Artenreiches Ökosystem 5.000 Meter unter der Oberfäche der Karibik

11. Jänner 2012, 13:17

Forscher finden mit Hilfe eines Tauchroboters bislang unbekannte Spezies

Paris - Erst vor kurzem meldeten Forscher die Entdeckung eines vor ungewöhnlichen Lebensformen nur so übersprudelnden Meeresökosystems in rund 2.500 Metern Tiefe vor der Antarktis - nun wurde ein weiteres ausgemacht: Dieses liegt in der Karibik nahe den Cayman-Inseln in rund 5.000 Metern Tiefe und soll der Lebensraum für bisher unbekannte Tierarten sein (ein Video und Fotos finden Sie über die unten angefügten Links).

Einer in der britischen Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlichten Studie zufolge leben die Tiefsee-Spezies in einem vulkanischen Gebiet mit sehr heißen Unterwasser-Geysiren. Das Wasser ist demnach in dieser Zone sehr reich an Mineralstoffen, wie etwa Kupfer, und kann Temperaturen von bis zu 450 Grad Celsius erreichen. Veröffentlicht wurde die Studie von dem Geologen Doug Connelly vom Nationalen Britischen Zentrum für Ozeanographie und dem Biologen Jon Copley, der an der Universität in Southampton lehrt. Das Team rund um die beiden Forscher hatte im vergangenen Jahr mit Hilfe eines Tauchroboters die Meerestiefen in der fraglichen Zone erkundet.

Artenfülle

Dank einer an dem Roboter befestigten Kamera erhielten die Wissenschafter Bilder von bisher unbekannten Arten: So entdeckten sie bleiche Krabben (Rimicaris hybisae), die eng aneinander in Spalten des Vulkangesteins leben - bis zu 2.000 Exemplare pro Quadratmeter. Diese Krabben haben anstelle von Augen ein lichtempfindliches Organ auf dem Rücken, das ihnen hilft, sich im dunklen Wasser fortzubewegen. Eine verwandte Art - Rimicaris exoculata - war bereits rund 4.000 Kilometer entfernt im Gebiet des Mittelatlantischen Rückens entdeckt worden. Ein Ziel der Studie sei es, herauszufinden, wie sich Arten in den Meerestiefen ausbreiten und sich entwickeln, erläuterte Copley.

Außerdem entdeckte das Team eine Reihe anderer Arten, die bisher unbekannt waren. Dazu gehören Hunderte von Seeanemonen, die sich mit langen, weißen Fangarmen an den Spalten des Vulkangesteins festsaugen, Fische von schlangenähnlicher Gestalt, Schnecken und winzige Schalentiere, die Fliegen ähneln. (red/APA)

higgs - wozu?
00
12.1.2012, 12:01

wow - ein ökosystem daß wir noch nicht vernichtet haben? naja, kann nicht mehr lange dauern

h 90
00
12.1.2012, 14:30

Dort gibts Kupfer.....

Captain Future
00
12.1.2012, 11:44
5000m - definitiv nix für Weicheier!

chorus
 
00
12.1.2012, 14:11
ganz im gegenteil...

.... in 5000 m tiefe wird sogar ein Weichei hart:)

Captain Future
00
12.1.2012, 15:02

Kommt drauf an wer schneller ist: Hitze vom Unterwasser-Geysir oder Druck.

Cthulhu fhtagn
02
12.1.2012, 11:42

Es ist doch schon seit Jahren bekannt, dass in der Umgebung dieser Black Smoker ganze Ökosysteme existieren. Jetzt haben Sie ein neues entdeckt. Big deal...

http://de.wikipedia.org/wiki/Black_Smoker

Trurl
00
12.1.2012, 21:05
Das ist natürlich richtig:

Trotzdem, wenn man den verlinkten Artikel kurz überfliegt, ergeben sich doch einige neue und erstaunliche Dinge:
+ Man hat noch nie zuvor ähnliches in so großer Tiefe gefunden
+ Man war sich bisher nicht bewusst, dass auch mittelozeanische Rücken mit extrem niedrigen Divergenzraten (mm/a) das geothermische Potential haben eine davon abhängige Biozönose am Leben zu erhalten (es gab nur wenige Beispiele, die man als exotische Ausnahmen ansah, aber jedes weitere Beispiel macht aus einer Ausnahme vielleicht die Regel?)
+ Gewisse Ähnlichkeiten mit Biozönosen im Atlantik lassen vielleicht Rückschlüsse darauf zu, wie die Verbreitung solcher Ökosysteme tatsächlich funktioniert (siehe dazu auch Ihr eigener link: "Raucher als Biotope")

Doktor Jörg Haider
00
11.1.2012, 20:42
Oberfäche, aha

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