ICANN startet Vergabe von neuen Internet-Adressen

11. Jänner 2012, 13:52

Bewerbungen um neue Adresse mit Endungen wie .reise oder .hotel bis Mitte April

Ungeachtet der Kritik der US-Regierung soll die Vergabe neuer Internet-Domain-Endungen starten. Die Internet-Verwaltung ICANN nimmt nach einer langen Vorbereitungsphase an diesem Donnerstag erste Bewerbungen an. Unternehmen oder Städte können sich vom 12. Jänner bis Mitte April um eine neue Adresse mit Endungen wie  .reise oder .hotel bewerben. Der Branchenverband eco bietet interessierten Unternehmen und Verbänden mit einer Hotline Hilfestellung und rechtliche Beratung "in letzter Minute" an.

"Alle interessierten Institutionen sollten jetzt aktiv werden, wenn sie die neuen Möglichkeiten schnell nutzen wollen"

"Alle interessierten Institutionen sollten jetzt aktiv werden, wenn sie die neuen Möglichkeiten schnell nutzen wollen", sagte Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom. Bis November 2012 werden die Anträge auf sogenannte Generic Top Level Domains (gTLD) von der ICANN geprüft. Anfang 2013 sollen dann die ersten Adressen mit den neuen Endungen an den Start gehen.

Die US-Regierung hatte die ICANN erst Anfang Jänner aufgefordert, die Pläne noch einmal zu überdenken. Viele Unternehmen hätten in Beratungen mit dem US-Wirtschaftsministerium die Pläne kritisiert. Sie befürchteten, dass Unbefugte ihre Unternehmens- oder Markennamen als Top Level Domain registrieren könnten.

Knappes Gut

Für einprägsame Adressen mit Endungen wie .com, .org, .net oder .de waren die Möglichkeiten zuletzt vielfach knapp geworden. Die Erweiterung der Domain-Endungen ist ein historischer Schritt, der die Möglichkeiten deutlich erweitern soll. Neben regionalen Adress-Endungen wie .berlin oder .hamburg können nun auch Firmen- und Branchennamen wie .nokia oder .reise als Endung registriert werden.

Die ICANN werde das Bewerbungsverfahren besonders transparent und fair gestalten, versicherte zuletzt der neue Chef Rod Beckstrom. Neben Städten und Regionen kämen die neuen Endungen auch für Branchen, Firmen und Marken infrage, betont der Bitkom. Private Nutzer können dagegen keine neue Homepage-Endung beantragen. Wer eine neue Domain-Endung erwirbt, zahlt allein für die Bewerbung rund 120.000 Euro und übernimmt dann die kompletten Aufgaben eines Internet-Unternehmens.

Redundanz

Die neuen TLDs stoßen allerdings auch in der Internet-Gemeinde auf Kritik. Mit der Erweiterung der Endungen werde kein Vorteil, sondern nur Redundanz produziert, von der letztendlich nur Google profitiere, sagte die Internet-Pionierin Esther Dyson dem "Wall Street Journal". Wenn ein Unternehmen wie die Hotel-Kette Marriott neben der Adresse marriott.com auch marriott.hotel registrieren könne, würden sie ihre Marke mit einer Reservierung der TDL schützen müssen, auch wenn das Unternehmen die neue Domain nie gebrauchen würde. Für Marken-Anwälte könne daraus ein lukratives Geschäftsfeld entstehen.

Der Internet-Verband eco schaltet an diesem Donnerstag zwischen 10 und 17 Uhr eine Hotline, über die noch einmal über grundsätzliche Fragen informiert werden soll. Neben allgemeinen Fragen, wie man sich noch kurzfristig bewerben kann, will der Verband auch darüber Auskunft geben, wie ein Unternehmen seine Marke davor schützen kann, dass entsprechende Endungen von Dritten registriert wird. (APA)

Link

ICANN

Sebulon
00
12.1.2012, 16:09

Wo kann man diese Adressen kaufen?

ich sag's grad raus
00
13.1.2012, 14:04

Steht doch da: Bei ICANN kann man sich bewerben.

La Réunion
00
11.1.2012, 13:57
ich sag's grad raus
00
12.1.2012, 20:13
Fehler: Server nicht gefunden

"Der Server unter www.ende.nokia konnte nicht gefunden werden." - Tja, ist wohl schon vorbei.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.