Occupy gehört."

Geh, in Österreich war das nie "Top-Thema" und wenn, wurde es immer dargestellt wie eben etwas "das irgendwo stattfindet"! Wichtiger ist hierzulande immer, was ein blauner Strolchi daherrotzt...
41% ist recht viel, würde man erwachsene fragen, würden 60% wohl antworten: "okjuwos?!"

Dr. Ewald Hinterfotzig
20
15.1.2012, 10:27

Naja, die Occupy-Bewegung setzt sich eben maximal aus 5% der Bevölkerung zusammen (zumindest in Europa), dem Rest ist das ganze relativ powidl.

Von daher nicht wirklich verwundernlich.

Rudolfo Karellowitsch
00
16.1.2012, 18:42
Und genau das wissen die Damen und Herren

die das eine Prozent bilden und mit 99% der Resourcen uns alle regieren. Und genau deshalb kann das eine Prozent mit uns auch machen was es will, weil eben diese 99% zu blöde sind sich zu organisieren und damit dem einen Prozent nicht Parole bieten können.

Und Postings wie Deines beweisen das es weiterhin so bleiben wird. Und vermutlich bist du noch stolz darauf das du den Oberdurchblick hast, wie dumme Lämmer "denken" die zur Schlachtbank geführt werden?

Peter Jan
01
15.1.2012, 10:12

Occupy müsste halt mehr Pornos drehn, dann würde die Idee auch im tiefsten Wiener Dschungel ankommen.

3ch0
08
13.1.2012, 05:21

"Eigentlich bin ich voll für Witwen & Waisen & Wale und so, aber es ist nicht Life-Style-kompatibel"

Die Zukunft "der Jugend" wird wohl ebenfalls ALLES ANDERE als LifeStyle-kompatibel sein
:D

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
81
12.1.2012, 19:11
Dafür dass sie angeblich die 99% sind

sind sie ja reichlich unbekannt...

bAuminger
10
17.1.2012, 10:40

Dafür dass du "FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau" bist, ist deine Rechtschreibung eh ganz in Ordnung.

Aber schreib doch nicht über etwas von dem du nichts verstehst und geh das mit den 99% nochmal googlehupfen.

dr.no3
02
13.1.2012, 09:03
immerhin sind das mehr

als jesus kennen

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
02
14.1.2012, 17:52
wer ist das?

auch schon einige untergänge überlebt=ASEUÜ
03
12.1.2012, 17:45
Politische Umfragen und Jugend: hat bei 16-19 jährige keine Aussagekraft, weil Hochblühte des Ego u. schwerer Fall von hormongesteuert.

Was hat mich mit 16 beschäftigt: das andere geschlecht, musik und fan. Ich habe mit achtzehn den heimatlichen herd fluchtartig verlassen, weil da eh alle deppert sind. Dann hab ich deppert g´schaut, weil das leben halt nicht so tut wie maxi sich das vorstellt und mich flux für: wie organisiere ich mein leben mit anderen, was läuft politisch, wie kann ich mich engagieren, interessiert. So habe ich das auch bei meinen töchtern erlebt. So lange die zuhause waren: denken bis zur nasenspitze. Jetzt sind sie auf der uni, politisch interessiert und sozial wollen`s auch was bewegen. Wir können auf die jugend ruhig vertrauen – auch wenn`s manche nicht glauben..

dr.no3
00
13.1.2012, 09:04
mit 16-19 hat man noch nicht

alle lügen durchschaut

G. B. Corner
01
14.1.2012, 09:08

Zum Glück werden die meisten dann 20 und checken alles :)

FAIL
00
13.1.2012, 08:07
tja blöd nur, ...

... dass das wahlalter hald bei 16 anfangt. somit ham die umfragen erschreckende relevanz ...

auch schon einige untergänge überlebt=ASEUÜ
01
12.1.2012, 17:02
Umfragen an 16-19 jährige haben keine Aussagekraft , weil Hochblühte des Ego und schwerer Fall von hormongesteuert.

Was hat mich mit 16 beschäftigt:das andere geschlecht, musik und fan. Ich habe mit achtzehn den heimatlichen herd fluchtartig verlassen, weil da eh alle deppert sind. Dann hab ich deppert g´schaut, weil das leben halt nicht so tut wie maxi sich das vorstellt und mich flux für: wie organisier ich mein leben mit anderen, was läuft politisch, wie kann ich mich engagieren, interessiert.
So habe ich das auch bei meinen zwei töchtern erlebt. So lange die zuhause waren war nullbock auf ausserhalb ihrer nasenspitze. Jetzt sind sie auf der uni, daran interessiert politisch und sozial etwas zu bewegen und haben mich während des „volksbegeheren bildungsinitiative“ hundert mal angerufen ob ich eh unterschreiben geh...die hoffnung auf die jugend lebt

C18H27NO3
11
12.1.2012, 23:37

das ist doch ne Monty Python-Nummer, oder? Da gibts ne protestbewegung und dann passt die frauenquote nicht oder wegen einem dumm gewählten postermotiv, einer blöden formulierung oder weil sich wer benachteiligt fühlt spaltet sich aus der judäischen volksfront die volksfront von judäa ab ...Spalter!!! Und während die einen ans kreuz genagelt werden wird ein neuer antrag geschrieben und über die "richtige" formulierung debattiert. Voll am Ziel vorbei. Ja, danke für den link! Habe geschmunzelt, ist doch auch schön.

FAIL
02
12.1.2012, 16:41
seufz, ...

... einfach nur seufz.

ja, frauen sind wichtig, da gehts aber um ganz was anderes. könn ma mal drum sorgen, dass es ALLEN besser geht, bevor wir uns darüber spalten ob frauen auch im stehen pinkeln dürfen?

obibiber
11
14.1.2012, 09:55

wenn es gegen-bewegungen nicht schaffen, darauf zu schaun, dass es allen besser geht, dann wird eben gerade ihre forderung von vornherein nicht eingelöst.
occupy steht ganz zentral für kritik an ökonomie, diese ökonomie ist ebenso eine zutiefst patriarchale. das hat die linke noch immer nicht verinnerlicht. dass sie ebenso rassisiert ist, auch das ist nach wie vor nur halb angekommen, usw. so lange dass nicht verstanden wird, wird es auch weiterhin kritik an zb weißen widerstandsprojekten geben, und diese kritik ist ebenso berechtigt. hier gehts nicht um entweder oder, sondern um das einbeziehen von lebensrealitäten, die nicht nur männlich, weiße usw. sind. auf die reduziert lässt sich kein gemeinsamer widerstand baun.

FAIL
00
14.1.2012, 16:33
der humanismus ist geschlechtsneutral.

da kannst dich noch so sehr auf den kopf stellen, für sowas wie feminismus (welcher mmn schon aus der wortschöpfung heraus nicht egalitär ist) is da kein platz.
wir wollen die machtverhältnisse nicht einfach umdrehn, sonder sie von grundauf neu verteilen.
auf eine egalitäre art und weise und nicht nach geschlecht.

geh in die realpolitik stänkern, da passt so ein schmafu hin.

obibiber
00
15.1.2012, 14:53

humanismus ist nicht geschlechtsneutral, dazu brauchen sie keinen feminismus und eine gender theorien, um das festzustellen. humanismus ist auch sonst nicht neutral, auch dazu brauchen sie keine gender theorien, da gibt es reichlich kritische theorien, die dies bestens beschreiben.
das eben ist der springende punkt: alle machtverhältnisse aufzubrechen und eben die kritk, dass dies nicht passiert.
was soll "realpolitik" sein? herrschaftskonforme begriffe reflektieren!

FAIL
01
15.1.2012, 16:40
realpolitik is das was die koffer im parlament machen.

aber vielleicht hab ich das wort auch misbräuchlich verwendet, dann mea culpa.

und der humanismus ist _doch_ geschlechtsneutral - gleichheit _aller_ menschen schließt sowohl jene mit vulva als auch die mit penis ein.

soziale ungleichheit betrifft uns alle, ob männlein oder weiblein und nicht _nur_ frauen, somit ist mmn (!) ein feministischer ansatz einfach verfehlt.

ja, eh, frauen sollen die selben möglichkeiten wie männer haben, aber dafür brauchts keinen speziellen feminismus, es reicht ein ganzheitlicher egalitärer ansatz - es haben ja auch nicht alle männer die selben möglichkeiten. wir spalten uns, bzw wir lassen uns spalten, an faschismen - männer gegen frauen. das kanns doch bitte auch nicht sein.

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