Trockenheit gefährdet Winterquartier einer ganzen Reihe seltener Spezies
Peking - In China sollen hunderttausende hungernde Vögel per Luftbrücke mit Nahrung versorgt werden: Es ist geplant, aus einem Hubschrauber über dem Poyang Hu, dem in der östlichen Provinz Jiangxi gelegenen größten Süßwassersee Chinas, Mais und Krabben abzuwerfen. Da wegen geringer Niederschläge das Wasserniveau des Sees zunehmend falle, werde die Nahrung für die dort überwinternden Zugvögel knapp, sagte der Leiter der Tier- und Pflanzenschutzbehörde im Naturschutzgebiet Poyang, Zhao Jinsheng.
Der fallende Wasserstand beeinflusst die Verfügbarkeit von Plankton, Fischen und Wasserpflanzen, von denen sich viele Vögel hauptsächlich ernähren. Zugvögel bleiben üblicherweise bis März an dem See - seit November sind fast 200.000 angekommen, insgesamt hält sich dort derzeit etwa eine halbe Million Vögel auf. Von der Trockenheit betroffen sind die gefährdeten Mönchskraniche ebenso wie die noch selteneren Weißnackenkraniche und Schwanengänse. Von letzteren überwintern nach Angaben chinesischer Experten 60 Prozent des Gesamtbestands am Poyang Hu. Besonders drastisch würde sich eine Nahrungsknappheit in der Region auf eine weitere Kranichart auswirken: Von den Nonnenkranichen gibt es noch etwa 3.000 Tiere, 98 Prozent davon suchen ihr Winterquartier am Poyang Hu.
Wenn er vollständig gefüllt ist, kann der See eine Größe von 4.500 Quadratkilometern erreichen. Vergangene Woche erstreckte er sich hingegen nur über eine Fläche von 183 Quadratkilometern. (red/APA)