Russischer Geheimdienst nimmt 121 Islamisten fest

10. Juni 2003, 13:59
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Angeblich Sturz der Regierung geplant

Moskau - In der russischen Hauptstadt Moskau hat der Inlandsgeheimdienst 121 mutmaßliche Aktivisten der islamistischen Partei Hisb el Tahrir festgenommen. Das teilte der Inlandsgeheimdienst am Montag mit. Bei den Festgenommenen, überwiegend Ausländer aus Zentralasien, seien Sprengstoff und Handgranaten sichergestellt worden.

Die Organisation Hisb el Tahrir (Partei der islamischen Befreiung) ist in erster Linie in den zentralasiatischen Ländern Usbekistan, Tadschikistan sowie Kirgisien aktiv. Die Islamisten wollen die weltlichen Verfassungen dieser Ex-Sowjetrepubliken abschaffen und einen islamischen Gottesstaat in Zentralasien ausrufen.

Angeblich Sturz der Regierung geplant

Wie ein FSB-Sprecher gegenüber dem russischen Fernsehsender FSB sagte, hätten die "Terroristen" den Sturz der russischen Regierung mit militärischen Mitteln geplant. Insgesamt seien 121 Mitglieder von "Hisb el Tahrir" bereits am Freitag festgenommen worden. Sie versteckten sich nach Angaben Ignatschenkos auf dem Gelände einer Moskauer Fabrik. Nach FSB-Angaben wurde bei dem Einsatz auch der Chef der mutmaßlichen Terrorzelle, der Kirgise Alisher Musajew, festgenommen. Zunächst war nur von der Festnahme von 55 Verdächtigen die Rede gewesen.

Die russischen Behörden hatten "Hisb el Tahrir" im Februar auf ihre Liste von terroristischen Organisationen gesetzt. Die radikale sunnitische Gruppierung ist im Ferghana-Tal ansässig, das sich im Grenzgebiet von Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan erstreckt. Sie kämpft für einen eigenen Staat in der Region. Die Bewegung war in den 50er Jahren im Nahen Osten gegründet worden, verlagerte ihren Schwerpunkt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 aber nach Zentralasien. "Hisb el Tahrir" soll über tausende von Anhängern verfügen und Kontakte zur gestürzten afghanischen Taliban-Miliz unterhalten. (APA/dpa)

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