Hohes Suchtpotenzial bei Online-Rollenspielen

11. Jänner 2012, 10:01
  • Insbesondere Rollenspiele im Netz 
wie "World of Warcraft" sollen gefährlich sein.
    foto: reuters/mike blake

    Insbesondere Rollenspiele im Netz wie "World of Warcraft" sollen gefährlich sein.

Mehr als zwei Prozent der Jugendlichen sind laut Uni-Studie Internet-Junkies - Burschen sind weitaus anfälliger für eine Abhängigkeit

Salzburg - Was viele Eltern insgeheim immer schon gewusst haben wollen, ist nun wissenschaftlich erforscht und bewiesen worden: Dem Netzkonsum wohnt ein enormes Suchtpotenzial inne. Laut einer von der Psychiatrischen Abteilung der Salzburger Landeskliniken gemeinsam mit dem Institut für Psychologie der Uni Salzburg durchgeführten Studie sind 2,5 Prozent der Schüler und Schülerinnen Internet-Junkies. Weitere 1,6 Prozent gelten als gefährdet.

Die Sucht wird nicht über die Zeit vor dem PC-Schirm definiert, sondern über die Art der Nutzung. Süchtig sind Menschen, die das Netz zwanghaft konsumieren und keine Kontrolle mehr über ihr Verhalten haben - Entzugserscheinungen wie starkes Schwitzen übrigens inklusive.

Buben sind anfälliger

Burschen sind weitaus anfälliger für eine Abhängigkeit von Internet und PC als Mädchen. Rund jeder vierte junge Mann gilt als süchtig, bei den Mädchen beträgt die Rate etwas über ein Prozent. Männliche Jugendliche verbringen im Schnitt täglich rund vier Stunden vor dem Bildschirm.

Die Internetsucht sei eine "nicht stoffliche" Sucht, ähnlich der Spielsucht, erläutert Studienautor Friedrich Wurst. Der Psychiater und Suchtforscher hält insbesondere Rollenspiele in Netz wie beispielsweise World of Warcraft für besonders gefährlich.

Das Problem sei, dass solche Spiele die ständige Präsenz der Mitspieler erfordern, sonst gehe das Spiel "an einem vorbei". Jeder fünfte Jugendliche, der in diese Netzwelt eintauche, bekomme durch seine starke Präsenz im virtuellen Raum in der Realität Probleme - beispielsweise schlechtere Schulnoten.

Die mit 434 Fragebögen für Schüler und Schülerinnen der 5., 9. und 10. Schulstufe (Durchschnittsalter 15 Jahre) Mitte 2010 durchgeführte Erhebung ist freilich nur eine - nicht zuletzt technologisch bedingte - Momentaufnahme. Die Internetnutzung via Smartphone ist noch nicht enthalten. Heute sähen die Ergebnisse anders aus, sagt Koautour Anton Kühberger von der Uni Salzburg. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, Printaugabe, 11.1.2012)

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Aber real sitzt niemand neben einem, oder? Könnten also genausogut virtuelle Mitspieler sein.

noch hat kein chatbot den touringtest bestanden.

Weil das nun Merkmal sein soll...

Bei einem Gruppenspiel, wie es in den gängigen MMO's der Fall ist, kommt es eher auf die soziale arragierfähigkeit der beteiligten Personen an.

Bei der von Ihnen angesprochenen körperlichen Nähe als Indikator fälllt mir nur Gruppensex ein, welcher online, mit Kabel dazwischen wohl nicht gerade der Burner sein wird.

Sie scheinen es wohl gar nicht - mehr? - in Betracht zu ziehen, dass Menschen auch ohne PC miteinander reden oder Dinge unternehmen können. Wenn schon Gruppensex, dann einfach mit echten, pulsierenden Personen als sogar DAS noch übers Internet!

genau das sagt gurugoile ja:
"...Gruppensex, welcher online, mit Kabel dazwischen wohl nicht gerade der Burner sein wird"

Sie scheinen es nicht in Betracht zu ziehen dass das Internet eine wesentlich engere Beziehung zu wesentlich mehr Menschen (also ein engeres soziales Netz) ermöglicht.
Dadurch das man selbst wenn man gerade daheim entspannt sich parallel mit 5 verschiedenen Personen austauschen kann (könnte), gruppengespräch oder individuell, wird Kommunikationsaustausch wesentlich dichter.

Freundschaften können intensiver gepflegt werden, und gemeinsames Erleben ist zB in MMORPGs auch zuhause möglich.

Mein Freundeskreis (der realen Freunde, die ich auch persönlich kenne) mit dem ich mich regelmäßig austausche ist durch das Internet rapide gestiegen, ich wüsste nicht woher ich die Zeit nehmen sollte diese Freundschaften ohne Internet zu pflegen.

Ja, so läuft das heute wohl oft, aber ich gebe zu, dass ich da nicht mehr mit kann oder will, bin auch keine 18 mehr! :-) Für mich ist es einfach wichtig, die Menschen, mit denen ich rede, auch anzusehen. Bisschen Forumsgeplappere mal ausgenommen, aber soziale Netzwerke lehne ich für mich zur Gänze ab, weil sie mich eben immer weiter von der Realität wegführen, anstatt mir zu verdeutlichen, wiiie viel Schönheit in der Natur, in Büchern oder sonstigen Dingen ist, die ich ohne technische Geräte genießen kann!

heast, das Gleiche hat früher der Weutl beim Weitschlatzen gsagt.

Ausbildung & Arbeit

Dazu wäre aber zu unterscheiden ob der/diejenige seine Ausbildung oder Arbeit vernachlässigt. Und das Vernachlässigen ist überwiegend bei Gamern der Fall als bei 'Vereinsmeiern'. Dazu kommt das Vereinsmeier persönlichen Kontakt zu Leuten haben, und das ist halt wichtig um Jobs zu bekommen.. das nennt sich neumodern "netzwerken".

Durch Online-Freunde bekommt man keine tollen Jobs, da man solchen Leuten die soziale Komponente und Führungsqualität abspricht.

Durch Online-Freunde bekommt man keine tollen Jobs, da man solchen Leuten die soziale Komponente und Führungsqualität abspricht.

Mach einmal Raid- oder Gildenleader und du kriegst an großen Haufen soziale Kompetenz mit, obst jetzt willst oder nicht.
Leider geht das nicht in die Hirne vieler rein.

Aber alles nur übern Bildschirn, oder? Oder sind diese Sachen auch real?

Die Personen auf der anderen Seite der Leitung sind real, genauso wie dessen Frustration bei Misserfolg des Projektes (der Instanz) und die normalen verschiedenen Leute in der Instanz (es gibt immer nen Faulen, nen Querulanten, Musterschüler, Angeber und auch den einen oder anderen Idioten ...
40 Leute unter einen Hut bringen ist nicht so leicht :)

40 Leute, das waren noch Zeiten... :D

Trotzdem ist es was völlig anderes, einem Menschen real gegenüber zu sitzen, ihm in die Augen zu sehen, seine Gesten zu beobachten, einfach den MENSCHEN zu sehen, das wird das Virtuelle niemals auch nur ansatzweise ersetzen können! Sogar ein völliger Sozialkrüppel, der sich gar nicht mehr aus dem Haus traut, kann solche Onlinespiele spielen, das hat mit Sozialfähigkeit überhaupt nix zu tun, ist eben nur technisches Lernen!

Selbst schon mal länger ein Onlinespiel gespielt in einer festen Gruppe?
Und ja, dir fehlt das visuelle, aber auch über die Stimme und die Handhabung des Chats kann man Emotionen und Verhalten lesen.
Deiner Behauptung nach wären alle Blinden Sozialkrüppel. (ja, überspitzt formuliert, ich weiß)

Ständige Onlinefreaks SIND Sozialkrüppel, der eine früher, der andere später, da kannst noch so viele fadenscheinige Gegenargumente versuchen.
Blinde können gut mit jemandem - persönlich! - sich unterhalten, den auch berühren, riechen, hören, spüren, wasn das für ein dämlicher Vergleich?
Irgendwie wirken die Onlinesüchtigen ähnlich verzweifelt-aggressiv in ihren Rechtfertigungen wie die Raucher und Säufer, deutliches Zeichen, dass das alles andere als zum Spaßen ist, wenn man sowas ständig machen MUSS, es sich nicht mehr wegdenken kann. Gibt auch schon genügend Behandlungszentren gegen solche Sucht.

Ich gebe ihnen zum Grossteil Recht

Hätten Sie nur nicht WOW geschrieben. Ich kenne viele WOW Süchtige, und die vernachlässigen Ihre realen sozialen Kontakte fast zu 100%. Aber das mit den Vereinen ist schon richtig, wie sie geschrieben haben. Neue Zeit neue Probleme.

Ich glaube eher, dass die fehlende Hierarchien von herkömmlichen Strukturen nicht gern gesehen werden

Bei jedem Verein gibts einen Obmann, bei einer Musikgruppe eine Kapellmeister, also immer jemanden, der das Kommando hat. Wenn sich nun Kinder oder Jugendliche außerhalb aller dieser Hierarchien begeben, und machen, was allein sie selber wollen, stehen sie unter Generalverdacht

Warum tun sich Behörden und Politik so schwer mit allem, was mit Internet zusammenhängt? Weil sie es (noch) nicht beherrschen können. Da ist jeder Versuch, sich mittels der neuen Medien geistig unabhängig zu machen, vorerst einmal höchst suspekt und unerwünscht

Und auch Uni's bestehen noch aus herkömmlich-hierarchischen Strukturen, wie anders als argwöhnisch können da Erkenntnisse sein, die über ein nicht-hierarchisches Medium gefunden werden?

Bei Raids gibts im Normalfall Readleader, bei normalen Instanzen übernimmt der Tank (der der von den Gegnern auf die Mütze kriegt) die Führung.
Da gibts mal Kommandos, mal Überzeugungsarbeit, und auch mal den einen oder anderen Rausschmiss und Neurekrutierung, oder das Mitziehn von schwachen Leuten weil sie nett sind.

ganz normale Gruppendynamik also, ich finde das ganze wäre ein Paradies für Verhaltensforscher, aber die sitzen ja meistens leider vor Büchern als vorm Computer ...

Ich spiel nur DD's

Aber wenn der Tank nicht passt, dann kann er halt auch rausfliegen. Aber bei einem Fußballverein schau ich mir an, ob der 13Jährige Nachwuchsspieler seinen Präsidenten zur Abwahl stellen kann, und sei der noch so unfähig.

Und eben die Abwesenheit fester Hierarchien bei Jugendlichen ist vielen Leuten suspekt "ohne Aufsicht kommen die nur auf dumme Gedanken"

Sie meinen sich via wow geistig unabhaengig zu machen?

Ich glaube, sowas dient eher dazu, "abzutauchen", aber nicht irgendwelche sozialen oder sonstige im Leben mit anderen Menschen nützlichen Dinge zu lernen!

Sie meinen ich würd als MMO Spieler keine Provisionen bei Meischi, Hochegger und Co mitnaschen können?

Soziale Komponente und Führungsqualität gibts in den Bereichen der "Netzwerker" ja auch nicht zwingend oder?
:-)

egal welcher Job

Das liest sich eigentlich heraus, dass die soziale Komponente und Führungsqualität bei den Netzwerkern nicht zwingend ist.. meist wird davon ausgegangen, weil sie ja so viele Leute kennen.

Also wer was werden will darf sich nicht nur daheim vorn PC sondern auch am Arbeitsplatz nicht im stillen Kämmerlein verkriechen.. ansonsten wirds nix mit der Karriere, so ist es halt - netzwerken bis zum geht nicht mehr und die Chancen steigen.

bei WoW würd ichs aber sogar noch verstehen ;-)

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