Plus bei Neuwagen

2011 war ein Rekord-Autojahr

11. Jänner 2012, 10:14

Die Österreicher haben 2011 um 8,4 Prozent mehr Pkw gekauft als im Rekordjahr davor

Wien - Im Windschatten der guten wirtschaftlichen Entwicklung haben die Österreicher im vergangenen Jahr deutlich mehr Pkw gekauft als im Rekordjahr davor - ein Erfolg, mit dem in der Autobranche vor einem Jahr niemand gerechnet hatte. 2011 sind 356.145 (328.563) Pkw und Kombi neu in den Verkehr gekommen, wurde zu Beginn der Vienna Autoshow bekanntgegeben.

Bei der Veranstaltung in der Messe Wien stellen bis kommenden Sonntag 40 Marken rund 400 neue Modelle aus. Die Automesse soll ab heuer wieder jährlich stattfinden.

Trotz ihres optimistischen Tonfalls rechnen Branchenvertreter 2012 mit einer Abkühlung der Pkw-Verkäufe, die in den vergangenen beiden Jahren den langjährigen Durchschnitt deutlich überschritten haben. Die Wirtschaftskammer erwartet Neuzulassungen in Höhe von 310.000 bis 320.000 Stück, die Autoimporteure geben sich mit bis zu 330.000 neuen Pkw etwas zuversichtlicher.

Einbruch im Krisenjahr 2009

Nach einen schweren Einbruch im Krisenjahr 2009 und Zuwächsen 2010 haben auch die Lkw im vergangenen Jahr wieder kräftig zugelegt: plus 16,3 Prozent auf 36.123 Stück, gab die Statistik Austria bekannt. Während bei den Pkw die Benziner im Vorjahr rückläufig waren, haben die Diesel wieder deutlich die Nase vorne: 16,5 Prozent mehr Zulassungen und ein leichtes Minus bei den Dieselaggregaten.

Im europäischen Vergleich liegen die österreichischen Pkw-Zulassungsraten ähnlich jener in Deutschland im Spitzenbereich. In Gesamteuropa sind die Pkw-Verkäufe 2011 nämlich stagniert oder leicht gefallen - offizielle Gesamtjahreszahlen stehen noch aus.

Burkhard Ernst, Sprecher des Kfz-Handels in der Wirtschaftskammer, wandte sich gegen mögliche Belastungen, die sich aus künftigen Sparpaketen für die Autofahrer ergeben könnten: "Diese zahlen schon heute viel zu hohe Steuern." Eine höhere Mineralölsteuer (MöSt) würde den Tanktourismus und daraus resultierende steuerliche Mehreinnahmen zum Verschwinden bringen, von einer Wiedereinführung einer Luxussteuer könne schon deswegen nicht die Rede sein, weil die alte gar nicht abgeschafft worden sei.

Gerhard Pils, Sprecher der Automobilimporteure wies darauf hin, dass jeder achte österreichische Arbeitsplatz direkt oder indirekt an der Autowirtschaft hänge und ein steuerlicher Zugriff auf diese auch ein Zugriff auf Jobs sei. Wichtige Rahmenbedingungen wie ein niedriges Zinsniveau bleiben für Pils auch 2011 günstig: "Wenn Sie auf mich als Anlageberater hören wollen: Kaufen Sie sich ein Auto, da haben Sie wenigstens was davon." Die Autowirtschaft will von der Regierung eine neue Schrottprämie, um etwa 1 Million alte und umweltschädliche Autos von der Straße zu holen. Nach ihrer Rechnung hat sich die Ökoprämie des Jahres 2009 zu einem glänzenden Geschäft für den Fiskus entwickelt.

Die österreichischen Kurzzulassungen sind laut Peter Laimer von der Statistik Austria etwa im Verhältnis aller Pkw-Zulassungen gestiegen und haben damit die Verkäufe 2011 nicht extra in die Höhe getrieben.

Bei den Neuzulassungen des vergangenen Jahres sind die CO2-Emissionen weiter deutlich gefallen, obwohl die stärker motorisierten Wagen besonders zugelegt haben. An der Hackordnung der Automarken änderte sich in den oberen Rängen nichts: VW vor Opel und Renault (+ Dacia). Die Konzernmarken des Marktführers VW legten besonders stark zu, aber auch Ford und BMW/Mini hatten ein starkes Jahr. (APA)

bildungsferneschicht
00
11.1.2012, 22:17
die angst vor einem eurocrash

hat eben viele dazu veranlasst vorziehkäufe zu tätigen.
inkl. meiner einer.
2012 kommt eben der katzenjammer.

Der Busfahrer
00
12.1.2012, 12:25
man könnte allerdings auch argumentieren...

...dass neuwagen neuwagen produzieren.
gerade wenn viele klein- oder kompaktwagen verkauft wurden, ist praktisch jeder blechschaden (gerade bei den aktuellen ersatzteil- und arbeitsstundenkosten) ein versicherungstechnischer totaler und die vollkasko zahlt entweder die anschaffung eines neuwagens oder die differenz darauf ist zumindest überschaubar.
ich wage keine prognose, aber es sieht bis dato zumindest nicht nach einem großen einbruch des neuwagengeschäfts aus.
und zu den tageszulassungen (unten): stimmt, die gibt´s immer häufiger, aber diese autos lösen sich ja nicht in luft auf. sie kommen nur ein wenig günstiger in den markt. die tageszulassungen sagen also eher etwas über pricing und margen aus, als über verkaufte kfz.

higgs - wozu?
01
11.1.2012, 13:47

newagenzulassungen - ein musterbeispiel der statistikfälschung - kurzzulassungen, vorführwagen, über herstellereigene mietwagenfirmen zugelassen, oder einfach nur angemeldet - 1/3 der autos aus dieser statstik sind alles, nur nicht verkauft.

net-diver
 
01
11.1.2012, 15:54
Und...

... Ihre ganzen Argumente gab es in den anderen Jahren nicht? Wenn nein, dann ist eine prozentuelle Vergleichswertung durchaus aussagekräftig.

clearlake
00
11.1.2012, 18:32
die tageszulassungen und Scheinanmeldungen

um verkaufszahlen zu pushen sind ein phänomen der letzten jahre... - was wollen sie da noch seriös vergleichen??

net-diver
 
00
12.1.2012, 12:22
Da...

... in diesem Artikel ja nur die letzten Jahre verglichen werden ist meine Aussage trotzdem stimmig.

Briefmarkenkleber
00
11.1.2012, 19:55

sind ein alter hut.

clearlake
00
11.1.2012, 21:22
die menge machts, guter mann...

clearlake
00
11.1.2012, 14:06
leider gibts ja in Ö dazu keine seriösen zahlen

in D sind inzwischen satte 60% der NEUzulassungen (von PKWs!!) sogenannte "gewerbliche Zulassungen", man kann sicher sein dass davon nur ein geringer Teil als echte "Firmenwagen" herumkutschieren..

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