Infoscreens

Fahndungsfotos in Wiener Bahnhöfen

13. Jänner 2012, 17:30
  • Artikelbild
    foto: digilight

    Auf den Infostellen in ÖBB-Bahnhöfen werden ab Donnerstag Fahndungsfotos der Polizei veröffentlicht.

Bilder von Straftätern und Vermissten ab Donnerstag öffentlich zu sehen

Wien - Die Wiener Polizei fahndet ab Donnerstag in ÖBB-Bahnhöfen der Bundeshauptstadt nach Straftätern und Vermissten. Wie Polizeisprecher Johann Golob sagte, gibt es ein gemeinsames Projekt mit der Firma Digilight, die in den Bahnhöfen Infoscreens aufgestellt hat. Dort werden die Bahnkunden neben Informationen und Werbung auch Fahndungsfotos der Polizei samt den notwendigen Informationen sehen. Details dazu stellt Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Donnerstag in einer Pressekonferenz vor.

Zu sehen sind Fotos, die von der Staatsanwaltschaft zur Veröffentlichung freigegeben sind. Gefahndet wird auf den Infoscreens nach bekannten und unbekannten Tätern sowie nach abgängigen Personen. Digilight hat die Screens der Exekutive kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Screens in den U-Bahnstationen sind bis auf weiteres frei von Fahndungsfotos, weil sie einer anderen Firma gehören. Man sei diesbezüglich aber mit dem betreffenden Unternehmen im Gespräch, sagte Golob. (APA)

Kommentar posten
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chezgarando
00
14.1.2012, 04:27
hat das wirklich sinn?

daran geht man doch so wie an den tausenden werbeplakaten einfach vorbei ohne sich zu merken was da drauf war

wenn man damit einen vermissten oder verbrecher mehr erwischt dann bin ich wirklich überrascht

Scholem Alejchem
 
01
12.1.2012, 19:32
Ich warte schon

bis sich die erste Hackertruppe bemerkbar macht und die Politiker reihenweise aufscheinen....oder die Seitenblickemannschaft inklusive Gummibooten..

Wein Franzpolter
00
12.1.2012, 11:45

Da erwarte ich mir aber schon Plakate im "Wanted! Dead or alive" - Stil für eine authentische Wild West Stimmung.

Proconsul
12
12.1.2012, 11:20
Wenn die ersten Fahndungsfotos

von Schwarzen gezeigt werden, wird ZARA eh wegen Rassismus einschreiten...

nestaman
03
12.1.2012, 16:34
wozu bilder ?

... augen auf in der station handelskai und man könnte gar einen live-stream machen ...

Böser
01
12.1.2012, 17:07

wofür dort kameras hängen versteht eh niemand

Vorstadtmama
 
02
12.1.2012, 10:24
Ich mag keine sozialpolitischen Experimente.

In der Presse stand zu lesen: "Die Methode werde in Österreich erstmals eingesetzt und sei auch in Europa einmalig", so Johann Golob (Polizeisprecher). Warum sind gerade wir Wiener die Versuchskaninchen? Ist die Aufklärungsrate hier wirklich so schlecht?

der schwitzbär der schwitzt sehr
20
12.1.2012, 10:13
fürchterlich

Küki
23
12.1.2012, 10:12
sehr viele poster hier

haben anscheinend ein schlechtes gewissen und einiges zu verbergen ...

Vorstadtmama
 
10
12.1.2012, 12:24
nö, ich hab nur keine Lust mich von den Verbrechervisagen bis in den öffentlichen Raum verfolgen zu lassen..

Fontane
00

Ja, reichen schon die Gratisblätter in der U-Bahn, auf denen ständig irgendwelche mutmaßlichen Verbrecher abgebildet sind, die einem vom Boden der U-Bahn und dem Nachbarsitz annerven.

Camo Milla
01
13.1.2012, 19:43

und ihr öffentlicher Raum wird sich vor ihrem kuhstall befinden

Hitecut
06
12.1.2012, 10:07
Übertriebene Reaktionen?

Wenn hier in den Kommentaren von Überwachungsstaat, Pranger usw. die Rede ist, dann wundere ich mich schon ein wenig darüber. Wo ist der große Unterschied zur jetzt schon bestehenden Situation, außer dass die Bilder damit dann prominenter platziert sind? Schon jetzt werden in den Medien Phantombilder, Bilder von Überwachungskameras etc. veröffentlicht, wenn nach dem Täter eines Verbrechens gesucht wird bzw. werden Bilder von vermissten Personen gezeigt. Im Artikel finde ich jetzt nichts, was besagen würde, dass die Bilder auf den Infoscreens darüber hinaus gehen würden, was dann wieder die Frage aufwirft: Was ist das Problem daran?

Vorstadtmama
 
30
12.1.2012, 10:37
..es gibt schon einen Unterschied..

..und zwar, dass Leute, die häufig Bahnfahren, von den "Verbrecherfotos" verfolgt werden wie früher nur von der Werbung. In Europa gibts das übrigens noch nirgends. Also weiß man nicht, wie sich das auf die Psyche der Leute auswirkt.

nebenerwerbsposter
10
12.1.2012, 12:19

und sonst hamma keine kopfschmerzen? wie wird es sich denn auf die psyche auswirken, wenn einem bewusst wird, dass kriminalität realität ist und nicht nur eine kreischende schlagzeile in der gratiszeitung?
weinende massen werden in den öffis sitzen, kollektivselbstmorde von ganzen firmenbelegschaften drohen, nur weil wir österreicher so sensibel sind...

THE MGT.
01
12.1.2012, 13:57
Dass Kriminalität real ist weiß jeder.

Dazu braucht mit Sicherheit niemand Info-Screens, wo dann abwechslend Werbesports und Polizei-Warnungen gezeigt werden. Das ist ja wie aus dem Drehbuch eines dystopischen Sci-Fi-Films, fehlen nur noch zwischendurch die Ansagen des Big-Brother.

Tatsächlich sind diese Fahndungsbilder nichts anderes als eine Ergänzung der, wie Sie sie richtig nennen, kreischenden Schlagzeilen (u. Texte) der Krawallblätter, ob gratis oder nicht. Umso schlimmer, dass neben der täglichen Gehirnwäsche durch diese Blätter nun auch noch von offizieller Seite diese Atmosphäre der permanenten Verunsicherung und Bedrohung weiter engeheizt werden soll. Das ist der einzige Effekt, den ich mir davon erwarte.

Vorstadtmama
 
10
12.1.2012, 12:41
Leuten, die Wien/Österreich eh schon für gefährlich genug halten (subjektiv natürlich, objektiv ist es vergleichsweise "sicher")

wird sozusagen sogar im öffentlichen Raum (nicht nur via Medien) in Erinnerung gerufen, wieviele Schwerverbrecher (ich nehme an, die werden nicht die Fotos von Eierdieben veröffentlichen) noch frei herumrennen. Genau aus diesem Grund habe ich zum Beispiel schon aufgehört, "XY" zu schaun. Der Polizei kann ich eh nicht helfen - ich verkehre nicht unbedingt in "Verbrecherkreisen" und habe keinerlei kriminalitisches Talent -fürchten tu ich mich auch so schon genug. Der Fernseher hat im Unterschied zum Infoscreen einen Knopf zum Abdrehen...

Böser
00
12.1.2012, 11:01

wie haben sich denn die fotos auf deine psyche ausgewirkt, die gelegentlich im standard oder anderen zeitungen veröffentlicht werden?

Vorstadtmama
 
00
12.1.2012, 12:12
..ich vergleiche das eher mit den unscharfen Bankomatdiebfotos aus der Gratiszeitung

Da muß man wohl einen Psychologen fragen:) Im Prinzip denke ich mir schon öfter: "Jö, der schaut aber dem Vorstadtpostler, dem Pizzalieferanten oder dem Augustinverkäufer vor dem Supermarkt verdammt ähnlich - und muß gleich darauf schmunzeln, weil ich genau weiß, dass der es nicht war.." Im Sinne von "Vorurteile sind das Produkt von Lebenserfahrung" wird dadurch auch mein Bild vom "typischen Verbrecher" (männlich, kahlrasiert oder schwarzhaarig, dunkle Haut, stechender Blick..) geprägt. Das heißt aber nicht, dass man auf Grund solcher Bilder irgendwen wiedererkennen würde...

Vorstadtmama
 
00
12.1.2012, 12:56

Die Frau oben am Foto sieht übrigens der Putzfrau vom Spar irgendwie ähnlich...

Böser
11
12.1.2012, 10:21
Was ist das Problem daran?

paranoia

Vorstadtmama
 
21
12.1.2012, 11:32
richtig..

Die Paranoia kriegt man, wenn man von den Verbrecherfotos verfolgt wird ob man nun will oder nicht. Das ist nicht die Zeitung, die man gekauft hat und freiwillig liest, und auch nicht der Fernseher, der einen Knopf zum Abdrehn hat. Bahnhofsscreens werden nicht bewußt wahlgenommen. Kaum jemand schaut dort konzentriert hin. Dieses Phänomen nur halbwahrgenommener Bilder, die aufs Unterbewußtsein wirken, ist aus der Werbung bekannt und wird zur Beeiflussung von Menschen genutzt. In Europa gibts diese Form der Fahndung noch nirgends. Warum muß gerade Wien den Vorreiter spielen?

Waschbaer
43
12.1.2012, 10:05
Sowas ist

- sinn- und nutzlos
- verantwortungslos
- menschenverachtend
- züchtet nur Misstrauen in der Bevölkerung (wir bräuchen aber dringend Vertrauen)
- und kann daher nur auf dem Mist der Bürgerüberwachungspartei ("ÖVP") gewachsen sein.

Koffer im SUV
33
12.1.2012, 10:01
Ein latentes Klima von Gefährdung und Kriminalität zu erzeugen, war schon immer ein genuines Mittel aller faschistisch denkenden Regierungen.

Der Überwachungs- und Sicherheitswahnsinn der ÖVP führt in Wirklichkeit geradewegs zum Gegenteil des Angepriesenen, nämlich zu Unsicherheit, Entdemokratisierung, Irrationalität und schließlich zum Staatsbankrott (genauso wie das sinnlose Wettrüsten der Sowjetunion).

Vorstadtmama
 
01
12.1.2012, 10:47
geh tu dir und allen anderen einen Gefallen und verharmlose das Wort "faschistisch" nicht..

Wenn es überall dort verwendet wird, wo es überhaupt nichts verloren hat, verliert es an Schrecken und wird so alltäglich und nichtssagend wie zum Beispiel das Wort "idiotisch"..

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