Hitze, Stau und Abrissrekord

9. Juni 2003, 21:39
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Abrissarbeiten beim Autobahnknoten Vösendorfschneller als erwartet beendet - Megastau auf der Tauernautobahn - mit Kommentar

Die Abrissarbeiten beim Autobahnknoten Vösendorf waren einen Tag früher beendet als geplant. Sonst ging im Pfingstverkehr aber nichts schnell. Samstag und Montag waren Megastautage. Auf der Tauernautobahn waren 26 Kilometer in drei Stunden zu schaffen.

Wien/Innsbruck - Die gute Nachricht zuerst: Autofahrer, die Montag im Bereich Knoten Vösendorf (NÖ) vor der Brückenabriss-bedingten Umleitung der Südautobahn gezittert hatten, durften aufatmen. Die Bauarbeiten waren schneller als vorgesehen beendet, schon um sechs Uhr früh meldete der ÖAMTC: Verkehr frei. Auch die Verbindungen zur A 21 waren wieder offen. Die Brücke, die dem Neubau der Wiener Außenring-Schnellstraße im Weg gestanden war, ist Geschichte. Ursprünglich sollte die gesamte Baustelle erst einen Tag später geräumt sein.

Für den landesweiten Pfingstverkehr war der rasche Wegfall des Nadelöhrs freilich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sowohl auf der Südautobahn als auch auf vielen anderen Hauptverkehrsadern im Westen hieß es ab Montagnachmittag bereits wieder Business as usual, sprich abschnittsweise Schritttempo und Staus.

Eine Serie zum Teil schwerer Verkehrsunfälle ereignete sich in der Steiermark. Bis Montagfrüh registrierte die Sicherheitsdirektion sechs Unfälle, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen, 17 mussten verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zu dem tödlichen Unfall kam es Samstag auf der Mariazeller Bundesstraße. Ein Motorradfahrer aus St. Pölten war in einer Kurve wegen überhöhter Geschwindigkeit zu Sturz gekommen und gegen die Leitschiene geprallt. Für den Biker und seinen Beifahrer aus Wels kam jede Hilfe zu spät.

Den Höhepunkt des heurigen Pfingstverkehrs sah der ARBÖ am Samstag: praktisch den ganzen Tag kam es auf der A10, Tauernautobahn, zu Anhaltungen vor dem Nordportal des Tauerntunnels, in Fahrtrichtung Villach. Die Geduldsprobe für Reisende betrug bis zu 26 Kilometer. Anders ausgedrückt: drei Stunden Verzögerung bei Temperaturen bis zu 32 Grad.

Die Unfall- und Strafbilanz der Polizei, die im gesamten Bundesgebiet mit 7000 Beamten im Einsatz war, wird für heute, Dienstag, erwartet. Zu den Anwärtern für einen Stockerlplatz in der Disziplin Rücksichtslosigkeit zählt ein 56-jähriger Raser, der bei Zirl auf der Tiroler Inntalautobahn mit 205 km/h unterwegs war. Erlaubt waren 100 Stundenkilometer. Der Lenker aus Telfs ist seinen Führerschein los.

Zu einem Großeinsatz der Gendarmerie samt Totalsperre der Westautobahn war es Samstag bei der Raststation Völlerndorf (NÖ) gekommen. Grund: ein offensichtlich verwirrter Mann aus Serbien hatte einen 38-jährigen Gendarmen aus Melk mit einem Klappmesser attackiert. Der Beamte schoss dem Angreifer ins Knie. Der Serbe war mit einer Reisegruppe unterwegs, warum er auf den Gendarmen losging, ist ein Rätsel. (simo/DER STANDARD, Printausgabe, 10.6.2003)

Kommentar

Total normal
von Michael Simoner

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